MGMT sind für Einige so eine Sache. Die Ansichten pendeln nach "Congratulations" zwischen "geniale Mainstreamverweigerer" bis "überschätzte Lieblinge von Musiknerds". Allein die Tatsache, dass die beiden Hauptakteure Musik studiert haben, macht es jedoch spannend, welche Auswahl sie für die Serie treffen würden. Und ich kann sagen: Diese ist gelungen, interessant und allein die Tatsache, dass viele Künstler für mich und sicher auch für ein Großteil aller Interessierten eher Unbekannte sind, ist den Kauf wert. Es ist, wie man sich die Musikempfehlungen eines Künstler vorstellt.
Das Album selber ist betont harmonisch und die Titel gehen in vielen Teilen so ineinander über, dass man es auch als ein großes Musikstück empfindet. Der Wechsel zu auch zeitlich völlig unterschiedlich aufgenommmen Stücken ist so fließend, dass man es fast nicht merkt. Tatsächlich streifen MGMT durch die Musikhistorie und wühlen dabei Kleinode aus dieser wie "Stop & Smell The Roses" von Television Personalities oder "Laughing Boy" von Julian Cope. Die Stücke sind fast durchgängig ruhig, was man aber nicht mit monoton oder soft verwechseln darf, da die Stücke wie "Pink Frost" von The Chills oder "Sparks" von Marvin Rev gerade zum Ende hin durchaus grooven können. Die Stärke aus meiner Sicht von MGMT, Stücke mit positiver Ausrichtung aufzunehmen, die dennoch tiefgründig und mit Abgründen versehen sind, findet sich auch in ihrer Auswahl wieder. Das Motto LateNightTales wird von MGMT perfekt getroffen. Mancher würde die Auswahl als "gechillt" bezeichnen. Ich habe das Wort bewusst vermieden, denn diese Auswahl kann man sowohl im Hintergrund gechillt laufen lassen als auch Vordergrund bewusst hören. Auf jedem Fall kommt dieses Album dem Konzept Album viel näher als viele Alben einzelner Künstler, die MP3 gerecht nur noch Zusammenstellungen sind. Natürlich könnte man sich auch hier die perlen picken, würde aber dann einen Aspekt des Ganzen mutwillig aufgeben.
Den einzige Kritikpunkt setzt MGMT selber mit ihrem Bauhaus Cover "All I ever want is everthing", was gleichzeitig auch ein Highlight ist. Meiner Meinung nach bricht das Stück den perfekten Fluss der Musik (zu stark)und wirkt in diesem etwas wie ein Fremdkörper. Das mag vielleicht sogar gewollt sein, wäre dann aber für mich ein Fehler. Für mich stört das aber nicht die Bestnote, weil es Kritik auf hohem Niveau ist.