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Laughing Stock
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Februar 2002
Die 'laughing stock' ist das beeindruckendste musikalische Werk der Neuzeit. Untergang und Schöpfung liegen in wunderbaren Interpretationen dicht beieinander; der auf den ersten Eindruck eher düstere Klang entwickelt sich im Lauf der Zeit zu einer vollkommenen Schönheit. Feinste Klänge spiegeln Harmonien auf die fragenden Disharmonien, jeder Ton verlangt nach der wunderschönen Auflösung, die Mark Hollis, Tim Friese-Greene und alle anderen zum richtigen Zeitpunkt liefern. 'Ascension Day' und 'Taphead' mit dem wunderbaren Bläser-Dialog sind sicher Highlights, die Erfüllung musikalischer Träume ist aber 'After the Flood', das für sich allein schon ein Stück Musikgeschichte ist . Myrrhman bietet einen langsamen, vorsichtigen Einstieg in die Materie, New Grass ist klanglich das fröhlichste Stück dieser CD. Im ganzen lebt diese Musik die Extreme zwischen glücklicher Harmonie und Depression völlig aus, und kann nach langer Arbeit des Hörens und Verstehens auf unvergleiche Art Glücksgefühle hervorrufen.
Dieses Werk begleitet mich seit vielen Jahren und wird dies ewig tun.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Mai 2010
Wohl kaum eine Band dürfte in derart kurzer Zeit von einem Ende musikalischen Stils zum anderen gewandert sein wie Talk Talk. War 1982 das erste Werk "The Party is over" stilistisch ein weitgehendes Zugeständnis an die zu dieser Zeit dominierende New-Wave-Bewegung, entfernte sich "Its my life" zwei Jahre später bereits dezent in Richtung Rock und war melodisch und produktionstechnisch deutlich komplexer. Auf dem Höhepunkt ihrer kommerziellen Karriere kreierte die Band dann 1986 mit "The colour of spring" ein melodisches und produktionstechnisch außerordentlich komplexes Album, das zum absolut Besten gehören dürfte, was jemals auf Platte bzw. CD gepresst wurde. Und obwohl hier schon zukünftige Tendenzen absehbar wurden, schien 1988 der Umschwung auf "Spirit of Eden" absolut unerwartet und zugleich unfassbar. Unfassbar wahrscheinlich auch für die meisten der Fans, die trotz fehlender Promotion noch von den Platten erfuhren und sich dann von der Band abwandten.

Folglich drangen "Spirit of Eden" und die 1991 erschienene Platte "Laughing stock" nur zu einer sehr kleinen Hörerschaft durch.

Beide Werke bilden die letzte Phase im Schaffen der Band. Sie ergänzen sich hervorragend und sind dennoch in vieler Hinsicht gegensätzlich. War "Spirit of Eden" warm und größtenteils dunkel, stehen sich in "Laughing stock" dunkel und hell wirkende Abschnitte einander etwa gleichwertig gegenüber. Die Stimmung jedoch - die ist kalt. Erzeugt "Spirit of Eden" dunklen Optimismus, der Geborgenheit ausstrahlt, eröffnet "Laughing stock" dem Hörer eine helle, kalte Verlorenheit. Die Melancholie, die in den früheren Werken immer wieder durchschimmerte, kommt hier voll zum Vorschein und bestimmt das ganze Album. Es beginnt mit dem sehr dunklem, minimalistischen "Myrrham", das übrigens keinen Refrain und keine sich wiederholenden Passagen hat. Das nachfolgende "Ascension day" führt aus der Dunkelheit heraus. Tempo und Klangteppich werden deutlich erhöht bzw. erweitert, rauhe Gitarren und ein sehr gespannt agierendes Schlagzeug tragen Melodie und Gesang, die die Kälte und Depression des Openers fortführen. Das plötzliche Abbrechen des tragenden Schlussteils wirkt fast wie der Versuch, die bisherige depressive Stimmung zu beenden, sie abzubrechen.

Das nun folgende "After the flood" scheint aus der Depression heraustreten zu wollen, die Melodie wirkt hoffnungsvoll, die Instrumentierung wird leichter und deutlich komplexer als beim Vorgänger und schafft eine ungeheuer "sphärisch" wirkende Atmosphäre, die den Hörer für rd. 9 Minuten aus der zuvor zelebrierten Depression zu führen scheint. Jedoch wird im allmählichen Ausklang bereits ein erneuter Umschwung deutlich. Noch in die leiser werdenden Töne mischen sich erste Spuren des nun folgenden "Taphead"; der "sphärische Optimismus" After the flood`s weicht einer sparsamen, aber extrem wirksamen Instrumentierung. Eingeleitet von vorsichtigen Gitarrenklängen, die später von Streichern und Bläsern ergänzt werden, führt "Taphead" den Hörer in totale Depression und Dunkelheit. Diese sieben Minuten Dunkelheit und der Gegensatz zwischen beinahe-Stille und opulent wirkendem Höhepunkt kommen mir beim Gedenken an das Album meist als erste in den Sinn.

Mit "New Grass" folgt nun aufs neue ein Umschwung. Von langsamer, dunkler Stille geht es in ein schnelleres, helleres und auch etwas lauteres Gefilde, das jedoch gleichsam depressiv bleibt, ja sich melodisch in unendlicher Traurigkeit zu verlieren scheint. E-Gitarren, Schlagzeug und Klavier tragen diesen Song, der, obwohl er nur wenige Themen bietet, auch nach fast zehn Minuten nicht langweilt und für mich wie ein Fluss von Traurigkeit wirkt, der sich mit dem langsamen Abklingen der Instrumente im Nichts zu verlieren scheint. Das nun folgende "Runeii" führt wieder in absolute Dunkelheit. Nur mit minimaler Akustik, Tempo und Hollis` flüsternder Stimme unterlegt, wirkt dieser Titel erstmals kompromisslos positiv und könnte die depressive Stimmung der Vorgänger beinahe vergessen machen. Mir scheint es, als wolle man die Hörer zu Abschied versöhnlich stimmen.

"Laughing stock" war der großartige Abschluss einer bemerkenswerten Karriere, die nach nur einem Jahrzehnt wieder beendet war. Den Wenigen, die zu dieser Zeit noch die notwendige Zeit, innere Ruhe, Geduld und Disziplin hatten, um zuzuhören, werden der Band für dieses Werk sicherlich dankbar gewesen sein; die Labelbosse weniger. Vom Mainstream über Eingängigkeit auf allerhöchstem Niveau hin zur reinen Kunst: Talk Talk hinterlassen uns Werke für die Ewigkeit.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Mai 2000
Dies ist meine Lieblingsplatte seit sieben Jahren. Und noch immer hat sie nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Inzwischen kenne ich jeden Ton, aber ich erinnere mich noch deutlich an die wunderbaren Zeiten der Entdeckung. Laughing Stock lebt nicht ausschließlich von dem, was man hört; gerade die Tupfer und Andeutungen sind es, die der Phantasie des Hörers unendlichen Spielraum lassen. Diese Platte heißt zwar nicht The Color of Spring, aber mehr als diese gleicht sie einer sich öffnenden Knospe.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das ist in jeder Hinsicht zutreffen, denn leider wird es von Talk Talk keine neuen Alben mehr geben.
Der bereits auf Spirit of Eden in beeindruckender Weise erweiterte Musikstil, wird hier zu einem finalen Höhepunkt geführt.
Das Album selbst muss als kompositorisches Gesamtkunstwerk begriffen werden, wie man es in der "klassischen" Musik kennt.
Auf jedenfall handelt es sich hier nicht um Musik die man bei der Hausarbeit hören kann. Wie hier durch raumgreifend ausufernde Einzeltöne und stille Passagen Stimmungen transportiert werden ist beeindruckend.
Wer diese Musik mag sollte sich unbedingt das Soloalbum von Marc Hollis anhören.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juni 2007
das trifft es am besten.

6 songs, keine auslese von spirit of eden.

für mich steht es in einer reihe mit dem 1986er album, der pop ist vollkommen verschwunden (in i believe in you oder desire war er ja noch bruchstückhaft zu hören)...

wie konnte die plattenfirma nur so endlos blöd sein, und talk talk daraufhin feuern... hat man nicht schon bei nick drake gesehen (der wurde zwar nicht entlassen, hatte aber keinen erfolg), daß große musik manchmal zeit braucht, um zu reifen?

besser gesagt, nicht die musik braucht diese zeit, eher dümmliche plattenbosse, die kohle machen wollen, denen musik und der wert davon aber egal ist... und vielleicht noch so mancher hörer, der jedoch, wenn er diese cd gegen 3 uhr morgens spielt, mit einem herz zu bett gehen wird, das fast zerplatzen will, denn es hat absolute, perfekte, schöne musik gehört.

ewigkeit...
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Juli 2001
Man kann "Laughing Stock" von Talk Talk einfach nicht beschreiben. Es ist geradezu unglaublich, wie weit sich diese ehemalige Pop Band weiterentwickelt hat. Ich kenne das Album, seit es herausgekommen ist und habe seit dem nichts vergleichbares mehr gehört ("After the Flood" ist für mich der beste Song überhaupt !). Die legitimen "Erben" dieser überirdisch schönen Musik dürften vielleicht Tortoise, Slint, oder For Carnation sein. Ich möchte diese einzigartige Musik nie mehr missen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
minimal, genial, phänomenal - mehr kann und sollte man zu diesem Album nicht sagen, vielleicht noch "zeitlos schön"!
Obwohl ich schon lange dem größten Teil der klassischen Rockmusik aus den 70iger und 80iger Jahren den Rücken zugewendet habe (Alles hat halt seine Zeit), bin ich aber immer wieder von diesem einzigartigen Album, neben "Spirit of Eden", zutiefst emotional berührt und überrascht, Dank seiner Komplexizität und genialen Komposition.
Aus diesem Grund beschäftige ich mich heute hauptsächlich mit ektronischer DJ-Musik, besonders House-Musik in all seinen Stilrichtungen, weil auch diese Musik so innovativ ist, wie derzeit Talk Talk mit "Laughing Stock" bzw. "Spirit of Eden", seiner Zeit voraus!
H. Denner
(49 Jahre alt)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 20. September 2014
Nach Veröffentlichung des vierten,extrem unkommerziell angelegten,fordernden Talk Talk -Albums "Spirit Of Eden" waren Mark Hollis und seien Mannen auch die letzten Anhänger seiner Pop-Phase ("Such A Shame" usw) abhanden gekommen,außerdem noch die Plattenfirma EMI.
Obwohl auch mit dem geplanten neuen Album wohl kaum Verkaufsrekorde ins Haus stehen würden,sagte das neue Label Polydor (Verve) unbegrenzt Zeit und reichlich Geld für die Produktion/Aufnahmen zu.
Zuvor war jedes Album der Band eine konsequente Weiterentwicklung zum Vorgänger gewesen;mit "Spirit Of Eden" hatte Hollis gezeigt,was das Gegenteil von kommerzieller Musik ist.
Hörer,die wie ich die letzten beiden Talk Talk-Alben (auch "The Coulour Of Spring" ist atemberaubend gut) geradezu verehren und die sich nach VÖ von "Spirit Of Eden" ob der unfaßbaren Rasantz der Entwicklung verwundert die Ohren gerieben hatten,waren nun mehr als gespannt,wie man das noch toppen wollte,oder ob Hollis vielleicht dem Label zuliebe wieder einen Schritt zurückgehen würde.
Nun,Hollis ging tatsächlich noch einen kleinen Schritt weiter.
Zunächst versuchte er,die Musik noch "purer" werden zu lassen,sich noch mehr auf das Essentielle zu beschränken.feinste Schwingungen noch stimmungsvoller darzustellen.
Sein Perfektionismus dabei ging so weit,daß die Aufnahmesessions fast schon rituellen Charakter aufwiesen.
Die Musiker gingen in Scharen ein und aus,Hollis legte größten Wert auf die richtige Stimmung in den Räumen.
Dann sollten die Musiker improvisieren,sich in der durch Kerzen,Räucherkerzen und manches mehr anheimelnden Behaglichkeit akustisch gehen lassen,während Hollis jedes Detail,jedes Geräusch,selbst zufällig erzeugte Geräusche (zB Stolpern), aufsog und verwertete;oder auch nicht.Der Ausschuß soll enorm gewesen sein,Hollis geradezu quälend pedantisch.
Entsprechend seiner Einstellung,daß ein Ton besser sei,als zwei,daß in Musik auch Platz für Ruhe sein müsse,daß es in der Musik wie im Leben auf die kleinen Dinge ankommt(man müsse nur seine Sinne dafür schärfen),daß er Musik im Allgemeinen als überfrachtet empfinde,daß er manchmal,wenn er sich zwischen zwei Tönen nicht entscheiden kann einfach beide wegläßt,um anschließend festzustellen,daß es so noch besser klingt,kommt "Laughing Stock" noch zarter,noch minimalistischer,noch experimenteller daher,als der Vorgänger.
Vieles wird nur angedeutet,läßt der Phantasie des Hörers Raum;feinste Klänge,Disharmonien,nur leise gezupfte Saiten,abrupte Enden von Melodien,bevor sie richtig begonnen haben...über allem liegt ein Hauch von Kammermusik,ein Gefühl von Intimität,dem Gefühl,etwas authentischem,persönlichem zu lauschen,ohne,daß es auch nur kurz der inneren Spannung entbehrt,etwas von einer Phrase aufblitzt.
Läßt man sich auf diese Stimmung ein,wird eine plötzlich einsetzende,raschelnde Percussion plötzlich ein Ereignis;jedes Detail wird zu etwas,das entspannt und dennoch spannend erscheint.
Für mich ist "Laughing Stock" der nächste logische Schritt nach "Spirit Of Eden";den Schlußpunkt setzte Mark Hollis dann mit seinem Solo-Album "Mark Hollis" und verabschiedete sich damit von der musikalischen Bühne.
Komponiert wurde das Album von Mark Hollis und Tim Friese-Greene,der bewährte Lee Harris zupft hier mal wieder am Baß,für die Viola waren sieben Musiker zuständig,ansonsten sind ua Cello,Orgel,Harmonium,Piano,Mundharmonika,Gitarre und selbstverständlich die Stimme von Mark Hollis zu hören.
Daß eine solche Musik sich nicht beim ersten Hören vollständig erschließt, dürfte sich von selbst verstehen.
Die Aufnahmequalität ist erfreulich.Es gibt mehrere Vinyl-VÖ,zu denen ich nichts aus eigener Erfahrung äußern kann.Zumindest die erste Pressung soll aber sehr gut sein.
Obwohl es zu der ersten CD-Serie kein Remastering gibt,soll es gewisse Unterschiede zwischen den Veröffentlichungen geben.
Daß die Farbintensität des Covers recht unterschiedlich ausfallen kann sei nur nebenbei erwähnt;interessanter ist da schon,daß es zwischen den US-CDs und den europäischen deutliche Abweichungen geben soll.
Die Übergänge zwischen den Tracks sollen sich deutlich voneinander unterscheiden,außerdem soll die (oder zumindest eine) US-Auflage dunkler klingen,als die (oder eine) europäische Variante (bzw umgekehrt,die europäische klingt heller).
Da ich nur eine US-Auflage besitze, weiß ich nicht,ob da was dran ist,es wird aber immer wieder behauptet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Innerhalb kurzer Zeit wanderte die Band von Mark Hollis und Tim Friese-Greene von No.-1.-Melancholie-Pop-Hits wie "Such a Shame" (1984) zu konsequent künstlerischer Musik wie hier im 1991-er "Laughing Stock".

In "Laughing Stock" erinnert nur noch das Coverbild - es kommt auf der LP besser herüber - von James Marsh an die frühen Zeiten der britischen Band. Musikalisch sind nun, 1991, Talk Talk bei einer andeutenden Musik angekommen, die Dissonanzen kurz antupft, dann doch Melodielinien ab und an nutzt, doch vor allem die Kunst des Weglassens beherrscht, jenseits von reinem Pop und Jazz.
Die künstlerische Freiheit war durch die Vorgänger-Topselleralben möglich geworden. Und doch musste das Album auf dem Jazzlabel Verve erscheinen, denn schon der Vorgänger "Spirit of Eden" war unkommerzielles 'Kassengift'. Zugleich ist es ja auch manchmal bemühte Musik, als ob bewusstseinsverändernde Substanzen massiv mitgeholfen hätten. Insgesamt jedoch ist es ein Meilenstein des Postrock-Jazz.

Seither hat Mark Hollis noch ein Soloalbum herausgebracht, es gab sehr kleine musikalische Projekte einzelner - doch ansonsten war "Laughing Stock" das letzte Album Talk Talks, der Höhe- und leider auch Schlusspunkt der konsequenten Entwicklung zur Kunst-Musik.
Der CD-Beileger gibt den Text in steil nach links gerichteter, in der CD-Verkleinerung gerade noch lesbarer Handschrift wieder: Die Musik ist freilich das Tragende.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Februar 2014
Ich erinnere mich dunkel an damals. Dieses unglaubliche Album; The Color of Spring. Ich liebte es...es war absolut grossartig und in seiner Komplexität in den 80ern ein echter Lichtblick. Dann kam Spirit of Eden und ich war wie vor den Kopf geschlagen. Was war passiert? Mark schien sich in einer Drogenblase eingeschlossen zu haben. Gut...kaufte ich mir in den 90ern noch Laughing Stock, mit der Hoffnung auf Besserung; autsch...das Teil kratzt einem sogar den Putz von der Wand - in die Ecke damit.

Wenige Jahre später kramte ich beide Alben hervor und hörte sie mir an. Was soll ich sagen, unglaublich Klänge die mein Herz berühren und meinen Gedanken Flügel verleihen. Unbeschreiblich schön, traurig, dramatisch, selig. Musikalisch ein Meisterwerk, welches in seiner Machart mit nichts vergleichen lässt. Wer heute noch denkt, Talk Talk sei "Such a Shame", der hat die Wandlung dieser Band zu ihrer Bestimmung nie herausgehört. Und im Rückblick hätte man schon bei "Its getting late in the Evening" oder "Chameleon Day" ahnen können, wohin es geht. Es sollte Licht werden...
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