Ich habe befürchtet, dass der zweite Teil genauso abgedroschen wird, wie der erste. Ein kurzer Rückblick: Caitlin in Gefahr- Liam befreit sie. Caitlin in Gefahr- Liam befreit sie... und so weiter...
Der Grund für diesen positiven Wandel sehe ich darin, dass diesmal nicht Caitlin und Liam an erster Stelle stehen, sondern dass sie gleich auf sind mit ihrem Sohn Duncan Coll und seiner (späteren) Frau Marion Campbell. Im Prinzip laufen also zwei Geschichten neben her, irgendwann vereinen die beiden Geschichten sich und die Handlung nimmt ihren Lauf. Diesen Aspekt finde ich in der Tat gelungen, störend war leider nur die Tatsache, dass Liams und Caitlins Geschichte mal wieder aus der Sicht von Caitlin erzählt wurde. Der Wechsel vom Ich-Erzähler zum personalen Erzähler war also nicht gelungen, aber auch nicht weiter störend, da ja der erste Teil bereits in der Ich-Erzählweise verfasst worden ist.
Was mir ebenfalls gut gefallen hat, waren die vielen verschiedenen Facetten, mit denen die Figuren geschmückt worden sind. Denn ganz im Gegensatz zum ersten Teil kamen mir Liam und Caitlin diesmal tatsächlich wie echte Personen vor und nicht wie schnöde Romanfiguren. Sie hatten alle ihre Ecken und Kanten und Marion Campbell hat mich desöfteren auch zum Schmunzeln gebracht.
Einen Stern Abzug gebe ich allerdings für die teilweise ein wenig zu flachen Dialoge. Auch die gälische Sprache wollte der Autorin wieder nicht gelingen. Doch sieht man über diesen Makel hinweg, der ja wirklich nur Leute stört, die Gälisch (zumindest etwas) sprechen können, dann finde ich, dass dieses Buch schon seine 4 Sterne redlich verdient hat. Frau Marmen hat die Kurve noch bekommen und ich habe das Buch gerne gelesen. Ich bin jetzt schon auf die Fortsetzung gespannt!