Wir waren im Frühjahr 2001 3 Wochen „auf eigene Faust" in Sri Lanka unterwegs. Neben dem Reise Know-How Sri Lanka 2000 hatten wir den Lonely Planet Sri Lanka 1999 dabei und in letzterem Buch waren viele Informationen erstaunlicher Weise aktueller und korrekter zu finden (Qualität der Recherche???, abgeschrieben???), als in diesem Buch - Weniges dagegen fand sich nur hier. Insgesamt ist es ein brauchbarer Reiseführer, vermutlich der beste in deutscher Sprache, aber ich würde immer auch einen anderen, vielleicht nicht so perfekt gestalteten aber mit mehr Detailinformationen versehenen Führer dazu nehmen.
Im Detail bedeutete dies: Wenig Informationen zur Ankunftsituation in Colombo für Individualtouristen. verläßt man den Sicherheitsbereich wird man von Schleppern umringt, die einen davon überzeugen wollen, daß es aus den z.T. plausibel klingenden dann wieder höchst abstrusen Gründen keine öffentlichen Verkehrsmittel von Bandaraneike Flughafen egal wohin gebe. Das stimmt natürlich nicht. Wenn man das Flughafengebäude verläßt und nach links in Richtung Busparkplätze geht, stehen dort auf einem eingezäunten Platz die Busse der verschiedenen Reiseanbieter und direkt daneben halten die weit verbreiteten „Intercity Busse", kleine, telweise klimatisierte Busse, die einen für ca. 0,30 DM / Person nach Colombo bringen, Gepäck kostet extra.
Wenig Informationen zur Verfügbarkeit von Bussen: Die privat betriebenen „Intercity Busse" nehmen einen auch mit Gepäck sehr gerne mit, wenn man für Sitze, die vom Rucksack oder dergl. belegt werden, bezahlt. So kostete z.B. die Fahrt von Kandy nach Anuradhapura (ca. 80 km / 2,5 h Busfahrt) für 5 Sitze umgerechnet keine 5 DM. Für langbeinige Personen hat es sich bewährt, den Sitz in der Mitte ganz hinten zu ergattern und den Klappsitz davor mit zu bezahlen - für mehr Beinfreiheit. Auch das wurde gut akzeptiert, wenn auch beschmunzelt.
Taxis sind eine elegante, wenngleich deutlich teurere Alternative. Der Preis ist Benzin- bzw. Dieselpreisabhängig und betrug im März ca. DM 0,50 / gefahrenem Kilometer - bei „drop-off", i.e. Absetzen am Ziel und Leerfahrt zurück, wird das doppelte berechnet.
Der 7:15 Uhr Zug von Ella über Nuwara Eliya nach Colombo heißt Udarata Menike und nicht Podo Menike und fährt nicht über Kandy. Ein Vermerk über die Schwierigkeit bei der Sitzreservierung für die erste Klasse (hier hilft nur Hartnäckigkeit und ein halber Tag solte mindestens eingeplant werden!) wäre hilfreich gewesen!!!
Wenig Infos zum Geldtausch: Wir erhielten den besten Wechselkurs am Flughafen - dies kann ab er auch mit dem Dollarkurs zusammen gehangen haben.
Beim Lanka Club Hotel - unserem ersten Anlaufpunkt, vermißten wir einen Vermerk, daß dieses im übrigen saubere, kleine, gepflegte Hotel SEHR laut ist, dadurch, dass es an der Hautpverkehrsstraße zwischen Galle und Matara liegt. Solche Informationen dürfen unseres Erachtens in einem Hotelprospekt fehlen ... aber nicht in einem Reiseführer. Halbpension scheint übrigens nirgends in Sri Lanka zu empfehlen zu sein. Es ist grundsätzlich teurer als das A la carte Essen und schlechter!
In Tangalle vermißten wir den Eintrag eines sehr schönen, ruhigen an der Lagune gelegenen Hotels mit sauberen Zimmern, gutem Essen und adäquatem Preis: Lagoon Paradise südöstlich der Stadt (Marakolliya, Tel. 077-904881 / 904188, Fax 047 - 40401, http://www.lagoonparadise.online) - ideal auch zur Tierbeobachtung (Vögel, Reptilien etc.)!
Die Information zum „Turtle Conservation Project" war 3 Jahre veraltet. Das Projekt ist ausgelaufen - Lokale Umweltschützer versuchen am Leben zu erhalten, was geht, i.R. des Projektes ausgebildete Fischer „bewachen" die Lege- und Brutstätten der Meeresschildkröten weiterhin, das von Touristen eingenommene Geld gilt jedoch als „Verdienst". Immerhin haben die Leute erkannt, daß die Schildkröten beschützen langfirstig mehr Geld einbringt, als die Eier, die im Ruf stehen, die männliche Potenz zu fördern, aus zu graben und Einheimischen zu verkaufen. Getarnt als Mitarbeiter der Sri Lankischen Regierung ist man jedoch dort zusätzlich den Bettelkampagnen weiterer Leute, deren Rolle unklar ist, ausgesetzt. Kugelschreiber werden auch dort gerne genommen und ein Besuch lohnt sich wirklich!
Bei den wirklich sehenswerten Wasserfällen von Ella Gap wurden wir von Schwärmen von Straßenhändlern geradezu überfallen, sodaß wir die Flucht ergriffen - keine Warnung in diesem Reiseführer!
Ebenfalls im Reiseführer nicht vermerkt: das schönste Hotel von Ella: „Ambiente" (Kitalelle Road, Ella, Bandarawela, Tel.: 055 - 31666, Fax 055 - 31667, email kanta@telenett.net) in Teefeldern gelegen mit einem atemberaubenden Blick auf Ella Gap von allen Zimmern.
Das Grassmere Holiday Home, vermerkt im Reiseführer, existiert seit 7 Jahren nicht mehr. Eine Information, die schwer zu bekommen war, da sich kaum mehr einer an dieses Hotel erinnert!!! Wir hatten geplant, dort ab zu steigen! Nugawela Mansion, nicht im Reiseführer, ist eine Alternative ... sehr kolonial, sehr „upper class last century", etwas renovierungsbedürftig ... und offenbar nicht sehr frequentiert.
Die Warnung vor „Ticket-Betrügern" ist absolut angebracht und wertvoll!!! Auch wir sind mehrfach angesprochen worden, ob wir „billige" Eintrittskarten zu bestimmten Sehenswürdigkeiten kaufen wollten oder unsere nicht komplett abgestempelten Kulturdreieckskarten nicht verschenken könnten!!! Der Hinweis, daß die Sehenwürdigkeiten, die zum Kulturdreiecksticket gehören, das immerhin stolze 30 US$ kostet, von Saison zu Saison wechseln ist sicher sinnvoll und sollte entsprechend in einer neuen Auflage ergänzt werden. Schön wäre auch noch eine Warnung gewesen, daß die Postkarten an den Sehenswürdigkeiten das Doppelte bis Fünffache vom Preis der offiziellen Verkaufsstellen kosten - das ist o.k., wenn man weiß daß man einem Straßenhändler das Überleben sichert, aber wissen sollte man das.
Restaurants sind immer Geschmackssache - wir hätten uns gefreut, wenn Angaben zum Beispiel nach „gute einheimische Küche" und „Touristenküche" klassifiziert würden. Wir haben nach Reise Know How Empfehlungen exzellent Sri Lankisch und katastrophal „British" gespeist.
Und zur Abreise: Keiner hat uns gewarnt, daß der Flughafen die letzte ultimative Touristenfalle der Reise ist: Innerhalb der Sicherheitszone, d.h. nach dem Check-in zählen nur noch US$ und die Preise sind entsprechend. Fazit - Rückreisen von Sri Lanka nur noch mit Picknick Korb!
Und .... Sri Lanka ist ungeachtet der Unruhen ein herrliches Urlaubsland!!!