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Laufen: Roman [Gebundene Ausgabe]

Jean Echenoz , Hinrich Schmidt-Henkel
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 7,95  

Kurzbeschreibung

2. Oktober 2009
Er hasst den Sport, aber er hat keine andere Wahl. Bei einem Wettkampf im „Reichsprotektorat" wird sein Talent als Läufer entdeckt; er ist siebzehn. Auf der ersten Meisterschaft nach dem Krieg läuft er zwei Landesrekorde. Sein Laufstil lässt zu wünschen übrig, aber er ist sein eigener Coach, trainiert mit schwerem Schuhwerk, hängt sich Gewichte ans Bein und erfindet den Endspurt. Auf der ersten Nachkriegsolympiade in London holt er Gold für die CSSR. Er wird zum Leutnant befördert. Vier Jahre später, in Helsinki, dreimal Gold. Die Welt jubelt ihm zu. Er hält acht Weltrekorde. Er wird zum Hauptmann befördert. Und läuft immer in Rot, der Farbe der proletarischen Revolution: Er ist zur Symbolfigur für den Erfolg des realen Sozialismus geworden. Nur einmal stand er auf der „falschen" Seite: Im „Prager Frühling", als er auf dem Wenzelsplatz von einem Panzer herab die sowjetischen Soldaten aufforderte, nach Hause zurückzukehren. Er wird für acht Jahre in ein Uranbergwerk verbannt, darf nach Prag zurück aber wenn er, zur Müllabfuhr relegiert, hinter einem Karren durch die Vorortstraßen läuft, jubelt ihm die Bevölkerung immer noch zu ... Die atemberaubende Karriere des Langstreckenläufers Emil Zatopek ist zwischen zwei historische Daten gespannt: die Besetzung seiner Heimat 1939 durch die Deutschen und der Einmarsch der Russen 1968, der dem „Prager Frühling" ein Ende machte. Und wie nebenher gerät Echenoz der kleine Roman, den er aus Zatopeks Leben spinnt, zu einer bestürzenden Parabel der Diktatur.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag (2. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827008638
  • ISBN-13: 978-3827008633
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 94.423 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Der Kanzlerin Angela Merkel hat dieses Buch ausnehmend gut gefallen." (Süddeutsche Zeitung ) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Der Verlag über das Buch

Nach seinem Ravel legt Echenoz eine neue literarische Preziose vor, das fiktionale Porträt einer Person der Zeitgeschichte, gewonnen aus nichts anderem als ihren biographisch verbürgten Elementen: Laufen ist ein Roman über Emil Zatopek, den schnellsten Langstreckenläufer aller Zeiten, der weltberühmt wurde als "die tschechische Lokomotive".

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Denkmal für eine Sportlegende. 17. Dezember 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Laufen kann er,--der sagenhafte tschechische Läufer Emil Zatopek!

Zu Beginn des zweiten Weltkriegs 1939 entdeckt er seine Freude am Laufen, obwohl ihn Sport bis dahin nie interessierte. Beim Militärdienst,zu dem er als 17 Jähriger antritt, entdeckt man sein Talent und er läuft, und läuft, und läuft! Mit anfänglich noch unausgebildetem Laufstil gelingen ihm doch schon bald erste Erfolge. 1953 erklimmt er den Gipfel sportlicher Leistung und wird Olympiasieger in drei Langstreckendisziplinen.

Seine Karriere als Läufer nimmt überraschende Formen an, und parallel dazu verläuft seine Beförderung beim Militär. "Die tschechische Lokomotive" wird er genannt, und sein Laufstil bleibt für alle seine Zuschauer und Konkurrenten ein Wunder.

Im Hintergrund ziehen die politischen Machthaber ihre Strippen, und Zatopek bleibt ein Läufer, den beinahe nichts anderes interessiert. Fast ohne es zu bemerken, wird er sein Leben lang zum Spielball der politischen Verhältnisse. Zuerst läuft er für das "Reichsprotektorat" Böhmen und Mähren. Nach dem Ende des Krieges läuft er zunächst im Namen der Volksrepublik Tschechien und später des "Sozialismus" bei Wettkämpfen in aller Welt. Er erkämpft sich eine Trophäe nach der anderen. 1968 erwischt ihn der Prager Frühling dann auf der falschen Seite: nun wird er degradiert und läuft in den Strassen Prags für die Müllabfuhr. Seine Anhänger, die ihn auf jedem Platz und an jedem Ort der Welt bejubeln, verliert er nie.

Jean Echenoz hat am Beispiel des legendären Sportlers und Läufers erzählt, wie man den Sport zu politischen Zwecken nutzen und den Menschen zum Werkzeug eigener Ideologien missbrauchen kann. Der Ton, im dem er seine Geschichte erzählt, zeigt den Läufer Zatopek als naiven, lieben Mann, der nur ein Ziel kennt: Laufen! Dass der Autor mit seinem Bericht einen exklusiven Politikthriller verbindet, in dem das Klima und die Beschaffenheit eines verruchten Systems karikiert wird, macht sein Buch zu einem amüsanten und anspruchsvollen Unterhaltungsroman. Man folgt belustigt den Kehrtwendungen und den Auf -und Abwärtsbewegungen des Läufers Emil Zatopek, die von den politischen Strömungen seiner Zeit umrahmt werden. Jean Echenoz hat dem legendären Läufer Emil Zatopek ein würdiges Denkmal mit seinem kleinen Roman gesetzt.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Für die Älteren wird sein Name immer verbunden bleiben mit dem "Laufen", auch wenn sie ihn, wie der 1954 geborene Rezensent, nie haben laufen sehen. Die Rede ist von der "tschechischen Lokomotive" Emil Zatopek, dem der französische Schriftsteller Jean Echenoz mit dem vorliegenden, nur schlanken 125 Seiten umfassenden Roman ein wunderbare literarisches Denkmal gesetzt hat.

Schon in seinem Buch über Maurice Ravel hat Echenoz gezeigt, wie er ein Leben in seinen Facetten so zwischen zwei Buchdeckel bringen kann, dass man das Gefühl hat, man wäre mitten in diesem Leben drin.

Zunächst hatte der später berühmte Läufer mit dem Sport nichts im Sinne. Bei einem Wettkampf im "Reichprotektorat" wird, er ist gerade siebzehn Jahre alt, das Talent Emil Zatopeks entdeckt. Er läuft, um anderen einen Gefallen zu tun, und gewinnt erst mit der Zeit eine eigene Freude an der laufenden Bewegung. Zwar hebt er sich durch einen eigenen Laufstil von allen anderen ab - er sollte ihm bald den Vergleich mit der Lokomotive einhandeln, den er nie wieder loswurde-, er besteht auch bis zum Ende seiner Laufbahn auf seinen eigenen Trainingsmethoden, doch schon vor dem Krieg , und erst unter den neuen kommunistischen Machthabern nach 1945 wird er zum Objekt andere Interessen. Seine Erfolge und Siege sind für die kommunistischen Diktatoren unter der Fuchtel Moskaus willkommene Zeichen für die Überlegenheit ihres Systems, das glauben sie tatsächlich. Emil läuft immer in einem roten Trikot, der Farbe der Revolution, um seine Vorgesetzten im Militär zu beeindrucken, in das er bald aufgenommen wird und in dessen Hierarchie er mit jedem seiner glorreichen Siege weiter aufsteigt. 1948 bei der ersten Nachkriegsolympiade in London holt er Gold und 4 Jahre später in Helsinki, läuft er über 5000 Meter, über 10 000 Meter und über die Marathonstrecke zu unglaublichen drei Goldmedaillen.

Jean Echenoz nähert sich dem Leben dieses Ausnahmesportlers sehr feinfühlig und zurückhaltend. Dabei wechselt er dauernd ab zwischen Nähe und auch ironisch getönter Distanz.

Als Emil Zatopek, seine aktive Laufbahn ist längst vorbei, während des Prager Frühlings 1968 zum ersten Mal in seinem Leben auf der falschen Seite steht, wird er aus der Armee ausgeschlossen und in die Uranminen geschickt. Später, als man ihn wieder nach Prag zurücklässt und ihn als Müllfahrer beschäftigt, hat das auch keine lange Dauer, denn die Menschen kommen morgens aus ihren Häusern und feuern ihren Müllmann an wie früher.

"Laufen" ist so nicht nur eine wunderbare erzählte, zum Teil fiktionale Geschichte über einen beeindruckenden Menschen, sondern es ist gleichzeitig eine stille Anklage gegen die Diktatur in jeder Form.

Das Buch ist ein absoluter Lesegenuss, seine Sprache ist stellenweise fast poetisch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch kann ich wirklich empfehlen. Es ist nur 125 Seiten lang, hat eine sehr einfache Sprache und schildert sehr eindringlich das Leben der Lauflegende Emil Zatopek mit all seinen Höhen und Tiefen. Dabei fällt vor allem der Stil des Autors auf, der Roman ist in Gegenwartsform beschrieben. Man meint als Leser hautnah dabei zu sein. Echenoz schafft es, das oft harte Leben des Laufstars sehr interessant und kurzweilig zu beschreiben. Zatopek gilt auch heute noch als einer der größten Läufer der Welt, seine Erfolge bei den Olympischen Spielen in Helsinki werden auch in diesem Roman ausführlich thematisiert. Wer sich fürs Laufen, aber vor allem auch für die Bedingungen interessiert, die in einer Diktatur vorhanden sind, um erfolgreich zu sein, dem sei dieses kleine Werk dringendst empfohlen. Echenoz hat einen besonderen Stil, Biografien auf das Wesentlichste zu beschränken.
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4.0 von 5 Sternen Die literarisierte tschechische Lokomotive
Der französische Schriftsteller Jean Echenoz ist kein Historiker, geschweige denn ein Sporthistoriker. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Dr. Reinhard Lahme veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Laufen ist schreiben
Einer der besten literarischen Texte über die Kunst zu laufen und die Art zu schreiben: da wird der Marathon zur Kurzgeschichte.
Vor 4 Monaten von K. Schinkel veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Großartig
Großartiges Buch. Kurz und umso beindruckender wird ein ganzes Läuferleben und eine Gesellschaft beschrieben. Auch für Nichtsportler, bzw. wenn man Hrn. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von I. Egger veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen ermüdend...
Ich habe mich sehr auf diese Buch gefreut, ist doch Zátopek für alle Läufer eine Ikone. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Erich Strehler veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen im Lauftempo durchgelesen
Was für eine wahre Geschichte, überraschend, lustig und beeindruckend.
Nach dem Lesen musste ich mir erst einmal auf you-tube.de seinen Laufstil ansehen.
Vor 22 Monaten von Rotstein veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines einfachen Mannes...
...erzählt uns der französische Autor Jean Echenoz in seinem Buch -Laufen-. Dabei geht es in dem schmalen Band von 126 Seiten um das Leben der tschechischen Lauflegende... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Mai 2011 von Thomas Knackstedt
4.0 von 5 Sternen Ein Ausnahmeläufer und seine Zeit
Dieses Buch ist ein Mischbuch. Stellenweise erzählt es fast berichtartig von den sportlichen Erfolgen des tschechischen Ausnahmeläufers Emil Zatopek, dann ist es wieder... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Februar 2011 von Villette
5.0 von 5 Sternen Das Leben der "tschechischen Lokomotive"
Emil Zatopek (1922-2000) ist einer der bekanntesten Tschechen des 20. Jahrhunderts. Der französische Autor Jean Echenoz hat nun einen kleinen aber feinen Roman über das... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. August 2010 von Biene Maya 2013
5.0 von 5 Sternen Wer den Sport liebt
... der sollte dieses Buch lesen. Durchweg auf hohem sprachlichen Niveau zeichnet es ein Zeitbild der politischen Zustände in der CSSR von 1939 bis 1968 anhand der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juli 2010 von Tümpelfrosch
3.0 von 5 Sternen Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft...
Intro: Ein flüssig, salopp, spritzig, aufgestellt gehaltener Roman, über eine Sportlerlegende, die es tatsächlich gegeben hat, EMIL ZATOPEK! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. November 2009 von A. Zanker
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