Lange hat es gedauert, doch sechs Jahre (ausgenommen das Greatest Hits Album von 2001) nach der Veröffentlichung seines letzten Albums "War & Peace Vol. 2 - The Peace Disc" ist es Ice Cube wieder einmal gelungen, seinen gewohnten Qualitätsstandart zu halten und auch mit diesem Album auf ganzer Linie zu überzeugen. Zwar kann man in diesem Falle das Genre nicht unbedingt dem klassischen Westcoast Stil zuordnen, doch das Album ist eindeutig in hohem Maße davon geprägt, was Cube auch textlich durch das mehrfache Erwähnen seiner Herkunft aus South Central LA betont. Der Einfluss von Produzenten wie Swizz Beatz, Scott Storch und Lil Jon führt letztendlich dazu, dass man dieses Album durchaus als gelungene Mischung zwischen modernen Rap Elementen vorrangig im Bereich der Produktion und wiederauflebendem Westcoast Flow auf höchster Ebene bezeichnen kann.
Meiner Meinung nach wird es potentiellen Kunden dieses Albums nun nicht viel bringen, wenn ich hier lediglich meine Lieblingstracks aufliste. Aus diesem Grund werde im Folgenden jedes Lied einzeln rezensieren und bewerten:
1.Definition of a west coast g' (Intro) - lediglich ein paar Worte zum Einstieg/ keine Bewertung möglich
2.Why we thugs - Scott Storch hat als Produzent ganze Arbeit geleistet; sozialkritische Betrachtung des US-amerikanischen Gefängnissystems und der hohen Kriminalitätsrate innerhalb der schwarzen Bevölkerung/ Bewertung: 9/10
3.Smoke some weed - klingt wie eine Mischung aus einem bekannten Ruff Ryders Track und orientalischen Klängen, die auf ihre entspannende Weise durchaus zum Text passen/ Bewertung: 8/10
4.Dimes & nicks - amüsanter "Anruf" von Mike Epps (bekannt als Ice Cubes Cousin in den Friday Filmen)/ Bewertung nicht möglich
5.Child support - sehr harte Beats; Cube thematisiert die Entwicklung des Raps von seiner Zeit als Mitbegründer bis in die heutige Zeit, in der laut Cube nur noch über "pussy and money" gerappt wird/ Bewertung: 8/10
6.2 decades ago - Zusammenschnitt einiger Kommentare zu Cube/ Bewertung nicht möglich
7.Doin' what it 'pose 2do - großartiger Track von Produktion bis zum Text; spätestens an dieser Stelle erkennt man, dass Cube seinen alten Flow nicht verloren hat/ Bewertung: 10/10
8.Laugh now, cry later - es wird wieder ruhiger, einfach ein "feel-good" Track; Cube inszeniert wie in seinen alten Tagen eine Hood Geschichte/ Bewertung: 9/10
9.Stop snitchin' - Beats und Texte sehr hastig und hart, dennoch passend; der Titel des Tracks ist eindeutig / Bewertung: 7/10
10.Go to church - einfach nur brillant; nicht nur Cube sondern besonders Snoop Dogg läuft zu seit Jahren nicht mehr erreichter Höchstform auf; Lil Jons Krunk Stil harmoniert perfekt mit den zwei Artisten/ Bewertung: 10/10
11.The n***a trapp - sehr ernster Track; wiederum kritisiert Cube die Umstände innerhalb der schwarzen Bevölkerung der USA und macht dabei auch nicht vor George Bush und Gouverneur Arnold Schwarzenegger halt/ Bewertung: 8/10
12.A history of violence - ein imaginärer Fernsehreporter fasst rassistische Taten seitens weißer Gangs gegen Schwarze in Los Angeles auf und berichtet vom defensiven Wiederstand der Schwarzen, auch Black Panther werden genannt; Indiz dafür, dass Cube seine Wurzeln keineswegs vergessen hat, stattdessen: aktive Auseinandersetzung/ Bewertung nicht möglich
13.Growin' up - es wird wieder entspannter, der zweite "feel-good" Track; Cube besinnt sich seiner eigenen Geschichte von NWA bis heute; Dank an Eazy-E und Erwähnung seines Sohns Lil Eazy/ Bewertung: 10/10
14.Click, clack - get back! - durch den Einsatz der E-Gitarre wird der Beat erneut härter, auch diese Produktion ist gelungen; Cube: "I flip shit for gang-bang n****s, I talk shit for insane n****s ..."/ Bewertung: 8/10
15.The game Lord - obwohl der vermeintlich schlechteste Track des Albums ganz stattliche Produktion, erinnert teilweise an Dr. Dres Produktionsstil/ Bewertung: 5/10
16.Chrome & paint - das kurze Tief des vorherigen Tracks ist sogleich wieder überstanden; WC bestätigt den passend gewählten Einsatz der guest artists; die Chemie zwischen den beiden Mitgliedern der Westside Connection stimmt immer noch; der Track vermittelt eindeutig jenes gechillte Lowrider Gefühl/ Bewertung: 9/10
17.Steal the show - gelungenes Zusammenspiel zwischen den Beats von Scott Storch und Cubes überzeugendem Flow/ Bewertung: 8/10
18.You gotta lotta that - zweiter Einsatz von Snoop Dogg und erneute Produktion von Lil Jon; textlich eher oberflächliches Thema/ Bewertung: 7/10
19.Spittin' pollaseeds - zu Ende noch einmal einer der besten Tracks; Kokane und WC passen perfekt in diesen eindeutigen Westcoast Track hinein/ Bewertung: 10/10
20.Holla @ cha' boy - noch einmal zieht Cube die Dienste Lil Jons heran und trifft sicherlich keine schlechte Entscheidung/ Bewertung: 7/10
Ich denke, diese Bewertung zeigt eindeutig, dass dieses Album sein Geld wert ist. Allein 150000 verkaufte CDs in den USA innerhalb der ersten Woche und der direkte Einstieg auf Platz 4 in den Billboard Charts sowie der Tatsache, dass dies ein Independent Album (also nahezu ohne jegliche Vermarktung), sollten Beweis genug dafür sein, dass Ice Cube mit "Laugh Now, Cry Later" erneut ein Meisterwerk gelungen ist.