Also, auf eine Inhaltsangabe verzichte ich jetzt, die kann man an dieser Stelle schon ein paarmal lesen, deshalb direkt zum Film:
Mit "Bonnie Scotland", so der Originaltitel, wandten sich Laurel & Hardy von ihrem eigentlichen Metier, dem Kurzfilm, ab und produzierten nur noch Langfilme. Das hatte marktstrategische Gründe: Da kam einfach mehr Geld rein. Das Problem bei vielen Langfilmen von L&H war aber, dass man oft die Handlung sehr strecken musste und nur wenige dieser Filme sind Laurel & Hardy pur, wie etwa "Way Out West" und "Blockheads".
So ist hier der Beginn des Films der wesentlich unterhaltsamere Teil. Sobald die Handlung nach Indien verlegt wird, kommt eine breitgetretene Liebesgeschichte hinzu, die dermaßen stinklangweilig ist, dass man sich nach einer Weile fragt, in welchem Film man gelandet ist und wer denn hier eigentlich die Hauptdarsteller sind. Dabei wurden sogar noch zwanzig Minuten der Liebesszenen herausgeschnitten - zum Glück.
Zu den typischen und gelungenen Szenen kommt es, als die beiden in Ermangelung einer anderen Möglichkeit einen Fisch braten, indem sie ihn auf einen Bettenrost legen, unter dem eine Kerze steht. Als besonders pikante Note verleiht Laurel dem Fisch dann noch etwas Kerzenwachs, eine Zutat, die wahrscheinlich nur sein eigener Magen aushält.
Besonders ärgerlich ist es natürlich, dass man Stan Laurel eine vollkommen untypische Synchronstimme gegeben hat. Warum man nicht Walter Bluhms angenehme Stimme, die übrigens der wirklichen Stimme von Stan Laurel sehr ähnlich war, genommen hat, kann sich einem Fan von L&H einfach nicht erschließen.
Zu einem Muss für Fans machen diese DVD aber die Zugaben. Da gibt es eine Szene aus dem Film: "Hollywood Review Of 1929", bei dem die beiden quasi in letzter Sekunde als komisches Element eingebaut wurden und als Zauberer auftreten. Selbstverständlich geht der ganze Auftritt schief.
Dazu kommen zwei Szenen aus "Hollywood Party" einem ziemlich erbärmlichen Filmchen, bei dem Stan und Ollie nur Gastschauspieler sind. Vor allem die zweite Szene, die sogenannte Ei-Nummer zusammen mit Lupe Velez ist ein Glanzstück der Komödie und zeigt vor allem, wie wenig die beiden Komiker gebraucht haben, um gelungene Gags zu produzieren.