Nachdem Sting sich schon fuer sein Blue-Turtles Live-Album mit famosen Jazz-Musikern umgeben hatte, war es nun der alte Gil Evans, der noch einmal ganz viel Experimentierfreude verspuerte und Sting zu einer Session einlud. Herausgekommen ist dabei ein Album, das es wirklich in sich hat. Stings Stimme ist (fast) immer auf der Hoehe und wird zum eigenen Instrument innerhalb des Klangraums von Evans' Big Band, der viel Platz laesst fuer Darbietungen der Solisten. Magisch-duester wirkt gleich der zweite Song "Strange Fruit" nicht nur wegen des makabren Textes, sondern auch wegen der gelungenen musikalischen Umsetzung: Man beachte die dramatische Steigerung, die die durchgaengige Basslinie, Branford Marsalis' emphatisches Sax-Solo und Stings Stimmgymnastik darueber erzeugen. Jimi Hendrix' "Little Wing" wird mit Beatles-Zitaten bereichert und von Hiram Bullocks Gitarrensolo gepraegt. Fuer alte Police-Fans werden "Roxanne", "Murder by Numbers", und "Tea in the Sahara" (so der neue Titel fuer die alte "Synchronicity I") zum neuen Hoererlebnis. Ein interessanter, stachelig-jazziger Querschnitt, der Eigenes und Fremdes (aus Sting/Police-Sicht) gegenueberstellt und wohl "the state of the art" des spaeten 80er-Jahre crossover von Rock und Jazz wiederspiegelt.