Cindy (Sharon Stone) sitzt in der Todeszelle. Als Teenager hat sie einen Mord begangen und soll dafür per Giftspritze hingerichtet werden. Seit Jahren hat sich ihre Hinrichtung hingezogen, da immer wieder Begnadigungsersuchen eingereicht wurden. Der junge Anwalt Rick wird mit ihrem Fall betraut. Nach und nach lernt er sie kennen und kommt bald zu der festen Überzeugung, dass sie begnadigt werden muss. Doch das wird verweigert. Ein juristischer und moralischer Kampf um das Leben der jungen Frau beginnt, denn der Hinrichtungstermin rückt immer näher.
Zum Zeitpunkt, als ich „Last Dance" zum ersten Mal gesehen hatte, kannte ich Sharon Stone nur aus „Basic Instinct". Umso überraschter war ich dann, als ich sie in „Last Dance" gesehen habe, denn hier stellt sie ihr schauspielerisches Können wirklich unter Beweis. Als Inhaftierte, die auf ihre Hinrichtung wartet, ist sie zunächst kühl und verschlossen, um dann doch nach und nach Gefühle zu zeigen und ihre Angst einzugestehen. Man erfährt genau bis ins kleinste Detail, welches Verbrechen sie begangen hat und man wird Zeuge ihrer dunklen Vergangenheit. Man weiß zwar ganz genau, dass sie einen schweren Fehler begangen hat und eine Strafe auch verdient hat, trotzdem wird es dem Zuschauer leicht gemacht, mit ihr zu sympathisieren. Ganz automatisch werden einige Fragen aufgeworfen, die an die Moral appellieren. Soll eine Frau, die einen Mord begangen hat (an dem sie sogar nicht mal allein „Schuld" ist), wiederum umgebracht werden? Soll man wirklich gleiches mit gleichem vergelten? Ist es nicht möglich, dass ein Mörder geläutert wird? Sollte man nicht immer individuell die Umstände berücksichtigen? Das Thema Todesstrafe bietet wohl immer genügend Diskussionsstoff, und „Last Dance" schreit förmlich nach so einer Diskussion. Dieser Film ist ein waschechtes Drama, das kein Auge trocken lässt. Ein Film, der allein aufgrund des Themas fertig macht und schockiert. Sollte man auf jeden Fall gesehen haben!