Die Lausbubengeschichten von Ludwig Thoma stammen aus dem Jahr 1905. Ich kannte bisher nur die frechen Verfilmungen mit Hansi Kraus in der Hauptrolle. Die haben so teilweise diesen heute nicht mehr sooo gefälligen 70-er Jahre Klamauk-Charakter.
Gerade darum finde ich die Geschichten beim Lesen viel ursprünglicher, natürlicher und ich hab mich sehr amüsiert über die trotzfrech-trockene Art, die der Erzähler der Geschichten, also der junge Ludwig, da an den Tag legt. Dem Ludwig ist so gut wie nix heilig und wenn es irgend einen Unfug anzustellen gibt, dann ist er gewiss dabei - oder heckt schon wieder was aus. Sogar wenn er fromm wird, kann man bereits erahnen, dass das nicht unbedingt was Gutes bedeutet.
Für mich sind Bücher aus dieser Zeit auch noch aus anderen Gründen interessant: Meinen Urgroßvater, den habe ich noch gekannt. 1892 wurde er geboren und aus "seiner Zeit" sind mir noch einige Geschichten in Erinnerung und natürlich seine liebenswerte, schlitzohrige Art.
Wenn ich Ludwig Thomas Geschichten so lese, kommen da viele verloren geglaubte Erinnerungen wieder hoch. Dieses "armselige" Leben auf dem Land. Bauernhof, Heu machen, und die Leute sind arm wie die Kirchenmäuse, aber erzkatholisch.
Ich kann also gar nicht gut genug ausdrücken, wie viel alte Geschichten, wie diese hier, jemandem bedeuten können.
Die Umsetzung in dieser kostenlosen Kindle-Version ist okay. Abgesehen von der nicht mehr zeitgemäßen Rechtschreibung ist die alte Sprache doch noch sehr gut verständlich.
PS. Mit eine der besten Geschichten, obwohl es eh schon schwer ist hier einen Favoriten zu deklarieren, ist eine Geschichte, die sich
"Der Kindlein" nennt. Ich würde ja glatt sagen: Ein Muss für Ihren Kindle, die Geschichte vom Kindlein!