Glaubt man, ein "Band Nr. 1" sei eine gute Idee, in die Welt von Lara Croft
einsteigen zu können, sieht sich getäuscht. Nicht nur, daß man mitten in
einen Handlung heineinplatzt - laut Waschzettel spielt der Roman nach "The
Last Revelation", es wird aber nicht erklärt, daß dies Tweil IV des
Computerspiels ist - sondern auch, daß die Hauptperson Lara Croft im ganzen
Buch nicht vorgestellt oder beschrieben wird: Man erfährt nicht, wer sie
ist, was sie macht, wie sie aussieht. Erstes Fazit: Dieses Buch ist nur
für den eingefleischten Tomb-Raider-Fan und auf keinen Fall für den, der
es werden will.
Die Handlung ist schnell zusammengefaßt: Lara Croft, eine Art weiblicher
Indiana Jones, ist auf der Suche nach einem mächtigen Amulett, die sie
durch den halben mittleren Osten bis hin zu den Seychellen führt. Dabei
wird sie permanent von unbekannten Gegner angegriffen, verteidigt sich,
wird angegriffen, verteidigt sich... spätestens nach dem fünften Mal liest
man nur noch unaufmerksam darüber hinweg. Wieso der Gegner permanent weiß,
wo sie ist und wo sie hin will, wird leider nicht geklärt Dazu kommt noch
der übliche Mix, daß die vermeintlichen Freunde in Wirklichkeit Feinde sind
und umgekehrt, alles ziemlich vorhersehbar.
Erst im letzten Abschnitt des Buches bemüht sich der Autor, zumindest einen
Hauch von mysteriösen Rätseln, leider sehr okkult angehaucht, in die
Handlung zu bringen. Von diesen Punkten abgesehen kann man dem Roman zu
Gute halten, daß er zumindest ein ordentliches Tempo vorlegt, daß ab und zu
ein paar gute Ideen verarbeitet sind und daß er zumindest sprachlich keine
Katastrophe ist, daher eine mittlere Note.