Als Vorbereitung auf eine Israelreise halte ich das Buch - kleiner Verbesserungsmöglichkeiten zum Trotz - für sehr gelungen: Die Texte sind für erwachsene Lerner ansprechend, die grammatischen Erklärungen sind klar und verständlich und sowohl das Grammatikpensum als auch das Vokabular konzentriert sich weitgehend aufs Wesentliche. Der Leser begleitet den Studenten Daniel auf seiner Reise nach Israel (Thema Briefkontakt, Flug, Telefon), wo er seine Freundin Miriam und deren Familie besucht (Wohnen und Alltag), mit dieser einige Ausflüge unternimmt (Jerusalem, Nahrung, Kultur und Geschichte), seinen Ausweis verliert (Polizeibesuch), auch mal krank wird (Arztbesuch) und sich vor der Abreise noch ein Fußballspiel ansieht (Sport). Die Texte vermitteln dem Leser ein recht anschauliches Bild nicht nur von den Städten, sondern auch von der Kultur und der schwierigen jüngeren Geschichte des Landes. Die Grammatik wird auf einem so reduzierten Niveau vermittelt, dass der Lerner relativ schnell in der Lage ist, die Sprache vor allem sprechend auch aktiv zu nutzen.
Nachdem die Texte in den ersten Kapiteln in punktierter Schrift präsentiert werden, wechselt die Darstellungsweise zur - in Israel üblichen - unpunktierten Schrift, was gut erklärt wird und dann auch keine Schwierigkeiten bereitet. Aufs Schreiben legt der Autor - wie der normale Tourist wohl auch - keinen großen Wert. Im Einleitungsteil wird die Schreib- bzw. Kursivschrift dennoch eingeführt, so dass, wer will, auch das Schreiben üben kann. Die kleineren Verbesserungsmöglichkeiten betreffen vor allem Details der Darstellung. So benutzt der Autor bei der Umschreibung der Aussprache nicht die üblichen Lautschriftzeichen, sondern eine vereinfachte Fassung. Das mag einigen Lesern entgegenkommen. Offen bleibt bei dieser Darstellung aber etwa der Unterschied zwischen offenem und geschlossenem o" und e". Hier wäre zumindest ein kurzer Kommentar wünschenswert gewesen. Nicht wirklich störend aber unverständlich erscheint es, dass der Autor die Konjunktionstabellen im Präsens für jedes Verb neu mit allen 6 Personalformen aufführt, obwohl der Lerner nach den ersten Beispielen verstanden hat, dass nur 4 verschiedene Formen existieren (m/w und Sg./Pl.). Ja, und die von A. Vogl in der sehr kritischen Rezension angesprochenen Inkonsequenzen bei der Einführung einiger Vokabeln? So etwas kommt halt vor, hat mich aber nicht wirklich gestört. Schade ist aus meiner Sicht eigentlich nur, dass es keinen Anschlussband gibt, vielleicht mit didaktisierten längeren Lesestücken und einer Vertiefung der Grammatik. Aber vielleicht kommt das ja noch.