Die letzten acht Filme von Laurel & Hardy zählen nicht mehr zu ihren besten, das muss man als beinharter Fan einfach anerkennen. Das lag zum einen daran, dass man den Filmen ein Übermaß an Handlung verpasste, so dass es nur noch Filme mit Laurel & Hardy waren und keine Laurel & Hardy-Filme. Zudem wurden die Gags nicht mehr durch Improvisation ausgearbeitet, sondern vorher genau festgelegt. Man muss aber auch feststellen, dass L&H offensichtlich ihren Zenit überschritten hatten, denn die wenigen guten Gags waren meist von ihren Kurzfilmen recycelt.
Weiterhin hat man Wert auf ein realistisches Make-Up gelegt, was zumindest bei Stan Laurel äußerst fatal war. Hatte man ihn früher bleich geschminkt, sah man nun seine Falten überdeutlich. Dieses bleiche Schminken kam seiner Rolle zugute, die die des reinen, unschuldigen Tors war - so unschuldig, wie es nur ein Kind sein konnte. Bei Oliver Hardy war das nicht so das Problem. Seine Rolle konnte mit ihm altern. Bei Laurel war das anders. Anstatt weiter wie ein unschuldiges Kind zu wirken, wirkte er nun eher wie ein seniler, alter Knacker (ohne allerdings seine Liebenswürdigkeit zu verlieren).
Hatte ich oben von einem Übermaß an Handlung gesprochen, trifft das allerdings auf "Die Tanzmeister" nur bedingt zu, denn der Film ist eher eine Abfolge von einzelnen Szenen die durch einen dünnen roten Faden (Ein Freund von ihnen hat eine bahnbrechende Erfindung gemacht) zusammengehalten werden. Die besten Szenen sind, wie gesagt, recycelte Gags aus früheren Filmen. So findet sich die Szene, in der sie für eine Dame eine Uhr ersteigern (und dabei gar nicht merken, dass sie schließlich gegenseitig überbieten) praktisch eins zu eins in ihrem letzten Kurzfilm "Thicker Than Water" wieder. Als Ollie auf einer Baustelle stürzt und ihm nach und nach einige Backsteine auf den Kopf fallen (als der Steinregen dann aufhört, sieht er nach oben und prompt kommt noch ein Stein gesegelt, die auf einer noch nicht getroffenen Stelle landet), wird man sofort an "Dirty Work" erinnert.
Das alles soll nicht den Eindruck erwecken, dass "Die Tanzmeister" ein schlechter Film ist, er gehört nur nicht zu den Glanzpunkten des Duos. Als Fan bin ich ganz einfach froh, dass es diese letzten Filme jetzt endlich auf DVD gibt. Ich glaube, nur "Air Raid Wardens" ist noch nicht erschienen.
Böse Kritik muss man aber bei der Ausstattung der DVD anmelden. Außer einen kümmerlichen Trailer gibt's keine Extras und dafür einen Stern weniger.
Kleiner Hinweis noch: In einer Nebenrolle ist der damals praktisch noch unbekannte Robert Mitchum zu sehen, der hier sein späteres Image als "Tough Guy" durch den Kakao ziehen darf.