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Lateralus [Musikkassette] [US-Import]
  

Lateralus [Musikkassette] [US-Import] [Import]

von Tool
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Produktinformation

  • Hörkassette (15. Mai 2001)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Format: Import
  • Label: Volcano
  • ASIN: B00005B36K
  • Weitere Ausgaben: Audio CD  |  Hörkassette  |  Schallplatte
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (159 Kundenrezensionen)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer auf intelligente, intensive und trotzdem harte Rockmusik steht, der hat ewig gewartet, bis die Herren Carey, Chancellor, Keenan und Jones ihren Business-Stress, ihre respektiven Auszeiten und Nebenprojekte hinter sich hatten und endlich wieder gemeinsam den Proberaum betraten. Offensichtlich haben sich die neuen Erfahrungen gelohnt und sind in die Arbeit an Lateralus mit eingeflossen. Diese Tool-CD ist ein neuer Schritt in die Richtung, in die ihr Meilenstein Aenima bereits zeigte.

Geblieben sind die Lust am tighten Zusammenspiel, an Dynamik- und Lautstärke-Variationen, vorbei ist es allerdings mit den gerade noch traditionellen Songstrukturen und den Bang-kompatiblen Riffs. Die Songs, die in der Regel zwischen sieben und elf Minuten lange kleine Opern sind, zeigen ebenso selten das Strophe-Refrain-Schema wie den 4/4-Takt, sind aber durch spielerisches Können und eine glasklare Produktion durchweg spannend zu verfolgen. Die von Maynard Keenan angestrebten beklemmenden Atmosphären bauen sich beängstigend intensiv zwischen den Ohren auf. Fast einen Ausnahmestatus hat da "Parabol", wo die Kapelle treibend und gerade nach vorne rockt, als wollten sie schnell noch beweisen, dass sie in Sachen Druck und Tightness immer noch die meisten an die Wand spielen kann.

Einigen wird die Kopflastgkeit des Albums sicher nicht zusagen, doch wer Intelligenz, Kompetenz und Metal nicht unbedingt als Gegensatz ansieht und die Herausforderung zur Auseinandersetzung mit komplexem Material nicht scheut, der wird an Lateralus seine helle Freude haben. --Wolfram Denzer

INTRO

Vor kurzem ließ Maynard James Keenan noch verlauten, dass der Großteil aller Bands seiner Meinung nach nur noch die Soundtracks zu kurzen Clips machen, um diese dann bestmöglich zu vermarkten. Diese Kollegen hätten alle verkannt, dass Musik in erster Linie Kunst und nicht Transportmittel für Image und Attitüde sei. Tool in diese Gruppe Künstler einzuordnen, war schon immer abwegig - doch spätestens nach diesem Album ist dieser Gedanke mehr als absurd. „Lateralus“ fängt da an, wo Songs wie „Pushit“ und „Third Eye“ aufhören. Und das zeigt nicht nur – aber auch - das Display des CD-Players, denn lässt man die kurzen Interludes und die Stücke, die als Prolog für die darauffolgenden Monumental-Epen dienen, weg, gibt es keinen Track unter sechs Minuten Länge. Zwischen Aggression und Elegie winden sich die Songs um einen roten Faden, der das ganze Album durchwebt. An diesem Faden orientiert, verlieren sie sich immer wieder in ausufernden, verschachtelten Instrumentalpassagen, bis dann allmählich wieder bekannte Elemente auftauchen - konventionelle Songstrukturen und Hooklines müssen hier noch hartnäckiger gesucht werden als auf „Aenima“. Doch alle, die nach so vielen Jahren große Innovationen erwartet haben, können zumindest hoffen, dass sich die Platte nach dem fünften oder sechsten Durchlauf offenbart, denn „Lateralus“ ist nüchtern betracht „nur“ die konsequente Fortsetzung des Vorgängers. Des öfteren hat man den Eindruck, dass Passagen oder Themen der Vorgängeralben aufgegriffen werden und kann beim ersten Hören schnell das Gefühl bekommen, dass nicht allzu viel neues zu Ohren kommt. Doch wer sich auf das Album einlässt, wird keineswegs enttäuscht werden, denn keine andere Band dieses Genres vermag es, so virtuos und geradezu selbstverständlich Elfminutenkompositionen ohne eine Nuance Langeweile zu verfassen wie Tool.

Christoph Becker, Till Stoppenhagen / Intro - Musik & so
mehr unter www.intro.de


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52 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die totale Perfektion, 19. Juli 2006
Rezension übernommen von: Lateralus (Audio CD)
Über dieses Album ist schon so viel geschrieben worden, Anbetungen, obskure Theorien über "versteckte" mathematische Formeln, scharfe Kritiken ob der Unhörbarkeit der vertrakten Stücke, den Größenwahn der vier Musiker usw.

Wie man es auch sieht, letztendlich ist auch hier der jeweilige Geschmack des Hörers der einzige Faktor, der entscheidet ob das Album gefällt oder nicht. Und doch muss man hier immer wieder darauf hinweisen, dass einmaliges und oft auch zehnmaliges Hören des Albums nicht reicht um eine fundierte Meinung abzugeben. Ich denke jeder Hörer, der ein wenig Ahnung von Musik im Allgemeinen hat, wird zumindest die technische Perfektion unbestreitbar als gegeben anerkennen müssen. Nur ist diese Perfektion keine Grundlage, auf die man Musik allein einschätzen kann.

Wie so viele war ich von der Aenema jahrelang begeistert. Natürlich auch erst nach vielen ersten Versuchen in diese spezielle Art von Musik hineinzufinden. Als dann Lateralus veröffentlicht wurde, kam es mir so vor, als hätte die Band sich nur selbst kopiert. Kein neuer Weg wurde beschritten, keine neuen Ideen eingebracht, alles war einfach komplizierter und weniger eingängig.
So brauchte ich bei dieser Scheibe weit länger als beim Vorgänger bis es klick machte, seitdem vergeht aber keine Woche mehr, in der ich das Album nicht mindestens einmal auflege. Und das nach fast 6 Jahren.
Tool hatte mal wieder ein Album für die Ewigkeit geschaffen, mehr noch als bei der Aenema, bei der einige Stücke nicht mehr so häufig von mir abgespielt werden, ist kein Song wirklich hervor zu heben, es wirde einfach nicht langweilig, was gerade an der hohen Komplexität liegt, man kann auch nach Jahren immer noch neue Seiten entdecken.
Ein Kumpel fragte mich mal, warum er sich denn die Arbeit antun solle, eine Scheibe 20-mal anzuhören, um dann zu entscheiden ob ihm die Musik gefällt. Ich fand die Frage absolut berechtigt, niemand wird dazu gezwungen, ich bin nur der Meinung, dass ihm dadurch etwas entgeht.
Aber wie kann man denn nun auf leichterem oder schnelleren Wege in den Genuß kommen? Zuerst muss man offen für etwas absolut neues sein, dann einen Draht zu Rockmusik haben (ich hörte vorher wie so viele Nirvana, RATM, Pearl Jam, Led Zep, Metallica... also nichts besonders undergroundiges) und vielleicht auch einen Faible für den Stil der Band haben, wie sie sich mit Albumcovern, Videos, Fotos usw. visuell nach außen präsentieren. Grundsätzlich ist die Musik sowieso sehr visuell angelegt, noch ein Grund für die lange Halbarkeit.
Recht eingängig finde ich die Stücke Parabol/Parabola, Lateralus, für hörer, die auf mystische Stimmungen stehen Reflection und Disposition. Schism ist meiner Meinung nach zwar ein tolles Lied, braucht aber im Vergleich länger um die Gehörgänge für sich zu gewinnen. Möglicherweise mit dem Video zusammen.

Schlussendlich muß ich sagen, dass man mit der Aenema, der Lateralus und auch der 10.000 Days meiner Meinung nach nicht nur drei Alben hat, die man hin und wieder hört, sondern ein großes Stück musikalischer Kunst, welche die Substanz einer ganzen Plattensammlung abdeckt.

Also, nicht sofort abschrecken lassen, einfach ein wenig Zeit nehmen und abwarten.
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29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen We barely remember what came before this precious moment, 16. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension übernommen von: Lateralus (Audio CD)
Worte finden. Wirkung zeigen. Was ist hier eigentlich gerade passiert? Oder noch besser: Was passiert hier gerade?
Das Telefon klingelt. Zum weißdergeierwievielten Male. Mein Finanzoptimierer will mir erklären, dass ich eine höhere Rendite bei niedrigeren Beiträgen haben könnte, wenn ich meinen Rentenversicherungsträger wechsle. Wichtig. Eigentlich. Aber zum Teufel mit der Rendite. Hier singt Maynard James Keenan. Prioritäten setzen. Denn das ist wirklich wichtig! Das Telefon wird ausgestöpselt, das Handy ins Kissen eingenäht und die Türklingel abgeschraubt. Kopfhörer auf und Volume Richtung Max. gedreht. Wo war ich stehengeblieben? Richtig. Bei wichtig. Revolutionen fordern eben Opfer. Auch musikalische. Der nächste, der stört, kommt auf die Guillotine. Oder darunter. Oder wo auch immer eine Köpfmaschine wehtut. Maynard James Keenan. Tool. A Perfect Circle. Deftones. Stationen musikalischer Vollkommenheit und der Befreiung von Zwängen. Wen 'Parabol' zu 'Parabola' kalt lässt, wird mit No Angels, Bon Jovi oder Phil Collins nicht unter zehn Stunden bestraft. Industrial? Nu Metal? Alles Kasperkram. Hier ist von Tool die Rede. Nicht von unsinnigen Schubladen, die keiner braucht. Depressiv? Quatsch. Depressiv machen die Charts mit millionen Platten, die musikalisch Schwachbegabte an mediengeleitete Lemminge verkaufen. Tool. Für die Emotionen, die ein Song wie 'Ticks & Leeches' freilegt, gibt es kein Wort in niemandes Sprache. Überhaupt. Worte zu finden, während Maynard James Keenan seine Visionen intoniert, ist ungefähr so, als versuche man, die Wirkung von Starkstrom zu erklären, in dem man an die Leitung fasst. Kurz, ganz ganz kurz wird jedem klar, wie es wirkt. Aber nachvollziehen kann es niemand, der nicht selbst anfasst. Wie 'Triad' beschreiben? Ein Song, der auf mich durch und durch befreiend wirkt, lässt andere Menschen in positiver Beklemmung erstarren. Welche Faszination auch immer von 'Lateralus' ausgehen mag ist nicht wichtig. Wichtig ist allein die Tatsache, dass dieses Album Faszinationen ausstrahlt. Maynard James Keenan und seine Mitstreiter sind keine Revolutionsführer. Sie sind die Philosophen, die die Ideen vorgeben. Der Revolutionsführer steckt in jedem von uns. Wie diese Revolution dann vonstatten geht, ist Mentalitätssache. Was passiert hier also wirklich? 'Lateralus' verändert nicht die Welt da draußen, aber für eine Albumlänge erlebe ich meine ganz private Revolution, meine Gedanken kreisen auf einem entfernten Orbit aus berauschenden Klängen und Tönen, und nach gut 80 Minuten kann ich sagen: ich habe die Perfektion gehört! Auch das geschieht wirklich...
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41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen ein verdammt harter Brocken, 2. Mai 2004
Rezension übernommen von: Lateralus (Audio CD)
"Lateralus" war mein Einstieg in die Welt von Tool. Es war ein harter Einstieg, als würde man ins eiskalte Wasser springen. Doch genauso wie sich der menschliche Körper mit der Zeit an die Temperatur des Wasser gewöhnt, gewöhnt man sich an dieses einzigartige Stück Musik.
Zuerst besticht natürlich das geniale Artwork des Albums. Fotos der Band oder Songtexte fehlen im Booklet, stattdessen findet man einige abstrakte Bilder, die auf Folie gedruckt sind. Es tauchen Parallelen zur Musik auf: zunächst findet man die Bilder, die einen systematischen "Scheibenschnitt" eines Menschen zeigen, etwas abstoßend, doch später entdeckt man die vielen kleinen Geheimnisse, die in ihnen versteckt sind (Beispielsweise steht das Wort "God" auf einer der Folien im Gehirn des Mannes).
Zur Musik: Der Hörer wird mit einem großen achtminütigen Brocken willkommen geheißen. "The Grudge" nennt sich dieser Song und zeigt auch sogleich, was einen erwartet. Breaks, Taktwechsel, Refrain Fehlanzeige, harter Gesang, gefühlvoller Gesang, genialer Bass, Wutausbrüche und Songverästelungen, die einen aber meistens wieder auf den Ausgangspfad zurückbringen. Genial, aber sehr komplex und schwer zu erschließen. Aber wenn man "The Grudge" einmal verstanden hat, macht es doppelt Spaß. Wenn man genau weiß, wann der nächste Break kommt, was jetzt passiert. Dieser Aspekt macht den Reiz der Tool-werke aus. Mit "Eon Blue Apocalypse" folgt ein knapp einminütiges Instrumental, das sofort verzaubert, die erzeugte Spannung aber in Hoffnungslosigkeit ausufern lässt. "The Patient" dann beginnt für Toolverhältnisse sehr langsam und ruhig. Doch in Maynards Stimme schwillt wieder diese Bedrohung an. Mit einer Explosion explodiert nach 2 Minuten dann die Bombe, die Verzweiflung nimmt ihren Lauf. Der Song rollt weiter über den Hörer hinweg, gegen Ende laufen sogar zwei verschiedene Gesangslinien übereinander, die dem Hörer einiges an Aufmerksamkeit abverlangen. Danach wird es wieder leiser, aber die mystischen perkussiven Trommeln sind garantiert keine Befreiung. Es geht weiter nach unten. "Mantra" verstärkt die Hilflosigkeit des Hörers durch Klänge, die an Walgesänge erinnern. Sehr mystisch. Nach einer Minute setzt dann "Schism" ein, das meiner Meinung nach einer der genialsten Songs aller Zeiten ist. Das Bassriff befremdet und der Gesang Maynard James Keenans jagt einem kalte Schauer über den Rücken. Die Worte "We discover communication" vefolgen einen. Nach drei Minuten wird es dann leise. Der Schrecken nimmt seinen Lauf. Klänge, von denen man gar nicht wissen will, wo sie herkommen, dringen ans Ohr und später setzt Maynard mit einem unheimlich gefühlvoll-verzweifelten "From Silence held" ein. Erneuter Spannungaufbau folgt, harte Gitarrenriffs. Der Song kehrt aufden ursprünglichen Pfad zurück. Doch etwas hat sich verändert. Keine Verzweiflung mehr, eher Wut. "Oh-oh, gleich kommt der Weltuntergang" denkt man nur noch und der Double-Bass hämmert auf den Hörer ein. Vorbei. Nach 7 Minuten. Bei "Parabol" glaubt man zunächst, auf der sicheren Seite zu sein. Ruhig und gemächlich singt Maynard vor sich hin. Bei dem Hörer erzeugt dies zunächst ein Gefühl des Wohlseins. Denkste. "Pain is an illusion" und dann setzen wieder die brachialen progressiven Powergitarren ein. "Parabola" heißt die Fortsetzung von "Parabol". Der geniale Song wird getragen von unerwarteten Kehrtwendungen, Hoffnungen (die auf dem Album ziemlich selten sind) und dem poetischen Text. "Dieser Körper hält mich hier unten fest, und er erinnert mich an meine eigene Vergänglichkeit. Schmerz ist nur eine Illusion." Nach 5 Minuten klingt "Parabola" dann langsam aus und lässt den Hörer mit den Fröschen (!) im Wald allein. Im Horrorwald. Wo an jeder Ecke ekelhafte Viecher lauern, die nur eines wollen: Blut. Zecken und Blutegel, die dich aussaugen und kraftlos zurücklassen. Aber wer würde sich einfach so aussaugen lassen? Etwa der kleine, unscheinbare Mann, der dort in der Ecke kauert und vom Schmerz singt? Nein, garantiert nicht. Und so nimmt dieser Mann, namentlich Maynard James Keenan, noch einmal seine letzte Lebenskraft zusammen und lässt einen Schrei fahren, der durch Mark und Bein dringt. "Ticks & Leeches" ist der aggressivste Track des Albums und erzeugt mit seiner Dreiteilung eine unheimliche Atmosphäre. "Lateralus" nimmt sich dann wieder die Wissenschaft zum Thema und erinnert daher etwas an "Schism", immerhin geht es um eine parallele Bewusstseinsebende, um das seitliche, laterale Denken. Der Zwischenteil ist mehr als imposant, hier erinnert Maynards Gesang sehr an "A Perfect Circle". Nach 9 Minuten ist "Lateralus" dann vorbei und öffnet die Pforte für den experimentellen Progressivteil des Albums. Dieser besteht aus einem 22-minütigen Song, der zwecks der besseren zugänglichkeit in drei Teile unterteilt wurde. "Disposition" ist sehr leise und baut langsam Atmosphäre auf. Die perkussiven Klänge und das gegen Ende an Peter Gabriel erinnernde Getrommel wirken sehr dumpf, begeistern aber auf jeden Fall. In "Reflection" kommt dann zu den Trommeleinlagen eine orientalische Melodie hinzu, auch der Gesang überzeugt. Das epische Ende dieses 11-minütigen Tracks bereitet den Weg für die instrumentale Donnerwalze "Triad". Dieser Song erschlägt den Hörer mit Brachialgitarren, verzerrten Schreien im Hintergrund und orientalischen Melodien. Wenn die Spannung dann unerträglich wird, setzen plötzlich harte Gitarrenriffs ein und "erlösen" den Hörer. Überlegter Double-Bass-Einsatz und intelligente Improvisationen, die aber trotzdem sehr durchdacht wirken, lassen beim Hörer das Gefühl eines "Finale Grande" aufkommen. Super Ausleitung. Dann Stille. Kommt noch was? Oder wars das nach 73 Minuten etwa schon? Der Hörer stellt sich Fragen und lässt in der zweiminütigen Pause, die nach "Triad" folgt, das Album nochmal Revue passieren. dabei sollte er diese Pause eher nutzen, um sich auf das folgende Feuerwerk einzustellen. Leise Töne streicheln das Ohr. Langsam wird es lauter, verkratzt, verzerrt, ein Drumsolo, Maynard mit verzerrter, schmerzerfüllter Stimme. "Faaip de Oiad" heißt das Outro und bedeutet soviel wie "Stimme Gottes". Für den Hörer ist all dies nur schwer erträglich. Es tut beim ersten Mal richtig weh. Erst nach mehrmaligem Hören dieses schmerzenden Stückes legt sich die Verstöhrtheit. Am besten krallt man sich im Sessel fest und hofft, dass alles schnell vorbei geht. Dann bleibt nach zweieinhalb Minuten dieses Gefühl, an etwas Epischen teilgenommen zu haben, das die meisten nicht verstehen und auch nicht verstehen können. Musik, die schmerzt und den Chrakter des Hörers nicht unverändert lässt. Garantiert nicht. Und sollte sie den Charakter des Hörers doch nicht verändern, so wird er auch keinen Gefallen an der CD finden. Das eine führt unausweichlich zum anderen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: "Lateralus" als Meisterwerk hinnehmen und darin aufgehen oder "Lateralus" in die Ecke schmeißen und diesen Alptraum so schnell wie möglich vergessen. Dazwischen gibt es nichts.
Für alle, die aud harte emotionale Musik am Rande der verzweiflung stehen und die Musik nicht nur nebenher hören (das geht bei Tool sowieso nicht), kann ich eine klare Empfehlung aussprechen. Das Album braucht sehr viel Zeit. Aber am Ende wird man reich belohnt. Versprochen.
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Veröffentlicht am 26. Januar 2008 von Stephan Braun

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