Es sollte 57 Jahre dauern, bis der schrullige Elwood P.Dowd endlich einen würdigen Nachfolger präsentieren darf. Elwood lebte auch bei seinen Verwandten, seiner Schwester Veta Louise Simmons und Nichte Myrtle Mae. Problematisch würde das Zusammenleben mit dem freundlichen Sonderling aber erst, als er plötzlich auf der Straße zu seinem 2 Meter grossen Freund Harvey kam. Ein Puka, also ein unsichtbarer, weißer Hase.
Was fürs Umfeld folgt ist Irritation, Schock und der Gang zur Psychiatrie. Aber Regisseur Henry Koster meinte es damals gut mit dem sonderbaren Kauz und plötzlich war die ganze Stadt irgendwie gut Freund mit dem Riesenhasen und die Filmwelt hatte ein modernes, poetisches Märchen über menschliche Wärme und der Kraft der Phantasie, die durch den Alltag hilft, geschaffen.
Lars Lindstrom (Ryan Gosling) tickt ähnlich. Er ist ein sehr beliebter Mensch. Sehr gemocht und geschätzt von seinen Arbeitskollegen, ja eigentlich ist er äusserst beliebt in der ganzen Stadt, auch in der Kirchengemeinde eine feste Größe.
Er lebt bei seinem älteren Bruder Gus (Paul Schneider) und dessen schwangeren Frau Karin (Emily Mortimer), allerdings nicht im grossen Haus. Sein Quartier ist seit langem die Garage, die er zur Wohnung umfunktioniert hat. Lars ist extrem introvertiert, beim anderen Geschlecht richtig schüchtern und leidet an einer starken Sozialphobie, die Rückzugsphasen sind relativ hoch, körperlicher Kontakt jedweder Art ist ihm eher unangenehm.
Karin würde ihn gerne mehr unter Leute bringen, denn es gäbe ja genügend Menschen, die sich mehr Kontakt mit ihm wünschen.
Unattraktiv ist er auch nicht, seine Arbeitskollegin Margo (Kelly Garner) himmelt ihn ein bisschen an, obwohl sie nen Freund hat.
Eines Abends wendet sich das Blatt des Alleinseins: Lars kündigt sich überraschend zum Besuch bei Bruder und Schwägerin an und will noch einen Gast mitbringen. Karin ist begeistert und völlig aus dem Häuschen, endlich verlässt er die Garage - doch die angekündigte Freundin Bianca (Gummipuppe Bianca)ist eine exklusive lebensgrosse Sexpuppe. Lars gibt an, dass er die schweigsame Schönheit im Internet kennen gelernt hat. Bianca kommt aus Brasilien, liebt Kinder, sitzt im Rollstuhl. Ein Fall für die Hausärztin Dr. Dagmar Berman (Patricia Clarkson), die es für das Beste hält, Lars in seinem Glauben zu bestärken. Denn Lars arbeitet mit dieser Wahnvorstellung wohl seine Vergangenheit auf...
"Lars und die Frauen" von Craig Gillespie ist ein klasse neuzeitliches Märchen, also etwas fürs Herz und fürs Gefühl.
Die Tragikomödie stellt Realität und Phantasie nebeneinander und zeigt auch Facetten über psychische Gesundheit und Krankheit in der heutigen Zeit. Dass in Lars Krankheit auch eine Chance liegt eine gesunde und glückliche Realtität zu finden ist natürlich Teil der Geschichte.
Wie in "Harvey" ist bald der ganze Ort in Sachen "Bianca" involviert.
Ein leiser, bescheidener und schöner Film - gerade richtig für das Fest.