Lass es, Larry ist eine Show um den Co-Creator der legendären Seinfeld Sitcom: Larry David. In der ersten Staffel werden 10 ca. 30 minütige Folgen gezeigt, die kein Auge trocken lassen, wenn man auf Situationskomik mit extremen Slapstick Einlagen abfährt. Von der Art des Humors erinnert die Sendung stark an Seinfeld, wobei die Skurillität der mitwirkenden Personen meiner Meinung nach noch etwas überspitzer dagestellt ist. Die Handlung zentriert sich um den durch die Seinfeld Show zum Millionär gewordenen Drehbuchautor und Produzenten Larry David, der sich hier selbst spielt. Er lebt mit seiner attraktiven Frau, dargestellt von Cheryl Hines, in einem wunderschönen Haus in einem Vorort von Los Angeles. Weitere wichtige Figuren sind sein übergewichtiger Manager Jeff Greene ( fanatastisch präsentiert von Jeff Garlin) und dessen neurotische Frau Susie Greene ( meiner Meinung nach die absolute Leibrolle für die dafür ausgewählte stand up comedian Sussie Essman) und der sich ebenfalls selbst spielende Komödiant Richard Lewis ( in Deutschland unter anderem bekannt als Prinz John aus der Robin Hood Parodie Helden in Strumpfhosen und als Star der Sitcom Alles ausser Lieber).
Diese fünf Hauptrollen werden im Laufe der Serie immer wieder in alltägliche und weniger alltägliche Situationen gerissen, die Chaos auslösen und ihr Leben in Unordnung bringen. So passieren dann immer wieder äußerst schräge Dinge, um die herum sich die einzelnen Folgen aufbauen. In dieser ersten Staffel gibt Larry z.B. eine irrtümliche Formulierung für die Todesanzeige der Tante seiner Frau an. Der offensichtliche beleidigende Charakter der Verwechslung führt dann natürlich zu einer Lawine von Problemen, die auf Larry zurückfallen. Dies ist ein mehrfach verwendetes Strickmuster in der Serie. Larry macht irgendetwas, z.B. feuert er eine Sekräterin weil sie zuviel Bauchspeck zeigt, im Laufe der Folge stellt sich dann aber heraus, dass die Mutter dieser Frau, psychisch labil und aelbstmordgefährdet ist. Also ist er gezwungen, die junge Frau wieder einzustellen. Die Folge endet dann darin, wie Larry sich krampfhaft an dem Bauchspeck der Frau festhaltend, fürchtet, von einem hohen Dach zu stürzen. ( Spoiler aus einer späteren Staffel, hab ich extra verwendet, um hier keine Gags aus der ersten Staffel zu verraten.)
In der ersten Staffel sind die Folgen noch völlig ineinander abgeschlossen und es gibt wenige Themen, die durch die gesamte Staffel wiederkehren. Dies wird sich in späteren Staffeln dann aber auch ändern
Bemerkenswert an dieser Serie ist auch, dass die Folgen keinem festen Drehbuch folgen, sondern einem recht freien Plot folgen, der dann von den Schauspielern ähnlich der Schiller Strasse in Deutschland improvisiert dargestellt wird. Dabei ist die Rahmenhandlung der einzelnen Szenen zwar umrissen, aber die Schauspieler bestimmen letzten Endes selbst, was sie genau daraus machen.
In den USA läuft die Serie schon seit Jahren erfolgreich, und sehr viele berühmte Stars machen im Laufe der Reihe teilweise mehrere Gastauftritte. In der ersten Staffel sind z.B. auch Cheers Star Ted Danson und Seinfeld Stil Ikone Julia Louis Dreyfus zu sehen. Ted Danson wird dem Cast im Laufe der Serie als wiederkehrende Rolle treu bleiben, aber auch Julia wird immer mal wieder auftauchen, um sich selbst zu spielen.
Ebenso Ben Stiller, Christian Slater, Mel Brooks und Martin Scorsese, um nur einige zu nennen.
Leider gibt es bis jetzt nur die ersten beiden Staffeln der Serie auf deutsch, obwohl in den USA im nächsten Jahr schon die 8.Staffel der wunderbaren Sitcom laufen wird. Ich hoffe, dass die restlichen Staffeln auch noch übersetzt werden, denn ich persönlich finde die Synchro in Ordnung. Natürlich geht ein wenig Wortwitz verloren, aber die Serie ist noch lustig genug. Und wer unbedingt will, kann die Sache ja auch in Orginalsprache sehen.
Trotz der teilweise überspitzten Darstellung der Charaktere und der Handlung, hällt die Serie immer ein gewisses Niveau und der Humor ist definitiv nicht primitiver Natur. Eine echt gute Alternative zu dem gehypten Two and a Half Men.
Übrigens Bastian Bastewka hat sich die Grundidee der Show für seine eigene Bastewka betitulierte Show abgeschaut. Nach dem Genuss des Orginals, muss ich zwar sagen, dass ihm das ganz gut gelungen ist, aber das Orginal immer einen Ticken besser ist. In diesem Fall mehr als einen Ticken, grins.