Ich freue mich stets, wenn sich ein Regisseur einem Buch annimmt, um es adäquat zu verfilmen, vor allem wenn es sich um eher unbekannteres Material handelt. Immerhin bekommt man so etwas Neues zu sehen, abseits der aktuell totgerittenen Remake-Welle, weil anscheinend keinem mehr etwas einfällt.
So ist es auch bei der Verfilmung des Romans "Last Ride" der amerikanischen Autorin Denise Young. Die filmische Version von Regisseur Glendyn Ivin trägt zwar den gleichen Titel, die Handlung wurde allerdings von den USA nach Australien verlegt.
Der Kriminelle Kev schnappt sich seinen zehnjährigen Sohn Choke, um mit ihm durchs Land zu fahren. Allerdings erschlägt er dabei seinen alten Kumpel Max, und fortan sind die beiden auf der Flucht durch die Wüste. Hier stellt sie aber nicht nur die unbarmherzige Natur auf eine harte Probe, sie müssen auch lernen miteinander auszukommen. Hier zeigt sich die wahre Größe des kleinen Choke, und seines hartgesottenen Vaters.
Hugo Weaving kennen die meisten sicherlich als "Agent Smith" aus den "Matrix-Filmen", bzw. aus "V wie Vendetta" oder dem neuen "Captain America" Kinoabenteuer. Hier sieht man ihn einmal in einer gänzlich anderen Rolle, die ich ihm im Leben nicht zugetraut hätte, die er aber mehr als bravourös auszufüllen weiß! Um eines klarzustellen: "Last Ride" ist trotz der Thematik um den Kriminellen Kev kein Thriller, und auch sonst ein Film der ganz leisen Töne. Es handelt sich um ein Drama, welches unter die Haut geht, und dabei extrem gefühlvoll und gleichzeitig realistisch und hart vorgeht. Hierzu trägt neben dem genialen Weaving definitiv der kleine Tom Russel bei, der seiner Rolle unglaublich viel Leben einhauchen kann. Direkt vergleichen kann man die beiden Filme nicht, aber am ehesten lege ich diesen hier Leuten ans Herz, die mit Werken wie "Der Gejagte" und ähnlich ruhig gelagerten Dramen etwas anfangen können. Die Nominierung für den Oscar 2009 hatte dieser Streifen auf jeden Fall mehr als verdient!