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Bei "Doorman" wird in bester The Who-Tradition mit laut aufgedrehten Vox-Verstärkern schön krachig gerockt , auch "Girl" erinnert an die Veteranen des englischen Rock. Aber auch vor den Charlatans und Stone Roses gibt es mit dem groovig-tanzbaren "Brother" eine Verbeugung, die Kollegen von den Manic Street Preachers scheinen beim poppigen "Dakota" durch. Es fehlt also nicht an Bezügen zu einer langen Tradition, in der sich die Stereophonics mit Language. Sex. Violence. Other? eingebettet und zuhause fühlen.
Trotz seiner seiner ziemlich hochgefahrenen Aggression gibt es natürlich auch noch die wunderschönen Britpop-Hymnen, die wenigstens drei Singles für das laufende Jahr garantieren. Diese Scheibe von Kelly Jones und Kollegen dürfte jedenfalls eine Menge Fans der ersten Stunde zurückgewinnen, die mit You Gotta Go There to Come Back verloren gingen, denn jetzt war die Band dort und ist wieder zurück gekommen. Zum Rock! --Deborah Denzer
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Rock in Stereo
Denn während früher das zarte Gefühl, die knochentrockene Ballade und sogar Power-Pop auf dem Programm stand, haben jetzt Fuzz-Gitarre und, Verzeihung, Schweinerock das Zepter in der Hand. Eine recht erstaunliche Entwicklung, gewöhnlich werden Rock-Bands ja altersweise und milde und wandern geradewegs auf einen Balladen-Hit zu. Das allerdings haben die Stereophonics bereits hinter sich und jetzt ist es offenbar an der Zeit, speziell für Sänger Kelly Jones, seine Rod-Stewart-Tage zu vergessen und seine nach schwerem Alkohol klingende Stimme in den Dienst der harten Sache zu stellen.
Ein Mann, ein Wort
Viele Worte verliert Jones zumindest was die Songtitel angeht ohnehin nicht. Jeder Track muss sich mit zwei bis drei Silben und jeweils einem Wort begnügen. Doch nicht nur das fällt auf. Wie erwähnt bleibt der ganz große Melodiebogen aus, hier herrscht Rock. Gut gebrüllt, Löwe, sagt man wohl dazu. Einzige Ausnahme ist die Single, natürlich. "Dakota" kommt gar freundlich daher und gemahnt ganz stark an die Achtziger, A Flock of Seagulls etwa. Und obwohl das Lied eher einfach gestrickt ist, ist es die beste Single der Band seit sehr langer Zeit. Also, wenn der Hype sich legt, wenn alle Stühle bei der Pop-Reise nach Jerusalem weggenommen wurden, bleibt der ungewöhnlichste Gewinner sitzen: die Stereophonics! Herzlichen Glückwunsch.
- "Dakota", ein schnelles , stimmiges Partylied (und auch die derzeitige Single-Auskopplung)
- "Rewind", ein langsamer aber inhaltlich bombastischer und nachdenklicher Track
- "Deadhead", schnell und eingängig
- "Lolita", Foo Fighters lassen grüssen
- "Superman", einer der besten Tracks - und erinnert etwas an den alten Prince Stil
4 Sterne. Neues im alten Stil, düster und stimmungsvoll.
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