Lauster schreibt seine Bücher nicht für ein Fachpublikum, sondern für Leser, die von alltäglichen Problemen betroffen sind. Dabei versteht er seine Veröffentlichungen nicht als Universallösung, sondern als Denkanstoss und Ratgeber im Sinne eines Selbsthilfeprogramms, fundiert durch professionelles Fachwissen.
Wie ein roter Faden zieht sich die Kritik an der bürgerlichen Moral durch seine Werke. Speziell über Lausters Auffassung von Treue und Loyalität mag man geteilter Meinung sein. Was er jedoch über die Selbstverwirklichung schreibt, ist m.E. beispiellos. Stichhaltig erklärt er die Phänomene, die zur Neurotisierung der Menschen in unserer Massengesellschaft führen. Mehr als verständlich, dass er dabei das Schwergewicht auf die Individualität legt.
Lauster zeigt elementare, nachvollziehbare Wege von der Selbsterkenntnis über die Selbstfindung und Selbstentfaltung zur Selbstverwirklichung. Unterdrückte Gefühle wirken auf Seele und Körper zerstörerisch. Über Eigenwillens-Bemühungen, deren Schritte Lauster überzeugend erläutert, ist es möglich, sich von Blockaden - verursacht durch Fremdbestimmung (= Identifikationsverlust->Unzufriedenheit->Hass) -, zu befreien und sich durch Öffnung mit dem Fremden vertraut zu machen.
Individuelle Wertrichtlinien als Befreiung von Zwängen und Ängsten ermöglichen erst ein Aufgehen im Ganzen. Sie sind nicht zu verwechseln mit egoistischem Eigenwillen, welcher die Entfaltung hindert und als Einbahnstrasse in die Abkapselung führt. Wahrhaftes Ich-Sein ist frei von Fremdbestimmung und nicht zu verwechseln mit Ich-Bezogenheit. Welche Auswirkungen Letztere mit ihren negativen Energieformen auf Seele und Körper haben, erlebt man Tag für Tag.
Fazit: Lausters Bücher sind die besten, die ich zu diesem Themenbereich kenne, denn kein anderer Psychologe konnte mir die Mechanismen der Selbstverwirklichung überzeugender, klarer und verständlicher erläutern - ohne belehrend zu wirken und in einer Weise, die die eigene Intuition stärkt.