Der Japaner Kenji arbeitet in Bangkok als Bibliothekar. Da er nur ein paar wenige Floskeln Thai spricht, fällt es ihm schwer, soziale Kontakte aufzubauen. Dazu ist er schon krankhaft ordnungssüchtig - bspw. stapelt er seine Bücher auf den Millimeter genau übereinander - und verschlossen, sodass er nicht nur vollkommen vereinsamt, sondern schon bald versucht, seinem Leben ein Ende zu setzen; was sich als gar nicht mal so leicht erweist. Durch einen tragischen Unfall trifft er schließlich auf Noi: zwei völlig unterschiedliche Welten prallen aufeinander, deren verbindendes Element in erster Linie die Suche nach einer wie auch immer gearteten Nähe ist.
»Last Life in the Universe« ist nicht nur ein wunderbarer Titel, sondern auch ein ebenso wunderbarer Film. Ein stiller Film, ein langsamer, an manchen Stellen subtil-komisch, in erster Linie aber ernst und melancholisch. Mit »Sehnsucht« und »Einsamkeit« lässt sich nicht nur das Protagonistenpaar, sondern auch die Gesamtstimmung perfekt beschreiben. Im Hintergrund wird immer mal wieder dasselbe minimalistische Musikstück eingespielt (auch im Trailer zu hören), das wirklich gut passt und diese Stimmung bestens unterstreicht.
Obwohl ich stille und langsame Filme mag, konnte mich der Trailer zuerst nicht überzeugen. Nun bin ich aber doch froh, »Last Life in the Universe« gesehen zu haben. Geht es euch mit dem Trailer ähnlich, solltet ihr dem Film dennoch eine Chance geben, sofern ihr minutenlanges Schweigen als interessantes Stilmittel und nicht als Langeweile empfindet.
Fazit: gute Schauspieler; interessante Protagonisten, die nicht unbedingt sympathisch, aber doch fesselnd und überzeugend sind; eine gefühlvolle Geschichte, in der zwischen Trostlosigkeit und Kälte auch viel Wärme zu finden ist.
Natürlich kann man den Film mit der deutschen Tonspur sehen. Man sollte sich aber bewusst sein, dass man dem Film dadurch eins seiner Standbeine wegzieht: die Sprachlosigkeit bzw. die sprachlichen Barrieren, mit der die Protagonisten zu kämpfen haben. Nicht umsonst wird manchmal ein einzelner Dialog auf Thai, Japanisch und bruchstückhaftem Englisch geführt.
Während der Film nahezu vollends überzeugt, sind die Extras dagegen nicht besonders interessant oder aufschlussreich. Dafür macht das schön ausgearbeitete 16-seitige Booklet einiges her.
Wem der Film gefallen hat, der sollte sich vielleicht auch mal
BinJip und
Chinaman anschauen. Beides ebenfalls sehr stille Filme.