Aus der Amazon.de-Redaktion
Kaum eine deutsche HipHop-Combo hat jemals für größeres Aufsehen gesorgt als Thomas Dürr, Michael B. Schmidt, Andreas Rieke und Michael Beck. Die Rede ist -- man ahnt es schon -- von den Fantastischen Vier. Man könnte den Stuttgartern jetzt unterstellen, daß sie den heutigen Erfolg des deutschen HipHop maßgeblich ins Rollen gebracht haben. Diesen Status genießt das Quartett auch gut und gern in vollen Zügen. Egal, wo in der Republik eine Fernsehkamera aufgebaut wird; einer von ihnen ist immer am Start. Länger hat es allerdings gedauert, das dritte Album an den Start zu kriegen. Man ist ja schließlich zu Perfektionisten gereift. In ausgiebigen Kreativ-Workshops auf idyllischen Berghütten haben die Vier sechs Wochen lang ihre geistigen Ergüsse auf Papier und Band festgehalten. Das Resultat hört auf den zweideutigen Namen Lauschgift und zeigt die Fantis zum ersten Mal in vollendetem Facettenreichtum. Ich hasse diesen Satz, aber hier ist er endlich mal angebracht: Lauschgift ist ein Album für die ganze Familie. Melancholisches für die verliebte Tochter mit "Sie ist weg", schnelles-knallendes in "Populär" für das pubertierende Söhnchen und insgesamt lyrisch-pädagogisch Wertvolles für alle, die auf der nächsten Party endlich wieder mal was zu erzählen haben wollen. Letzteres funktioniert bei den Fantastischen Vier übrigens fast immer. Track zweimal im Radio hören, dann Platte kaufen, auswendig lernen, überall zum Besten geben, auf viele Parties eingeladen werden, plötzlich viele neue Freunde haben. Da sieht man also wieder, daß Smudo, D., Beck und Ypsilon mit ihren musikalischen Qualitäten auch was für die zwischenmenschliche Kommunikation tun und sich ihren Ruhm somit redlich verdient haben. Noch einmal für das Protokoll: Nette Platte das. --Sascha Mennel
INTRO
Eine Platte, auf die wohl jeder, der sich irgendwie mit deutschem HipHop auseinandersetzt, gewartet hat, auf die zumindest wahrscheinlich kaum jemand mit Gleichgültigkeit reagieren wird.Mit 'Lauschgift' beweisen die FANTASTISCHEN VIER endgültig, daß sie alles andere als eine kurzsichtige, unflexible Party-Hop-Kapelle sind. Mit einer Produktion im Rücken, die für den hiesigen HipHop Maßstäbe setzt, liefern sie ein Album, das trotz seiner Vielseitigkeit einen runden, stimmigen und vor allem nachdenklichen Eindruck macht. Da werden Geschichten erzählt vom Versagen in der Gesellschaft, in der Liebe, vom Verlassen, vor allem aber vom Kampf, vom Wissen um die Möglichkeit, gegen die Dinge anzukämpfen. So entpuppt sich die Platte, die sich im ersten Moment düster und introvertiert zeigt, nach mehrfachem Hören schlicht und einfach als überlegt und kann bzw. muß deshalb auch echte Partysongs beinhalten, die sich inhaltlich nie oberflächlich gestalten und sich so auch problemlos in den Gesamtkontext eingliedern lassen.
Stephan Glietsch / Intro - Musik & so
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Wer befürchtet hat, die schwäbischen Schnellzungen würden nach dem Flop ihres Metal-Albums nur noch teigigen Spätzle-Rap produzieren, wird angenehm überrascht: Die Fantastischen Vier sind provokativer denn je, haben aber nicht die rhythmischen Finessen vergessen. Schon die Single Sie ist weg zeigt, wo's langgeht: HipHop und Herzschmerz in unterhaltender Kombination. Ganz schön gemein auch das zynische Loblied auf den Konsum mit seinem zuckersüßen Sahne-Refrain und die beinharte Erkenntnis Love Sucks. Ein germanisches Groove-Meisterstück!
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LAUSCHGIFT