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Lass mich die Nacht überleben: Mein Leben als Journalist und Junkie
 
 
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Lass mich die Nacht überleben: Mein Leben als Journalist und Junkie [Gebundene Ausgabe]

Jörg Böckem
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 232 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 4 (9. März 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421057753
  • ISBN-13: 978-3421057754
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 58.692 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jörg Böckem
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Produktbeschreibungen

Hörbuch-Rezension

In den Neunziger konnte man seinen Namen in renommierten Zeitungen und Magazinen lesen. Jörg Böcken schrieb für die Zeit, für den Spiegel, für die Woche, für Tempo und jetzt. Dass sein Leben durch eine ganze andere Seite maßgeblich bestimmt wurde, blieb verborgen, bis er selbst in seinem Buch über seine Drogenabhängigkeit berichtete. Sein Doppelleben als Journalist und Junkie ist jetzt als Hörbuch erschienen. Das Protokoll der Sucht, gewidmet den Eltern des Autors, liest Alexander Scheer.

Mit 15 Jahren fängt er mit Haschisch und LSD an. Am Anfang ist es die klassische Karriere. Der Versuch, der Langeweile und Spießigkeit zu entrinnen. Der Hunger nach Anderssein und einem Leben voller Abenteuer, Freiheit, Rausch und intensivem Lebensgefühl. Jörg Böckem aber geht seinen Weg radikal weiter: Bereits mit 19 Jahren, kurz vor seinem Abitur, sitzt er wegen Heroin in einem Amsterdamer Gefängnis.

Alexander Scheer wurde vom Autor als passende Stimme für diesen Höllentrip ausgewählt. Der Schauspieler, vor allem durch die Hauptrolle in Leander Haussmanns Sonnenallee (1999) bekannt, arbeitet für Film, Fernsehen, aber auch als Bühnendarsteller. Mit seiner gehetzt und zugleich zynisch-arrogant klingenden Stimme hat er eine stimmige Tonlage für den Sucht-Report gefunden. Immer wieder kehrende Versuche, an irgendeinem Strand zu entgiften, die regelmäßigen Rückfälle, die totale Abhängigkeit, die ihn dazu bringt, seine Mutter anzuflehen, ihm die Spritze zu setzen, das fast Erwürgen seiner Freundin in der Kokainüberdosis -- die Stationen dieses ewig sich hinziehenden Elends klingen bei Scheer authentisch. Der Sprecher vermittelt in seiner ‚lakonischen’ Lesung die Dominanz der Droge, das fatale Umkehren vom Paradies in die Hölle. Er lässt fühlen, dass es neben Heroin nichts gibt, was wirklich zählt. Solange man es hat, kann man alles schaffen, lässt die Wirkung nach, zählt nichts anderes mehr, als Nachschub zu besorgen. Was die Droge am Anfang versprochen hatte -- ein Gefühl des wohligen Glücks, eingepackt in Watte, dem nichts und niemand etwas anhaben kann --, drehte sich ganz schnell ins Gegenteil um. „Junk schmeckte mal nach Freiheit und Abenteuer“, das war lange her, jetzt dominierte das Gefühl, ein gehetztes Tier zu sein. Wie allumfassend die Sucht das Leben strukturiert, weil sie keinen Raum für Zweifel, für Entscheidungen lässt, die Abhängigkeit, die Demütigungen, das Verschwinden von Wünschen und Plänen, Alexander Scheers Lesung gibt uns eine Ahnung davon.

Drei Therapien, Unmengen an ausgegebenem Geld, Hepatitis C, Lügen, unendliches Leid für die Familie und Freunde, so klingt die Bilanz von zwanzig Jahren des Drogen-Ausgeliefertseins. Wozu das alles gut sein sollte, diese Frage kann Böckem selbst nicht beantworten. Dass es übermenschlich schwer ist, aufzuhören, wird in dem Teil seiner Geschichte mit Daniela nachvollziehbar. Die Sucht lässt keinen Raum für Zärtlichkeit, Vertrauen, Sex. Alles, was in dieser symbiotischen Beziehung zählt, ist die Droge. Sie markiert die Stunden, Tage, Wochen und Monate. Geld verdienen, sich einen Druck setzen und dann apathisch auf der Couch liegen, das ist der Rhythmus des Junk-Daseins. Schier mit allerletzter Kraft schaffte der Autor immer wieder seine Jobs. Denn die Angst, keine Aufträge und damit kein Geld für die teure Droge mehr zu haben, war übergroß.

Fazit: Überzeugend gibt Alexander Scheer die mitleidlose, coole Diktion von Böckems ungeschminkten ‚Lebensbericht’ wider.

Gekürzte Lesung mit Musik, Spieldauer: ca. 358 Minuten, 5 CDs. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

literaturtest.de

Fast hätte die Sehnsucht nach dem Abenteuer ihn umgebracht. Diese Sehnsucht, die ihn schon als Teenager mit Drogen in Berührung brachte. Jörg Böckem erzählt seine Geschichte, von Anfang an. Die Kindheit in der westdeutschen Provinz: die Enge, die Wut, die Energie, mit der er aus ihr fliehen wollte. Die ersten Erfahrungen mit Drogen sind der Beginn eines jahrzehntelangen Kampfes. Frauen und Gefährten ziehen vorüber, die Umstände wechseln, und doch bleibt irgendwie alles gleich. Die Welt ist eng, die Droge ihr Horizont.

Neben seiner Drogenkarriere führte Jörg Böckem noch ein zweites Leben: Nach Entzug und Therapie kommt er Anfang der 90er Jahre nach Hamburg und beginnt dort seine journalistische Tätigkeit für Tempo, Spiegel, Zeit und andere. Einige Jahre ist er clean, erfolgreich, trainiert Kampfsport, hat eine Freundin. Dann kommt ein schwacher Moment, und da ist wieder das Heroin. Böckem ist Junkie und gefragter Journalist. Mit letzter Kraft gelingt es ihm immer wieder, im entscheidenden Moment gute Arbeit abzuliefern.

Dieses Talent macht auch Lass mich die Nacht überleben zu etwas Besonderem. Böckem versteht sein Handwerk. Von der ersten bis zur letzten Seite wird man in den Bann seiner deutschen Version von „Sex and Drugs and Rock’n Roll“ gezogen. Er erzählt schonungslos und offen, doch ohne Exhibitionismus. Er erklärt, ohne anzuklagen.

Nach erneuter Therapie gelang Böckem der Ausstieg aus seiner Sucht. Er lebt mit seiner Freundin in Hamburg und arbeitet weiterhin als Journalist. Er hat überlebt. Und dieses Leben ist großartig. --Ulrike Künnecke


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Jörg Böckem ist Pop-Journalist, das merkt man. Seine Geschichte ist spannend erzählt und liest sich schnell weg. Beschönigt wird nichts, wer glaubt, dass Drogen zu einem hippen Leben dazu gehören, wird hier keinerlei Bestätigung finden. Jedem jungen Wilden, der Bewusstseinserweiterung von Drogen erwartet, sollte dieses Buch lesen.
Böckem erklärt präzise, wie er auf den Irrweg kam, die übergroßen Erwartungen der Eltern, aber auch die Verwöhnung, sein Aufbegehren, all das ist stimmig. Zugleich bietet das Buch einen kleinen Streifzug durch die hanseatische Edeljournaille. "Tempo" lässt grüßen.
Tragischerweise ist das journalistische Talent Böckem wohl kaum ohne den Sucht-Menschen zu erklären, so dass man nur hoffen kann, dass er auch weiterhin clean bleibt, ohne seine schreiberische Besessenheit einzubüßen. Erzählerische Talente wie ihn gibt es immer weniger bei den Printmedien zu finden.
Ich gebe selten fünf Punkte, hier sind sie fällig!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Pures Genie 12. Mai 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Ich hatte von diesem Buch über einen Freund erfahren. Er gab mir ein Interview mit dem Autor im Internet zu lesen, was mich tief beeindruckte. Ich konnte mir nicht vorstellen wie jemand, der harte Drogen konsumiert, ernsthaft in der Lage sein konnte anspruchsvolle und intelektuelle Artikel für eine Zeitschrift wie den Spiegel zu schreiben. Allein das fand ich unglaublich.
Das Werk das Jörg Böckem hier geschaffen hat ist in meinen Augen ein Meisterwerk; seine eigenwillige und angenehm-direkte Art zu erzählen lässt einen das Buch schnell lesen, was aber als Pluspunkt zu verstehen ist und worunter die Atmosphäre nicht leidet, im Gegenteil. Seine Geschichten sind so bizarr und gleichzeitig so ehrlich vorgetragen, das man gar nicht auf den Gedanken kommt sie für realitätsfremd zu halten. Ich bin überzeugt davon dass vor allem junge Menschen, wie ich, sich sehr mit Gedanken aus diesem Buch indentifizieren können. Seine Art zu beschreiben kann selber kaum beschrieben werden: sie zeugt von unheimlicher Wortgewalt und zieht einen teilweise so sehr in ihren Bann das man das Gefühl hat, dabei gewesen zu sein.
Jeder junge Mensch der mit dem Gedanken spielt oder Gespielt hat, wenn auch nur einmal, (harte) Drogen zu nehmen oder auszuprobieren MUSS dieses Buch lesen. Beim lesen leidet man förmlich mit Jörg mit. Man bekommt einen Eindruck in die Psyche eines jungen Menschen, der sich, wie viele andere auch, auf der Suche nach Bewußtseinserweiterung und Spaß vom "richtigen" Weg abkommt, es aber dennoch letztlich schafft die Kurve zu kriegen.
Ein geniales Buch, das einen auf unglaubliche Weise durch die verschiedenen Lebensabschnitte von Jörg Böckem führt. Einfach ein Buch für jeden!!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"I hurt myself today..."! 24. Februar 2006
Format:Taschenbuch
Gerade durch seine scheinbar recht unbeteiligte Schreibweise und distanzierte Schilderung schlimmer Lebensereignisse (Überdosis, Verwahrlosung, Trennungen, Abstürze, (kalte) Entzüge...) macht Jörg Böckem deutlich, wie sehr die Droge ihn vereinnahmt hatte (hat). Erst im Nachwort wird nochmals von ihm herausgestellt, dass er weiß, dass er an den entscheidenden Kreuzungen des Lebens, nicht nur falsch abgebogen, sondern mit Totalschaden in den Graben gefahren ist. Das hier sind nicht einfach Jugendsünden, es ist eine "Drogenkarriere" mit allen traurigen Nebeneffekten: Straffälligkeit, Diebstahl,Prostitution, völliges Ruinieren des eigenen Körpers, Ignoranz gegenüber Gefühlen und Leben der Mitmenschen...Für mich wird er das einzige Mal richtig menschlich, wenn er über "Klara" spricht, die Tochter einer Freundin, um die er sich wie ein Vater gekümmert hat. Der entscheidende Satz dazu von ihm: "Drogen nimmt sie keine, soweit ich weiß. Ich hoffe sehr, dass es so bleibt." Das glaube ich ihm. Den Menschen, denen er Leid angetan hat, indem er ihnen z.B. die ersten Heroinspritzen gesetzt hat, kann er heute nicht mehr helfen. Vielleicht hofft er, dass sie sein Buch lesen und ihm vergeben, sofern sie noch leben. Ich denke, er kann sich nicht vergeben. Es ist wichtig, dass Jörg Böckem dieses Buch geschrieben hat. Es sollte in Schulen und Jugendeinrichtungen gelesen werden. Jörg Böckem kann nichts mehr rückgängig machen (und will es wohl auch nicht, s. Iggy Pop), andere junge Menschen können das schon. Sie brauchen erst gar nicht in diese Situation zu kommen. Denn was nutzt es einem, wenn während des Drogenrausches die Gehirnwände mit Nutella beschmiert sind, wenn einem ständig das Höllenfeuer der Abhängigkeit unter den Füssen brennt?
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
Sehr gutes Buch!!!
Das Buch ist einfach super! Es ist spannend und witzig geschrieben, nach Christiane F. und Wir Kinder vom Bahnhof Zoo das zweitbeste Buch über eine Sucht- und Drogenkarriere. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Tag von Tamash veröffentlicht
Ein langer harter Weg,durch den Dschungel der Drogen
Ich fand das Buch sehr ehrlich und realistisch geschrieben.
Ich mußte es in einem durch lesen.
Der Schreiber hat wirklich nichts ausgelassen. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Reso veröffentlicht
Schonungslose Lebensbeichte in einem wunderbaren Erzählstil
Ich habe mir das Buch zugelegt, nachdem ich den sympathischen Autor live in einer Talkshow gesehen habe und sehr angetan von seiner Offenheit und seiner bescheidenen und doch... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Siouxsie veröffentlicht
ehrlich und ungeschminkt
Ehrlich und ungeschminkt / unverschönt schreibt Jörg Böckem über seine Junky-Karriere. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von C. Kügler veröffentlicht
Shocking!!!!
Dieses Buch ist meiner Meinung nach eines der besten Bücher über Drogensucht, das ich jemals gelesen habe. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von Blacky veröffentlicht
Ebenso eindringlich wie erschreckend ist Jörg Böckems...
Wo fängt man an, will man die Geschichte einer Drogenkarriere erzählen? Natürlich in der Kindheit. Lesen Sie weiter...
Vor 24 Monaten von Redaktion Literaturtipp.com veröffentlicht
fesselnde Biografie - aber wo bleibt die Aufarbeitung?
Keine Frage, Jörg Böckem hat eine fesselnde Biografie über seinen Einstieg in die Drogen, die Sucht, über sein Leben als Junkie und Journalist, über... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. März 2009 von L. Biglake
Sucht so sehr authentisch beschrieben
Jörg Böckem liefert mit diesem Buch eine couragierte und authentische Autobiographie über Jahre, in denen er ein Doppelleben führte. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Dezember 2008 von Maik Schneuing
Absolut fesselnd
Das buch erzählt, knallhart aus dem Leben eines Abhängigen, ohne Umschweife und Verschönerungen, einfach nur die Realität
Veröffentlicht am 17. August 2008 von Florian Hipf
Wie wahr!
jeder der wissen will wie sich ein junkie fühlt- hier ist die antwort darauf. so ein ehrliches, gut beschriebenes, offenes buch hab ich selten gelesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Januar 2008 von anarchistin
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