Ich habe eine umfangreiche Messersammlung, z.B. Laguiole-Messer in Normalstahl und Damast sowie andere teure hochwertige Messer. Selbst teure Messer werden oft mit einem 'bescheidenen' Schliff ausgeliefert so daß ich die Klingen meist erst einmal 'ordentlich' nachschärfe.
Mit einfachen Abziehschärfern ist da nichts zu machen, im Gegenteil, man beschädigt die Klingen sehr leicht und mindert den Wert hochwertiger Messer.
Der Lansky-Set mit 5 Steinen ist ein ideales Werkzeug zum hochwertigen Schärfen, besser der 5-Steine-Set, man erreicht noch bessere Ergebnisse als mit dem 3-Steine-Set. Der Diamant-Set ist nicht notwendig, ein Bekannter benutzt ihn, hat keine besseren Ergebnisse damit und die Diamantsteine setzen sich schneller zu.
Die Qualität des Sets ist ausgezeichnet, nur die Plastikbox verzieht sich gerne, aber das ist nicht so tragisch. Die Steine halten gut in den Haltern, sind einzeln nachbestellbar und haben eine lange Standzeit. Mein Set ist ist jetzt 3 Jahre alt und noch in erstklassigem Zustand.
Der Tischhalter ist Geschmacksache, ich habe ihn, benutzte das Set aber auch mal ohne ihn, das sollte jeder selbst ausprobieren, er ist zwar nicht ganz billig, aber sauber verarbeitet.
Das Lansky-Set ist nichts für Ungeduldige, man muß sich sich Zeit nehmen für das Erlernen des Schärfens und die Durchführung eines Schleifvorganges, mit schnell mal 'out of the Box' geht da nichts. Der Winkel muß passend zum Messer gewählt werden, es gibt dazu viele gute Seiten im Internet, das Einspannen des Messerrückens muß man üben, ich nehme dazu ein Stück Panzerband und klebe es auf den Klingenrücken, man kann die häufig hochpolierte Klinge so nicht versehentlich zerkratzen.
Hat man das alles ausreichend geübt, am Besten an einem alten Messer, kann es losgehen. Einspannen, Vorschliff, dann Stufe für Stufe feiner, alles immer mit gutem Schleiföl, besonders am Schluß. Das Schleiföl transportiert die Schleifreste ab und sorgt für eine saubere Oberfläche des Schliffs. Tip: eine alte Zeitung unter den Halter auf Tisch oder Boden legen, das graue, mit Metallstaub durchsetzte Schleiföl tropft nach unten und macht Flecken.
Durch die Führungsstäbe der Schleifsteine wird der Schleifwinkel sauber eingehalten, durch gleichmäßges Führen der Steine wird der Schliff gleichmäßig über die gesamte Klingenlänge. Zum Schluß kann man (muß man aber nicht) die Klinge mit einem superfeinen Achat oder einem Schärfleder mit Polierrot abziehen. So wird der gefürchtete 'kippende Grat' bei sehr scharfen Klingen vermieden.
Noch ein Wort zum richtigen Winkel: 17°, 20°, 25° und 30° sind beim Lansky-Set möglich. Laien neigen zum schärfsten Winkel weil's dann ja richtig scharf wird. Das ist nicht so. Gute Messer müssen keine Rasiermesser sein, sie sollen eine sehr gute Schärfe bei langer Standzeit liefern. Dazu wähle ich persönlich immer den gerade noch vertretbaren größten Winkel und schleife diesen sehr sorgfältig mit abschließendem Abziehen. So erreichen selbst einfache Messer mit eher billigem Stahl eine enorme Standzeit, gelegentliches Abziehen mit dem Feinachat inbegriffen. Das schont das Material und den Wert der Messer.
Wer sich mit dieser Materie beschäftigt und mal ein paar Stunden in ein abgenutztes oder falsch geschliffenes Messer investiert hat und dann ein perfekt schneidendes Messer in der Hand hält wird begeistert sein und hat vielleicht ein neues Hobby entdeckt.
***** Fünf Sterne für das Lansky-Set.