Ein weiterer Release aus Schweden hat eben gerade den Weg in die Anlage hinter sich gebracht und rotiert nun fröhlich vor sich hin. Nachdem Mustasch Ende 2005 den Musikriesen EMI verlassen haben und im Mai des folgenden Jahres auf eigene Verantwortung eine 6-Track-EP unters Volk brachten, ist es mit neuem Label im Rücken und elf neuen Songs, endlich an der Zeit für Album Nummer vier. Um es auch gleich ordentlich zu machen, ließ man "Latest Version Of The Truth" bei Vlado Meller in den Sony Music Studios im Großstadtdschungel New Yorks mastern. Eben genannter wurde auch schon für Größen wie Audioslave, Metallica und Slayer tätig. Diese Wahl macht sich dann auch beim Sound bemerkbar. Die neuen Mustasch sind trotz inhaltlicher Wiedererkennbarkeit deutlich erdiger und massiver als zuvor, was den Songs genau das Quäntchen mehr gibt, das sie benötigen, um zu glänzen. Mit 'In The Night' wählte man den perfekten Opener - ein Song, der perfekt das einleitet, was den Hörer im späteren Verlauf von "The Latest Version Of The Truth" noch erwarten wird. Es gibt knackige Beats, Retroriffs und die nötige Schwere. Der Song ist musikalisch irgendwo zwischen Danzig und The Cult anzusiedeln, was teils sicher damit zu tun hat, dass man eine stimmliche Ähnlichkeit Ralf Gyllenhammars mit Ian Astbury nicht verleugnen kann. 'Double Nature' ist ein treibender Rocker, dem ich zusätzlich zu den eben genannten Vergleichen noch ein wenig Black Sabbath hinzufügen möchte und den ich hier auch gleich mal als Anspieltipp nenne. Wenn die Gitarren für die Masse und die Beats für das treibende Vorwärtskommen des Songs sorgen, so sind es die orchestralen Parts, die diese Nummer stellenweise schweben lassen und sie zur Hymne des Albums mutieren lassen. 'Falling Down' nähert sich der Erde noch mehr, vereint sich geradewegs mit ihr - ein rotziger Doomer und spätestens der Song, der einem die Entscheidung abnimmt, das Album definitiv bis zum Ende hören zu wollen. Dass sich das lohnt, beweist das sich hinterrücks anschleichende 'I Wanna Be Loved' ebenso wie das schwer groovende, inspirierende, zum Mitwippen verleitende 'Spreading The Worst', in dem sich sogar ein wenig Soundgarden oder Audioslave herausschmecken lassen. "Latest Version Of The Truth" dürfte für Regain Records der Bringer im Monat Mai sein. Fans von Danzig, Black Sabbath, The Cult und Audioslave sollten sich bei ihrem Plattendealer schon mal anstellen, um das Scheibchen pünktlich am 25. Mai ihr Eigen nennen zu dürfen.