Der Filmverleih X Verleih, denen mit Tom Tykwer und Dany Levi Produktionen bereits einiges gelungen ist, gibt hier Mennan Yapo seine Chance auf einen Thriller. Dabei geht es um den Profikiller Viktor (J. Król), der Nina (N. Uhl) entdeckt und von Lang (C. Berkel) gejagt wird. Genau jene Nina ist auch der Grund, warum es für ihn gefährlich wird. Sein letztes Ziel setzt die Jagd auf ihn selber an und der Profiler endeckt Spuren zur Vergangenheit und Gegenwart von Viktor.
Der Thriller an sich ist im Konsenz eher eine Liebesgeschichte, die sich Thriller-Elementen bedient und das als Erzählstruktur verwendet. Dabei zeigen sich melodramatische Züge in der gesamten Produktion, weil der Profikiller seinen Vater verloren hat und nur seinem Ersatzvater und Auftraggeber vertraut. Durch die nicht gerade alltägliche Nina erfährt er wohl auch das erste Mal so etwas wie Liebe, was sich allerdings langfristig noch zeigen muss. Zwischen dieser Liebe, dem Auftrag und der Jagd auf ihn selber bildet sich der Film, der stark vereinfacht daherkommt. Vereinfacht im positiven Sinne, da langatmige Erklärungen häufig wegfallen, Klischees zum Großteil umschifft werden und der Film damit nicht den Fehler begeht, auszuschweifen. Häufig merkt man es den Protagonisten an, was sie denken, kann es nachvollziehen. Die Charakterisierung der Figuren bleibt drehbuchbedingt eher etwas oberflächlich, vor allem bei Nina (schlägt sich irgendwie durchs Leben und scheint erstmals ein Motivation fürs Leben gefunden zu haben) und Lang (jagt den Killer mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln). Sie dienen dazu den Profikiller zu beschreiben (er selbst ist aufgrund seines Lebens unfähig, sich zu definieren) und sind die Motivation für sein Handeln. Die Darstellung durch die Schauspieler ist dermaßen erstklassig, dass diese Oberflächlichkeit kein Nachteil ist. Die ruhigen Töne machen so Spannung aus und nach einer halben Stunde ist man auch richtig drin im Film und fiebert mit. Der Film ist sehr gut, aber nicht herausragend, wie seiner Zeit "Lola rennt" und enttäuschend ist zudem die fehlende Untertitelspur (Ich höre zwar, aber diese sollte immer mit enthalten sein). Das macht dann -1 Stern bei der Bewertung.
Fazit: Eine Liebesgeschichte in einem Thriller eingebettet, mit melodramatischen Zügen versehen, wird hier in sehr guter Qualität mit hervorragenden Schauspielern allerdings ohne Untertitel geboten.