In diesem Buch wird die Geschichte von Cassie und ihrer Familie weiter erzählt. Dabei ist die Autorin so vorgegangen, dass man diesen Titel auch ohne Vorkenntnis von "Donnergrollen, hör mein Schrein" lesen und verstehen kann. Da, wo es zum besseren Verständnis notwendig ist, werden Ereignisse des vorangegangenen Buches kurz rekapituliert.
Zeit der Handlung sind noch immer die 30er Jahre, die Wirtschaftskrise dauert an, und schwarze sowie von den Grundbesitzern abhängige weiße Familien leiden zunehmend unter den wirtschaftlichen Maßnahmen der Regierung. Diese Situation ruft Gewerkschafter auf den Plan, die versuchen, die Bevölkerung Mississippis - Schwarze und Weiße - zu organisieren, um mit rechtlichen Mitteln gegen das Gebaren der reichen Plantagenbesitzer vorzugehen und die Rechte der Arbeitnehmer auf breiter Basis durchzusetzen, um sie weniger abhängig von ihren Pachtherren zu machen. Dies erweist sich als äußerst schwierig, da die Plantagenbesitzer mit allen Mitteln - lauteren und unlauteren - ihre Interessen verteidigen, und die Farbigen und Weißen Pächter sich gegenseitig nicht trauen. "Lasst den Kreis geschlossen" lautet die Devise auf allen Seiten. Die Fronten bröckeln nur ganz langsam.
Der Autorin gelingt es mit diesem Buch einmal mehr, Verständnis und Empathie für die Situation der Farbigen gegenüber den Weißen zu vermitteln. Anschaulich schildert sie, wie die Farbigen in allen Lebenslagen Unterdrückung, Benachteiligung und minderwertiger Behandlung durch die Weißen ausgesetzt sind. Allein die Anspannung während eines Gesprächs zwischen einem schwarzen und einem weißen Mann (oder einer Frau) ist kaum auszuhalten, muss der farbige Gesprächspartner doch jedes Wort auf die Goldwaage legen, um nicht anzuecken und sich so der Gefahr von Repressalien auszusetzen. Man empfindet unbändige Wut beim Lesen.
Am Ende gibt es für Cassies Familie nach einer schweren Zeit wenigstens ein kleines Glück. Für den Moment ist die Geschichte zu Ende erzählt, doch grundsätzlich hält sich die Autorin die Möglichkeit einer weiteren Fortsetzung offen. Vielleicht treffen wir Cassie später bei den Black Panthers wieder...
Das Buch ist sehr empfehlenswert für Leser, die sich gerne mit gesellschafts- und sozialkritischen Texten auseinandersetzen. Zwar ist es als Jugendbuch konzipiert, kann aber auch für Erwachsene empfohlen werden.