Was soll man noch sagen über die Beatsteaks - im Grunde isses egal, was sie machen, weil sie alles gut können! Beweis dafür ist auch Launched, ihr zweites Werk, das sich doch schon sehr vom Erstlingswerk 48/49 unterscheidet. Die Musik ist reifer geworden - was nicht heißen soll, dass Punk unreif ist, aber in diesem Falle merkt man auf jeden Fall, dass die Steaks in den zwei Jahren zwischen 48/49 (1997) und Launched (1999) einen ziemlichen Entwicklungsprozess durchlaufen haben. Zwar zeigt sich dasselbe ungezügelte und feurige Temperament noch immer in Songs wie Panic, Excited und Happy Now? (und das ist auch durchaus willkommen, weil's schlicht und ergreifend rockt), aber Shut Up Stand Up, Go, Shiny Shoes und 2 O'Clock sind schon weitaus toleranzempfänglicher für empfindliche Ohren. Leider ist auf dem zweiten Album nur noch ein deutschsprachiger Song, Schluss Mit Rock'n'Roll, aber das lässt sich verschmerzen. Mietzi's Song (ein Lied für Arnims Schwester) beweist die feinfühlige Seite der Steaks, ebenso wie ...And Wait und Fake; bei letzterem können schonmal die Tränen kullern, was auf den leicht verzweifelten Text und die dazu passende Melodie zurückzuführen ist. Zwei abschließende Schmankerl sind zum einen das Cover des Manowar-Songs Kings Of Metal (im Covern von Songs sind die Steaks echt genial; man besuche ein Konzert und überzeuge sich selbst davon) und zum zweiten das, was nach dem letzten Song kommt: Studioimpressionen, und zwar im schönsten Berliner Dialekt. Daumen hoch für dieses Album!