Einst lebten sie zusammmen in einer bunt gemischten Studenten-Wg in Barcelona. Dann ist jeder in sein eigenes Leben verschwunden, damit nun, 5 Jahre später, ein erneutes Treffen der multikulti WG zustande kommt.
Aufgebaut ist der Film ähnlich wie der erste Teil. Xavier, inzwiscchen Schriftsteller, mit mehr oder weniger Erfolg, ist der Erzähler mit genüsslichem französischen Akzent. Alle anderen Gespräche erfolgen (wenn man es sich denn zutraut), in der entsprechend gesprochenen Sprache mit deutschem Untertitel. In meinen Augen die bessere Variante des Genusses.
Es geht, wie sollte es auch anders sein, um Liebe, Karriere und das Leben. Und das Leben von Xavier ist durcheinander. Er fliegt von einer Situation in die andere, und entsprechend häufig wechseln die örtlichkeiten.
Er trifft der eher umstrittenen Bruder (William) seiner ehemaligen WG-Mitbewohnerin in Paris. William hat schon damals durch Vorurteile geglänzt. Und sich nicht nur Freunde gemacht.
Und so lässt er es sich natürlich nicht nehmen, einer hübschen Französin zuzurufen: "Voulez vous coucher avec moi?". Was er damit begründet: "Wollte ich immer schonmal fragen". Wer wollte das nicht? William hat sich getraut. Und mich (den Zuschauer) hat es köstlich amüsiert.
Und von solchen unerwarteten komischen Einlagen lebt der Film. Nein, die Handlung ist natürlich auch wichtig.
William, der sich erst ein Jahr Zeit nimmt, Russisch zu lernen, um seiner Herzdame wieder zu begegnen, läd nun alle zu seiner Hochzeit ein.
Womit die schon international bunt gemischte Truppe noch erweitert wird.
William liebt also seine Russin. Und er ist doch nicht reifer geworden als er damals war.
Und Xavier? Wen liebt er eigentlich? Da kämen viele in Frage..... ... ... Oder doch nur eine? Auch seine Ex liebt. Aber wen nur? Jeder liebt jeden und eine Frau liebt eine Frau, die sie dann doch nicht liebt.
Wer schon immer einmal etwas tun oder sagen wollte, was er sich nicht getraut hat, weil es zu verrückt war.... Hier wird er sehen, wie's gemacht wird.
"Auf der Welt leben 4 milliarden Frauen... Schön, dass man sich für eine entscheiden kann". Dieser eigentlich finale Satz gilt William, mit Ernst, Xavier, mit Zorn, sich selbst, mit Ironie.
L'auberge Espagnole 2. So bunt wie das Leben, ist dieser Film. Und auch wenn es keine herkömmliche Kommödie ist. Man hat Freude, trauert mit, und schüttelt den Kopf.
Willkommen im realen Leben.