Massy Tadjedin präsentiert mit ihrem Regie-Debut Arbeit, die viele gängigen Regisseure nie erreichen werden.
Die Rede ist hier von einem Film, in dessem Zentrum die Partnerschaft steht. Die Tatsache, dass wir zwar in der Gegenwart leben und in die Zukunft streben, in unserem Handeln jedoch maßgeblich von der Vergangenheit beeinflusst werden, wird hier einmalig dargestellt. Zu sehen ist eine Keira Knightley, die in ihrer scheinbar paradoxen Rolle als eifersüchtige, aber dennoch selbst in Versuchung geratende, junge Ehefrau erneut unter Beweis stellt, dass sie zu den führenden Charakterdarstellern ihres Alters zählt. Bemerkenswert ist auch die Darstellung von Guillaume Canet, der in der Rolle als Exfreund die Verbindung zwischen dem vielfach retuschierten Leben der jungen Ehefrau und der Vergangenheit wiederherstellt. Der Film beansprucht dabei keineswegs, die Antwort auf die Fragen der Moral zu geben - vielmehr stellt er diese, und regt vor allem durch sein offenes Ende zum Denken an. Abgerundet wird Last Night durch überwältigende Bilder und Musik, die den Film zu dem werden lassen, was in Hollywood immer seltener wird: Kinematographie vom Feinsten.