Peter Voß im Interview mit Marcel Reich-Ranicki. Ein Lesevergnügen. MRR kann es sich wirklich erlauben, über Schriftsteller zu urteilen. Schon mit seiner Autobiografie hat er gezeigt, wie spannend und unterhaltsam, dabei aber auch lehrreich er schreiben, besser: erzählen kann. Das Buch liefert allen Literaturinteressierten in konzentrierter Form Informationen zu Autoren des 20. Jahrhunderts. Der Journalist und der Kritiker diskutieren und tauschen sich aus über Bert Brecht, Anna Seghers, Elias Canetti, Golo Mann und die Familie Mann, Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, Ingeborg Bachmann und Thomas Bernhard, Erich Kästner, Heinrich Böll, Wolfgang Koeppen und Hans Werner Richter (Gruppe 47).
Besonders Deutschlehrern und ihren Schülern der Abiturstufe möchte ich das Buch ans Herz legen. Sie sollten, bevor sie sich über Werke äußern, die Biografie und die Zeit des Schriftstellers kennen. MRR zeigt dies indirekt in seinen Bemerkungen. Lehrer finden mit diesem Buch und mit diesem Kritiker Argumente für das Lesen von Zusatzliteratur. Und das Buch selbst weckt auch die Lust am Weiterlesen. Denn das Werk, Briefe und Tagebücher sind die einzig authentischen Zeugnisse.
Ich habe die Interviews sehr genossen und kann das Buch nur empfehlen.