Der erfolgreiche Teamleiter Larry (Tom Hanks) wird plötzlich auf die Straße gesetzt, als seine Stelle wegrationalisiert wird. Schockiert und durch die Zeit der arbeitslosigkeit frustriert entschließt er sich seinen College - Abschluß nachzuholen, weil er darin den Grund sieht, warum er keinen neuen Job bekommen kann.
Durch seine offene und ehrliche Art findet er viele neue Freunde, doch die einzige die es ihm angetan hat, die Dozentin Mercedes (Julia Roberts), die vor Zynismus nur so strotzt, kann dem Studenten nichts abgewinnen.
Und hier fängt der Film bereits an, völlig vorhersehbar zu werden. Wer jetzt noch nicht weiß, wie er ausgeht, dem gebe ich noch einen Tip: er ist in den USA gedreht worden. Woran es liegt, daß es immer häufiger Filme gibt über Liebesromanzen für und mit "den Menschen über 30", kann man sich zwar vorstellen, denn die westliche Zivilisation glänzt durch immer häufigere Partnerwechsel, steigendes Durchschnittsalter und so ist es nichts wirklich neues und der Film reiht sich ein im Regal unzähliger anderer, mit ähnlichem Plot aufgebauter Filme. "Larry" schafft es jedenfalls nicht einmal näherungsweise an die Qualität von "Die Brücken am Fluß".
Wie vorhergesehen, kommen sich die Figuren näher, auch wenn man hier zum Glück darauf verzichtet hat, eine "sie waren füreinander geschaffen" Geschichte zu zeichnen, sondern viel realistischer dargestellt hat, wie skeptisch und vorsichtig zwei reife Menschen, die bereits etliche Enttäuschungen hinter sich haben an eine eventuelle neue Beziehung herangehen. Und wie im richtigen Leben, war auch hier Alkohol der soziale Schmierstoff, der Männer mutiger und Frauen leichter macht und zum ersten Kuß verhilft.
Auch wenn J.Roberts nicht zu meinen Lieblingen gehört, funktioniert das Duo hervorragend auf der Leinwand. Was leider völlig untergeht ist jegliche Form von Höhen und Tiefen. Mag sein, daß es im wirklichen Leben auch so ist, doch würde jemand von uns ins Kino gehen um sich einen Tag im Leben eins Durchschnittsmenschen anzusehen? Der Film plätschert dahin und kommt irgendwann zum sehr vorhersehbaren Ende. Während die ersten 20 Minuten noch eine Gewisse Dynamik und die Problematik einer plötzlichen, zunächst negativen Wendung im Leben eines Gekündigten darstellt, ist der Rest einfach: flach. Figuren, die für den Erzählfluß nicht die geringste Bedeutung haben, tauchen plötzlich "am Bildrand" auf und die einzige Erklärung die wenigstens Sinn macht, ist die, daß der Regisseur (und Hauptdarsteller) Tom Hanky die Szene vermutlich für witzig hielt. Von solchen Auftritten (Mercedes´Ex -Ehemann, Wigger Komilitone, etc.) gibt es einige und der Zuschauer hat danach einfach nur ein Fragezeichen im Gesicht.
Die Story ist sehr dünn, die Lacher auch, zum Glück istd er Film nicht allzu lang. Vermutlich fargen Sie sich jetzt wraum ich dem Film trotzdem vier Sterne vergebe? Erstens sind es nur ganz knappe 3,500001 Sterne, zweitens bringt der Film einen gewissen Charme mit sich, der allerdings ausschließlich den beiden Hauptdarstellern zu verdanken ist. Hanks spielt den schockierten Arbeitslosen, Roberts die saufende zynische Professorin und das tun die beiden so gut, daß es dem Film zu einem ganzen verhilft. Ich nenne den Film mal sympathisch. Ich komme zu keiner besseren Beschreibung, aber die drückt es vielleicht gut genug aus um Ihnen einen Anhaltspunkt zu geben.