Ich habe mir kürzlich beim Tengelmann eine relativ frische Packung (Kaufdatum - Röstdatum < 3 Monate) dieses Espressos für meine kleine Siebträger-Espressomaschine im Büro (Poccino Uno), mit der sich normaler Weise ein sehr ordentlicher Espresso zubereiten lässt, gekauft. Ich habe die Tasse nicht einmal ausgetrunken, so grauenhaft fand ich das Resultat. Auch ein zweiter Versuch lieferte nicht wirklich ein besseres Ergebnis. Insbesondere der Säureanteil war deutlich überhöht. Ein Kollege, den ich oftmals zum Espresso einlade, teilte im Wesentlichen meine Einschätzung. Kein Vergleich zum Illy, den ich allerdings etwas überteuert finde. Immerhin gibt es im Münchener Umkreis einige lokale Röstereien (Vee's, Martermühle, Dinzler, ...), deren Produkte ich entweder probiert habe oder regelmäßig v. a. für meine Maschine zu Hause (Dallacorte Mini) beziehe und die bei ähnlichem Preis geschmacklich in einer viel höheren Liga spielen. Auch einige italienische Röstereien fallen mir spontan ein (Jolly, Nanini, Hausbrandt,... ), für die das Gleiche gilt. Ich denke für 20¤ das Kilo kann man etwas wesentlich Besseres erwarten, als es LAVAZZA mit diesem Produkt bietet. Gerüchteweise behält LAVAZZA den hochwertigeren Espresso für Italien vor, nach Deutschland gelangt nur die 2. bzw. 3. Wahl. Vielleicht sollte der Hersteller diesen Espresso lieber gleich unter dem Namen LACOZZA vertreiben.
Nachtrag: Ich habe dem Espresso heute noch eine Chance gegeben und ihn an die Dallacorte Mini rangelassen. Hier offenbarte sich das ganze Desaster. Das Wasser lief viel zu schnell durch, was auf einen zu groben Mahlgrad schließen lässt. Dabei hatte ich den Siebträger gut "vollgestopft" (Kaffeemenge am Limit und stark getampert). Im Gegensatz zur Uno, deren Crema-Siebträger fast immer eine Crema produziert (bzw. "herfaket"), fehlte diesmal auch die Crema. Geschmacklich war kein Unterschied feststellbar (uaahh). Das restliche Pulver wird jetzt auf den Kompost verfrachtet, wobei ich hoffe, dass die Pflanzen keinen Schaden davontragen.