Wenn man einige Monate die Zeitungen nicht gelesen hat und man liest sie alsdann zusammen, so zeigt sich erst, wieviel Zeit man mit diesen Papieren verdirbt. Diese Aussage von Goethe steht unter dem alphabetischen Stichwort "Zeitungen", gefolgt von "Zitaten", bei denen der Autor Christian Morgenstern mit der Aussage anführt, Zitate seien Eis für jede Stimmung. Na ja, bis auf die sehr ungeschickte Auswahl zu diesem Stichwort bietet das Buch schönste kurze Gedanken zum Thema Sprache & Literatur, von Anekdote über Journalismus, Lyrik, Predigen u.v.m. bis Zote und Zunge, inkl. einem Stichwort- und Autorenverzeichnis.
Zum Thema Buch/Dichter/Kritik waren mir diese Aussagen nicht bekannt:
Schreiben: Über dem Abgrunde schweben, gehalten nur von der Grammatik.
Man soll nur Bücher lesen, vor denen man in großen Krisen des eigenen Lebens keinen Ekel empfindet. (Raabe)
Die Dichter sind gegen ihre Erlebnisse schamlos: sie beuten sie aus. (Nietzsche)
Der Dichter steht viel zu hoch als dass er Partei machen sollte. (Goethe)
Das eigentlich Dichterische hält sich gleich weit vom Herzlosen und vom Emfpindsamen. (Hofmannsthal)
Wer zuviel Kritik übt, liebt zu wenig. (Irisches Sprichwort)