LaTeX ist etwas, womit man sich im wissenschaftlichen umfeld irgendwann auseinander setzen muss. die menschliche natur (zumindest meine) führt dazu, dass dies eher später als früher statt findet. dieses buch ist aber ein guter grund, etwas früher damit zu beginnen. es hat zwei wesentliche stärken: (1) der kompakte umfang, welcher einen (mal länger, mal kürzer) durch einige wichtigen aspekte von LaTeX führt und einem einen schnellen lernerfolg beschert und (2) die beigelegte cd-rom, welche einem die problematik, sich auf einem ctan-server die notwendigen files zusammen zu suchen, erspart. darauf befinden sich neben dem MikTeX auch noch die ghostscript tools, welche zum erstellen und anschauen von .ps dateien notwendig sind.
der inhalt ist wie gesagt kompakt, gut verständlich und ausserdem (zumindest nach meinem eindruck) fehlerfrei. damit hat man ein steckenpferd, um sich mit der praxis des 'text programmierens' anzufreunden. am ende der lektüre hat man von den wichtigsten aspekten etwas gehört und kann zumindest was den textkörper sowie formeln betrifft, schon ziemlich viel.
bis das erste wissenschaftliche paper allerdings wirklich so aussieht, wie diejenigen der vorbilder in den reputierten zeitschriften, dauert es noch ein bisschen länger. mein tipp hierfür ist, dass man sich ein latex-template eines solchen artikels organisiert. diesen sollte man dann mal grob betrachten und den aufbau und die komponenten verstehen. danach sukzessive das original mit dem eigenen text ersetzen und laufend testen, dass es noch kompiliert werden kann. nach und nach getraut man sich, in den einstellungen und formatierungen des gesamtdokuments auch etwas mehr. dies kombiniert, mit beharrlichem suchen im internet nach zusätzlichen tricks und details, scheint zumindest für mich der angebrachte weg in richtung professionelles verfassen von artikeln zu sein. den stern abzug begründe ich übrigens damit, dass eben gerade, was das handling von gesamtformatierungen und auch dinge wie die literaturverwaltung (BibTeX -- ein thema für sich!) etwas gar kurz geworden sind oder teilweise fehlen. zumindest ein hinweis darüber, wo die probleme lauern, wäre für die vierte ausgaben wünschenswert.