Ein Gemälderestaurator entdeckt ein vergessenes Porträt einer Frau, das ihn fasziniert, und das er zu restaurieren beginnt. Zur gleichen Zeit lernt er Laura kennen, eine Kunststipendiatin, die ihn an die Frau auf dem Gemälde erinnert, und in die er sich verliebt.
Das Buch spielt sich in einer Vielzahl von Schichten ab, die miteinander vor allem durch den Namen Laura verknüpft sind. Zentralste Schicht ist die Liebesgeschichte zwischen dem Restaurator und der Künstlerin, eine schwermütige Romanze, hektisch und zerrissen, vor der mal der eine, mal die andere flieht, und in der beide ständig Entscheidungen treffen, die genauso schnell wieder verworfen werden. Was leider nicht zu spüren ist, nicht einmal zwischen den Zeilen: Erotik oder Leidenschaft. Die allerdings beide umso stärker hervortreten, sobald es um das Gemälde geht und die Passion, mit der es restauriert wird.
Einen seltsamen, Kinderbüchern verwandten Kunstgriff wendet der Autor an, indem er den Restaurator in einem Teil des Romans zum Ich-Erzähler macht, der seine unglückliche Geschichte, auf sechs Abende verteilt, zwei ebenfalls unglücklich liebenden älteren Leuten erzählt, die er in seinem Zufluchtsort in Frankreich kennenlernt. Monsieur Razin, einer der beiden, knüpft die Verbindung zum Dichter Petrarca, dessen unglückliche Liebe den Namen Laura trug und deren Konterfei evtl. das Gemälde zeigt.
Die Verwebung der verschiedenen Schichten und Boetius Sprache gefallen sehr gut, auch die Art, wie der Autor die sachlichen Vorgänge einer Gemälderestaurierung als fesselnde Passagen gestaltet. Bedauerlich ist nur, dass der tränenreichen Liebesgeschichte das Feuer fehlt.