Wahrschauer, Winter 2005
'Die Songs sind straff arrangiert und doch subtil inszeniert, nüchtern erdacht und doch melodietrunken gespielt, ausgeschlafen zu Papier gebracht und schlafwandlerisch sicher interpretiert' Jörg Röder
Neue Szene, Dezember 2004
Programm des neuen Albums ist die musikalische Freiheit. Alles ist erlaubt, verspricht uns das Bandinfo. Das klingt zwar immer sehr reißerisch, aber genau so wird das hier praktiziert. Die Sheiks lassen sich schwer in eine musikalische Sparte einordnen. Der musikalische Oberbegriff ist Rock, den auch Produzent Ace (Skunk Anansie-Gitarrist) gekonnt pur, spröde und ohne unnötige Schnickschnacks in Szene setzt, aber auch Ausflüge ins Singer/ Songwriter-Lager werden nicht gescheut. Die vier Göttinger Jungs haben eine gehörige Portion Eigenständigkeit, die auch Kollege Schäfer mit einem anerkennenden Nicken honoriert hat! Sehr cooles Album! (ws) * * * * *
Intro 02/05
Was sich beim ersten flüchtigen Reinhören noch leichtfertig in die Schublade mit dem ganzen gut bekömmlichen, englischsprachigen deutschen Indierock (Miles, Slut u. v. a.) einsortieren ließ, entpuppt sich nach und nach immer mehr als Schmuckstück, das irgendwie überall ein bisschen reinpasst, aber nirgendwo wirklich zu Hause ist. Und es sich deswegen auch nirgendwo so richtig bequem machen kann. Gut so. Our Last First Record eckt ständig an, ohne auf die Nerven zu gehen, kann und will sich bei aller Schönheit nie so richtig in Wohlgefallen auflösen. Es ist diese Art von Kratzigkeit und Verschrobenheit, die(in einer ganz anderen musikalischen Ecke) eine Band wie Motorpsycho so faszinierend macht, kombiniert mit einer großen Bandbreite an Stilen und Sounds und einer Fülle kleiner, genialer, aber angenehm zurückhaltend ausgearbeiteter Songideen z. B. Say My Name und Disco 3000). Sogar dieses kurze, großartige Beatleeske Thema in Melt Me Down blasen Eaten By Sheiks nicht zu einem ganzen Song auf, sondern lassen es als kleine Bridge zwischen Strophe und Refrain stehen. So viel Stil muss man erst mal haben. 'Till Stoppenhagen'
Kurzbeschreibung
Eaten By Sheiks ist nicht irgendein Projekt. Es ist sogar weit mehr als eine Band. Es ist Überzeugung, Idealismus, Liebe, ein großes Stück Lebensinhalt, Familie.
Gewonnene Wettbewerbe liegen hinter Eaten By Sheiks, erfolgreiche Touren und Konzerte mit Guano Apes, den Fantastischen 4, ´Tito & Tarantula und Die Happy motivierten noch mehr und auch die gefeierte Support -Tour für Wir sind Helden im letzten Jahr gaben den Auftrieb und Ausschlag, den die Band vielleicht noch brauchte. Trotz anfänglicher Widrigkeiten in der Suche nach einem geeigneten Label und Vertrieb, hatten die zurückliegenden Jahre auch einen positiven Effekt: nur selten hatte eine Band derart viel Zeit und Raum, ihre Identität zu finden. Nachzuhören nun auf ihrem mittlerweile fünften Album. (Die ersten 4 Alben wurden in Eigenproduktion hergestellt und selbst vertrieben.) Nach der rockenden Härte früher Tage, nach dem Experimentieren mit elektronischen Klängen, erscheint nun programmatisch, unverfälscht, pur und dynamisch
OUR LAST FIRST RECORD.
Hier geht es um musikalische Freiheit. Alles ist erlaubt. Auf ihrem neuen Werk rockt es ordentlich und gleich danach versöhnt ein fragil gesungenes Piano- Epos. Der Sound ist kantig-trocken und doch dynamisch, nüchtern und gehaltvoll. Hier macht es die Mischung aus Gewohntem und Neuem. Aufgenommen in dem vertrauten Institut für Wohlklangforschung' ihres Freundes und Mäzens Willi Dammeier. Und an den Reglern saß jemand, der weiß, wie Rock 2004 klingen sollte: Ex-Skunk Anansie-Gitarrist Ace, inzwischen in England ein sehr gefragter Produzent für alles, was geradeaus, authentisch und ehrlich klingen soll.
Our Last First Record ist ein Album, dass viel Energie und Leidenschaft zeigt, totale Eigenständigkeit, unglaubliche Ambition und dabei außerordentlich überzeugt. Genau diese Mischung erreicht, dass man Eaten By Sheiks definitiv Aufmerksamkeit schenkt.
Der Weg zum Rockstar kann so einfach sein. Vorausgesetzt, man hat Songs, die jede Garage zum Rocken bringen, ist drogenfest und kommt aus Manchester oder Liverpool. Pech für Eaten By Sheiks. Die kommen nämlich aus dem extra ungroovigen Göttingen. Dass sie sonst alle Anforderungen erfüllen, scheint noch nicht so viele Leute zu interessieren. Seit über sechs Jahren erleben die vier die enervierende Langsamkeit des Entdecktwerdens. Protest! Denn so gut wie Blackmail oder Underwater Circus sind sie allemal - besonders seit Ace, der Ex-Gitarrist von Skunk-Anansie, die Produktion übernommen hat. Ihr Album bietet puren, authentischen Rock, der genauso gut aus der City am Mersey kommen könnte. Vielleicht erwischen Eaten By Sheiks mit der neuen Platte ja endlich mal die Erfolgswelle. Wäre doch schade, wenn der traurige Albumtitel wahr würde. (lh)