Mit seinem Film "Im Laufe der Zeit" versetzt Wenders uns in eine öde Ecke an der Innerdeutschen Grenze der Bundesrepublik der sechsiger Jahre, wo das Leben ein anderes Tempo hat: abgeschnitten von seiner Vergangenheit ist es noch nicht fertig für die neue Zeiten. Das gilt auch für die beiden Hauptdarsteller, die sich, in der fast poetischen Atmosphäre dieser verlorenen Landschaften, aufmachen, ihre Vergangenheit von sich abzuschütteln, um ihr Leben weiterführen zu können.
Wenders hat nach meiner Meinung hier ein Roadmovie an eine Psychologie der Trägheit geknüpft, die für mich höchst originell ausgefallen ist. Tempo und Action gibt es nicht in diesem Film, dafür aber eine lange Besinnung auf die Wurzeln unserer Existenz. Nach "Paris Texas" für mich der schönste und jedenfalls der poetischste Film von Wenders.
Was mich aber total stört, ist die viel zu niedrig eingestellte Tonstärke der gesprochenen Texte (zum Glück gibt es ddavon nicht so viele). Verstärkt wird es noch durch die viel zu lauten Hintergrundgeräusche. Möglicherweise nur bei meinem Exemplar - aber trotzdem dafür ein Minuspunkt.