Ohne mich in den Beschreibungen meiner Vorredner wiederhohlen zu wollen ist "Last Hippie Standing" ein aussergewöhnlicher und meineserachtens längst überfälliger, weil besonders sehenswerter Dokumentarfilm, einerseits ein nostalgischer Rückblick in die Geschichte der Hippie-Trails und das Leben der 68er-Bewegung, Spiegelbild der "Techno-Scene" und Massenaufläufe im Vergleich zu heute, aber auch Wegweiser - und das scheint mir ganz besonders wichtig zu sein - in eine, aus der "echten Flower-Power-Bewegung", gewachsenen, gesunden Lebensphilosophie, ihrer Kultur und dem bemerkenswerten Mut von "Swami William" und "Goa Gil" die für unsere Gesellschaft so überlebensnotwendige, einzige Lebensweisheit - Geheimnis und Offenbarung zugleich - so offen und überzeugend für diesen Film anzubieten.
Das macht diesen Film "echt", die Darsteller "glaubhaft" und ihren Inhalt "ausserordentlich wertvoll"! „Goa is not place! – Goa is a state of mind!”
Für den "Normalbürger", den "modebewussten Mitläufer" (...und den verschlafenen deutschen Michel) waren und sind die "Hippies" entweder mit dem Klischee der "drogensüchtigen Schmuddel-Penner", oder den "Strandball spielenden Peace-Typen" behaftet.
Filme wie "Bube, Dame, König, gras" zeigen: Wo Hippies sind, sind Drogen und Gewalt! - Es war höchste Zeit, dass dieser Film mit diesem Kitsch-Klischee aufräumt und die echte Bewegung davon befreit und rehabilitiert. Ein Klischee, das gesellschaftlich doch immer wieder so gerne gesehen wird, weil es so bequem in unser Weltbild passt. In Wirklichkeit wird die Geschichte der "transzendentalen" Bewegung, politisch bis heute besser unterdrückt, als die Geschichte um die Mörder von John F. Kennedy - kein Wunder - und dabei zeigen uns Swami William und Goa Gil, einen überzeugenden Weg aus dem Dilemma unserer erdrückenden, materiellen Überfülle. Gerade die Erkenntnis, dass der Weg in den materiellen Wohlstand, nicht das Licht am Ende des Tunnels zu unserem entgültigen Glück ist, wird deutlich.
Nachdenklich stimmen die Kommentare des Verwalters "Chef of Goa", obwohl selbst einer alten spirituellen Kultur entstammend, aus Angst den Anschluss an die Welt zu verpassen, besser auf reiche Urlauber zu setzen. Freilich Armut gibt es natürlich schon genügend ...
Zunächst skeptisch, hat mich dieser Film wirklich überzeugt und ist sicher jeden Cent wert!
Die Tonspur ist in Englisch aber mit deutschen Untertiteln. Das Englisch ist so einfach und für jedermann so leicht verständlich, dass es keine Verständigungsprobleme gibt, auch nicht für "Wochenend-Engländer"!
Die Bildqualität ist ausgezeichnet. Die Zusammenstellung der Sequenzen sehr gut! Die alten Aufnahmen verständlicherweise entsprechend.
Ganz besonders zu erwähnen: Das Bonusmaterial zeigt eine „psychedelische“ Film-Footage von Goa Gil, die es auch ohne Drogen ermöglichen, den Einstieg in die „transzendentale Welt“, auf künstlerischer Ebene zu erleben!
Ernstzunehmend vergleichbar ist derzeit nur noch das Filmwerk "The Source - The Beat Generation" (Die Beat Generation - Wie alles anfing) von Chuck Workman, USA, 1999 (mit authentischen Zeitzeugen!)
Bleibt schliesslich nur noch einen großen Dank an die Producer: Marcus Robbin und Chris Wolski und vor allem Dank für die Geschichte, ihre Offenheit, und ihr Lebenswerk von Dr. Cleo Odzer. ...und die Hoffnung, dass die wahre "Flower-Power-Bewegung“ nicht umsonst war!
...und was bleibt: "...diese Büsche, das Meer, der Himmel "and a lot of hope" ..."and a lot of hope"!