Die Dumont-Kunstreiseführer richten sich bekanntlich an Kunstinteressierte und der Kunstliebhaber kommt bei den Texten und Fotos auch voll auf seine Kosten: vor Ort lässt sich das Buch gut handhaben und auch zur Einstimmung auf Sehenswürdigkeiten gut lesen.
Alle anderen Merkmale eines Reiseführers sind jedoch mangelhaft: das Kartenmaterial ist oberflächlich und ständig sucht man, auf welcher Seite sich denn nun ein Stadtplan oder eine Übersichtskarte zur Region findet. Praktische Reiseinformationen zu Wartezeiten vor Museen oder einfach nur ein paar simple Erfahrungen mit der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten fehlen komplett.
Ärgerlich war die Besichtigung von Viterbo: nach einem sehr oberflächlichen Stadtplan versucht man die vorgeschlagene Route abzulaufen, findet aber mehr Routenbeschreibung als Kunstbeschreibung. Ein guter Stadtplan mit der Einzeichnung der Sehenswürdigkeiten wäre besser gewesen.
Der Kunst-Reiseführer ist ohne einen weiteren Reiseführer mit praktischeren Informationen nur halb so viel wert: man hätte doch auch mal gerne ein paar genauere Informationen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, Angaben zur zeitlichen Länge von Fußmärschen und deren Beschwerlichkeit, auch den einen oder anderen nicht-kulturellen Tipp.
Der "Führer" wirkt sonst wie ein Buch, dessen Verfasser die Beschreibungen unter dem Berg vielfältiger Kunstliteratur vom heimischen Schreibtisch aus geschrieben hat und die geschickten Informationen der Reisebüros irgendwie noch in den Anhang rein schreibt.
Auch von einem Kunst-Reise f ü h r e r erwarte ich mehr. Mittlerweile ist die Gestaltung von Reiseführern, auch im kulturellen Teil, weiter fortgeschritten. Ein antiquierter Reiseführerstil, dessen letzte "Revolution" immerhin die Einbindung von Farbfotos statt schwarz-weiß Fotos gewesen ist.