Bei einem nächtlichen Passagierflug von Los Angeles nach Boston
verschwinden plötzlich die komplette Besatzung und der größte Teil der
Passagiere. Nur 10 Reisende haben die mysteriöse Katastrophe überstanden -
und zu ihrem Glück befindet sich ein Pilot unter ihnen. Doch damit nicht
genug, einer der Überlebdenden zeigt psychopathische Züge, außerdem kommt
kein Funkkontakt mit der Außenwelt zustande, die Erde ist zwar noch da,
aber anscheinend tot. Dasselbe Bild stellt sich ihnen nach der Landung dar:
ein toter Flughafen, das Essen ist ungenießbar. Sie scheinen in einem
Zeitabschnitt gefangen zu sein, der etwas hinter der Gegenwart liegt, und
es nähern sich unheimlich Wesen, die die Vergangenheit auffressen. Die
letzte Chance scheint zu sein, das Flugzeug neu zu betanken und
zurückzufliegen, um den Riß in der Wirklichkeit in die andere Richtung zu
durchfliegen. Doch das ist nicht so einfach, da keine Maschine funktioniert
und auch der psychopathische Manager ständig dazwischenfunkt.
In der zweiten Geschichte des Buches wird der Schriftsteller Mort mit
dem Vorwurf konfrontiert, eine Geschichte von einem anderen Schriftsteller
namens John Shooter gestohlen zu haben. Mort setzt alles dran, zu beweisen,
daß er die Geschichte selbst geschrieben und vorher veröffentlicht hat,
doch alle Beweise gehen sprichwörtlich in Rauch auf. Shooter ermordet sogar
Morts Katze, um ihn von seiner Ernsthaftigkeit zu überzeugen. Mysteriös
wird die ganze Sache, als sich herausstellt, daß andere Menschen Shooter
anscheinend überhaupt nicht sehen können - und auch diese Zeugen sterben
auf brutale Weise. Ist Shooter außerordentlich raffiniert, ein Gespenst
oder existiert er nur in Morts Kopf?
"Langoliers" ist so spannend und mitreißend, daß die logischen und
physikalischen Fehler nicht weiter auffallen. Dieser Geschichte alleine
hätte ich 5 Sterne gegeben, doch "Das heimliche Fenster, der heimliche
Garten" fällt etwas ab, so daß 4,5 Sterne eigentlich angemessen wären.
Beiden Geschichten merkt man an, daß der Autor damit eigene Ängste
verarbeitet, aber gerade das macht sie plastisch und ermöglicht es dem
Leser, voll in die Handlung einzutauchen. Alleine schon wegen der
Titelgeschichte, die übrigens auch sehr gut verfilmt wurde, empfehlenswert.