Die Filme von Larry Fessenden sind selten vordergründig. Auch dieser hier ist es nicht. Wer Fassendens "Wertigo" kennt, der kann sich vorstellen, wie "The Last Winter" aufgebaut ist, denn Fassenden interessiert sich nicht für plakative Effekte oder eine billige Monsterhatz. Stattdessen setzt er auf sich langsam entwickelnde Spannung und ein permanentes Gefühl des Grauens, das fast von der ersten Minute an etabliert ist. Die Figuren sind greifbar, sind real und erwachen auf dem Fernseher zum Leben. Mit Ron Perlman und James LeGros kann Fessenden auch auf bekannte Mimen zurückgreifen. Vor allem ersterer gibt eine erdige Darstellung ab und macht im Verlauf der Handlung eine Entwicklung durch. "The Last Winter" ist ein interessanter, auch nebenbei ein ökologisches Thema ansprechender Horrorthriller, der jedoch langsam aufgebaut ist, was nicht unbedingt jedermanns Sache sein mag.FazitGruselfilm für Anspruchsvolle
Moviemans Kommentar zur DVD: Die Wertung hier muss mit Vorsicht genossen werden. Sollte das Bonusmaterial auf der zweiten Disk einigermaßen ansprechend sein, kann die DVD locker über 7,5 Punkte kommen. Was hier nun geboten ist, ist ein durchwegs gutes Bild mit kleineren Schwächen und ein guter, den Horroraspekt unterstützender Ton.
Bild: Die Bildqualität dieses Films kann durchweg gefallen. Die Farben sind sehr präzise gesetzt, wobei vor allem das Weiß der schneeigen Einöde hier für tolle Kontraste sorgt und ein Gefühl der Einsamkeit heraufbeschwört. Rauschen ist fast gar nicht vorhanden, aber dafür fällt in homogenen Hintergründen schon Blockrauschen auf (00:40:49). Die Schärfe ist hochwertig, so kann man am Esstisch sehr schön die Einzelheiten auf dem Tisch (Schüssel) sehen, selbiges gilt aber auch bei gleicher Szene für die Strickjacke und ihre Beschaffenheit. Es sind öfters leichte Halos zu erkennen, das aber vor allem, wenn sich Elemente oder Personen gegen die weiße Landschaft abheben. Gelegentlich tendieren Schwarzwerte ins Gräuliche, in anderen Einstellungen hat man dann einen Mann in schwarzer Kleidung, wobei hier keine Unterschiede oder Konturen erkennbar sind, sondern alles eine Masse ergibt (00:57:52). Die Vorlage ist perfekt erhalten.
Ton: Der Ton liegt in drei verschiedenen Formaten vor. Der DTS-Sound kann nur in der Synchronisation genossen werden. Unterschiede zu den DD 5.1-Spuren bietet er vor allem durch seine etwas weitläufigere Räumlichkeit und den Einsatz der Musik, der zur Spannungsgewinnung des Films ganz erheblich ist. Die Dialoge sind im Deutschen etwas stimmiger, was ein seltenes Ereignis ist. Im Original klingen sie oftmals etwas zu leise. Die Effekte sind gut gesetzt, aber nicht allzu zahlreiche. Allerdings gibt es schon ein paar akustische Mäzchen, die gefallen. Dazu kommt eine schöne Räumlichkeit, die sich vor allem durch die unheimlichen Geräusche ergibt.
Extras: Eine Bewertung der Extras kann nur bedingt erfolgen, da uns zur Besprechung nur die Film-DVD vorlag. Auf der befindet sich immerhin der Trailer in deutscher und englischer Sprache. Auf der Bonusdisk sind Interviews und ein Making Of enthalten. --movieman.de
Im wahrsten Sinne des Wortes ein (Öko-)Horror: Ron Perlman, Arktishorror, klaustrophobische Stimmung, fremde Macht, Spannung.
Schlagworte des Pressetextes, die bei mir (zugegebenermaßen) auf fruchtbaren Boden gefallen sind, jedoch in keinster Weise in Korrelation mit dem fertigen Produkt stehen.
The last Winter ist entgegen seiner Werbebotschaft nämlich weder Horrorfilm noch Thriller sondern ein (schlechtes) Greenpeacepromotionvideo in dem sich die Erde quasi am bösen bösen Menschen rächt.
Der Film hätte jedoch durchaus spannend ausfallen können (wie es schon in zahlreichen, die 'Natur - schlägt - zurück Filmen' bewiesen wurde) wenn sich Larry Fessenden (
Wendigo) bei der Inszenierung von
The Last Winter; mehr auf Spannungsaufbau und Entwicklung einer logischen oder wenigstens partiell interessanten Geschichte, als auf nicht enden wollende dialoglose Szenen, die ab und an von Gesprächen über Nichtigkeiten wie
wer mit wem und warum geschlafen hat unterbrochen werden, konzentriert hätte.
Über weite Strecken des Films versucht Fessenden zwanghaft mit Geräuschlosigkeit, absoluter Passivität aller Beteiligten (den Kameramann mit eingeschlossen) und ein paar uninteressanten Todesfällen (hauptsächlich am Ende des Films) Spannung zu erzeugen. Das zehrt am Nervenkostüm des Zuschauers. Aber nicht weil der Spannungsaufbau funktioniert, sondern weil sich der Betrachter nicht mit dem Film identifizieren kann und sich permanent die Frage stellt, was der Regisseur nun eigentlich erreichen oder vermitteln wollte.
Sobald ein Horrorfilm im ewigen Eis der Arktis oder Antarktis angesiedelt ist werden klarerweise sofort Erinnerungen an John Carpenters B-Moviemeisterwerk
Das Ding aus einer anderen Welt; wach. Natürlich kann man es einem klein produzierten Werk wie
The Last Winter; nicht vorwerfen nicht an Carpenters Genreklassiker heranzureichen. Jedoch sieht man anhand von
Das Ding aus einer anderen Welt; in welchem Ausmaß man Spannung aus der unendlichen Weite des Eises und dem Grundplot rund um etwas Unbegreifliches, das sich einer Mannschaft/Gruppe von verschiedenen Personen bemächtigt ziehen kann. Eine Voraussetzung dafür ist natürlich Talent, Engagement und das nötige Gefühl für Dramatik und Spannungsaufbau.
Auch eine
Akte X Folge nahm sich (ziemlich erfolgreich) des frostigen Themas an und setzte damit Maßstäbe in Sachen Serienspannung und im direkten Vergleich mit
The Last Winter; offensichtlich auch in Sachen Kinounterhaltung.
Zwischenzeitlich wird man auch das Gefühl nicht los, dass der währte Herr Regisseur zusätzlich mit dem Gedanken kokettiert hat, die atmosphärische Dichte von
Alien zu erreichen. Von dessen Qualität ist er aber leider soweit entfernt wie Ripley in Teil 1 von der Erde.
Die spannungsarme Handlung zieht sich somit ohne ersichtliche Höhepunkte 40 Minuten dahin bis die erste Leiche zu bewundern ist bzw. die erste annähernd als spannend zu bezeichnende Szene über den Bildschirm / die Leinwand flimmert. Davor darf man sich als Zuschauer von einer schrecklichen Dialogzeile zur nächsten schrecklichen Schauspielleistung hangeln und wird das Gefühl nicht los, an der überambitioniert präsentierten und völlig unpassenden Thematik einer sich anbahnenden (innerhalb von wenigen Wochen aus dem Ruder laufenden) ökologischen Katastrophe zu ersticken. Dieses Gefühl wird man leider auch in den folgenden knapp 60 Minuten nicht mehr los.
Die Figurenzeichnung bewegt sich beharrlich zwischen Klischee und Karikatur. Der schöne Öko, der vor einer Gefahr warnt und zum unfreiwilligen Held wird. Der harte Boss, der eine Beziehung mit einer Mitarbeiterin hatte, die jetzt (Oh Wunder) mit dem Öko schläft. Und schließlich noch der junge Typ, der eine Art Adoptivsohn für den Chef darstellt und klarerweise als erster ins Gras beißen muss. Das ergibt Konfliktpotential, welches sowohl unnötig als auch langweilig ist, nichts mit Thriller oder Horror zu tun hat und auch nicht so wirklich zum angestrebten
denkt auch an die Natur, sonst tritt sie euch in den Arsch Plot passen will. Teilweise wirkt
The Last Winter; folglich wie eine Folge
Friends; in der Arktis, ohne Humor dafür mit einer Extraportion Valium und einer Antiwalfangbotschaft.
Weder die Kameraarbeit noch die musikalische Untermalung rechtfertigen das Lösen eines Kinotickets respektive die Leihgebühren einer Videothek.
Ein toller Flugzeugabsturz und zwei gute digitale Einstellungen in den letzten 20 Filmminuten sind zwar schön und gut, heben den negativen Gesamteindruck aber nur marginal an. Der Film bleibt was er ist. Langweiliges Greenpeacekino im Pseudohorrorgewand. Das nächste Mal sollte man entweder auf die Grüne Botschaft oder auf den Horrorsubplot verzichten oder den Streifen gänzlich anders zusammensetzen. Etwas Ironie wäre bei diesem Thema sicherlich auch nicht verkehrt.
Fazit: Ron Perlman passt sich dem Rest der Crew an und spielt wie einer von Fulcis Zombies. Regie, Drehbuch, Kamera und Musik bewegen sich im Niederfrequenzbereich. Somit wird man leider mit einer Greenpeaceökohorrorfarce abgespeist, dessen Grundstory funktionieren hätte können, wenn man mehr Zeit, Geld und Herzblut in das Projekt gesteckt hätte.
Nachsatz: Wieder einmal so ein abscheulich schlechter Film, bei dem man sich zu fragen beginnt, ob man nicht doch damit anfangen sollte Filme zu selektieren und sich nicht weiterhin jeden Schwachsinn nur um des Filmes Willen anzusehen.
--- Christoph (Preacher666)