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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein gute Brunetti-Fall, 12. November 2008
Wie jedes Buch von Donna Leon führt sie uns auch diesmal einerseits in die heile Welt der Brunettis, andererseits in die Welt des Verbrechens, der Korruption und der Bigotterie. Commissario Brunetti und seine Frau Paola verkörpern eine moderne liebende Ehe, die gleichzeitig Zufluchtsort in einer immer unverständlicher werdenden Welt ist. Wie mit vielen ihrer Bücher hat Donna Leon auch diesmal wieder ein brisantes soziales Thema aufgegriffen, um das sich die Ermittlungen des Comissarios ranken. Dieses Mal geht es um Kinder bzw. Babys, um illegale Adoption, das Austragen von Kindern für andere, den Verkauf der eigenen Babys. Dieses aktuelle Thema wird verbunden mit der bereits lieb gewonnenen Welt Venedigs, so dass man sich erneut behaglich den lieb gewonnenen Charakteren und Orten widmet, andererseits aber auch unbehaglich auf ein weiteres schwelendes soziales Problemfeld gestoßen wird. Empfehlenswert!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
An der Grenze des Erträglichen, 6. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Lasset die Kinder zu mir kommen: Commissario Brunettis sechzehnter Fall (Broschiert)
Ich habe das Buch "Lasset die Kinder zu mir kommen" in 14 Tagen Seite für Seite und Wort für Wort gelesen. Nach einem spannenden Auftakt plätscherte die Handlung so vor sich hin - zähe Ermittlungsarbeit vermutlich wie im richtigen Leben. Ohne große Höhen und Tiefen. Vianello ist sympathisch, Alwise dämlich, Signorina Elettra hat mal wieder die Joker-Eigenschaften - oder die Eigenschaften einer Allround-Zauberin, die Brunetti-Familie agiert lieb-harmonisch und über Patta kann man weder richtig schmunzeln noch sich über ihn ärgern. Über die Touristen schimpft Donna Leon mal wieder als seien es bösartige Parasiten, die man vergiften und in den Kanälen entsorgen müsse. Dabei ist sie doch selbst eine Amerikanerin in Venedig. Ach ja - und Politiker sind natürlich der Abschaum der Menschheit und erzkonservative Christen sind Verbrecher. Der Plot der Handlung erscheint an verschiedenen Stellen recht dünn. In einer Stadt von gerade mal 60 000 Menschen soll der politisch interessierte Brunetti einen lokalen Polit-Senkrechtstarter mit markantem Äußeren nicht mal aus der täglichen Zeitung erkennen und monatelang darüber rätseln, wer das wohl war, den er da mit Patta zusammen gesehen hat? Das ist doch Unsinn. So viele Parteiführer gibt es nicht in Venedig und die wenigen wären Brunetti garantiert vom Ansehen bekannt. Was ich gar nicht mag als Krimi-Leser ist, wenn auf den ersten Buchseiten ein Elternteil als kinderlieb dargestellt wird und dann stellt sich heraus, dass der Leser von Donna Leon damit auf eine falsche Fährte gelockt werden sollte. Das finde ich nicht ok. Die Fremdenfeindlichkeit, die in diesem Buch immer wieder so vehement beschrieben wird.. manche rassistischen Äußerungen sind meines Erachtens schon hart an der Grenze des erträglichen. Nun ja - trotzdem habe ich das Buch von der 1. bis zur letzten Seite mit Interesse gelesen und werde mir auch den nächsten Brunetti - "Krimi" kaufen - und sei es nur als Einschlaflektüre. PS: Brunettis Alkoholkonsum ist beachtlich. Hier ein Weinchen und da ein Weinchen und Grappa, Grappa. Nun, es dient ja der Wahrheitsfindung und sei ihm gegönnt. Autofahren muss er in Venedig ja nicht.
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48 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein bedauernswerter Graben zwischen aktuellem Thema und dem statischen, fast wächsernen Leben der Protagonisten, 13. Juni 2008
Wenn man auf gnadenlose Spannung aus ist, auf spektakuläre Fälle mit Action und Thrill, dann sollte man schon seit langem nicht mehr zu Donna Leons Büchern greifen. Was andere Rezensenten vielleicht als langweilige, sich hinziehende Handlung kritisieren, ist bei Donna Leon und ihrem Venediger Commissario Guido Brunetti einfach das schlichte Leben, das sich Tag für Tag oft ohne große Unterschiede dahinzieht, wo sich in einer stabilen Ehe und Familie nicht jedes Jahr etwas dramatisch verändert und wo die Kriminalfälle unspektakulär und dennoch nicht alltäglich sind. Was man allerdings zunehmend langweilig finden mag, ist die Tatsache, dass die Protagonisten der Bücher, der Commissario und seine Familie, sein Chef Patta, die nach wie vor wie mit einem Kunstleben ohne Alltag ausgestattete Signorina Elettra und sein sympathischer Kollege Vianello so gar nicht reifen. Es scheint, als hielte Donna Leon sie seit einem Jahrzehnt auf dem gleichen Alter und ließe nur die Geschichten, die sie erfindet, jeweils ganz aktuell sein. Viele Krimiautoren tun das, aber es macht die zu Anfang noch lebendigen Figuren mit jedem Buch mehr statisch und sie agieren ohne jede Veränderung. Und die gibt es schon. Das mag jeder einsehen, wenn er sein eigenes Leben der letzten zehn Jahre Revue passieren lässt. Die Geschichte, um die es geht, reißt das neuen Buch von Donna Leon wieder einmal heraus. Brunetti wird in seinem neuen Doppelfall" mit der auch in der Realität immer dubioser werdenden Machenschaften von Kinderhändlern und Leihmüttergeschäften mit Frauen aus dem Ostblock konfrontiert und kommt gleichzeitig einem groß angelegten Betrugsmanöver von Apothekern auf die Spur. Doch der Apotheker, um den es hauptsächlich geht, hat noch ganz andere Macken, mit denen er, scheinheilig und vor seinem Gott in Reinen, Menschenleben zerstört, indem er vor sich selbst vorgibt, sie zu retten vor dem Bösen und der ewigen Verdammnis. Donna Leons Bücher sind eine Lektüre für die Fans. Menschen, die diese Figur Brunetti lieb gewonnen haben, und denen es überhaupt nichts aus macht, dass er weder zu altern scheint, noch größere Lebenskrisen kennt. Ja, vielleicht ist es genau das, was ihn so anziehend macht. Doch es bleibt der bedauernswerte Spalt zwischen den sehr aktuellen und drängenden sozialen und politischen Themen, die Leon immer wieder anschneidet und behandelt, und dem statischen, fast wächsernen Leben seiner Protagonisten.
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