Wenn es nach schierem Umfang ginge, müßte eigentlich der 4bändige 'Große Muret-Sanders' (= Langenscheidt Enzyklopädisches Wörterbuch) trotz seines Auflagejahrs 1990 (und noch älteren Wortbestands) das allerallerbeste deutsch-englische / englisch-deutsche Wörterbuch sein, er wird überraschenderweise aber von keinem Rezensenten des 'Kleinen Muret-Sanders' erwähnt. Allerdings kostet der 'Große' noch mal das Dreifache des 'Kleinen', der mit rund 240 Euro ja auch kein Nachwerfprodukt ist.
Ich besitze u.a. den 'Kleinen Muret-Sanders' und das 'Langenscheidt Collins Großwörterbuch' auf CD, diesen 'Collins' außerdem in Buchform - ein ebenfalls riesiger Wälzer, allerdings beide Sprachrichtungen in einem Band. Mag sein, daß für Leute, die professionell mit Sprachen befaßt sind - also z.B. Dolmetscher, Übersetzer, Lektoren, der 'Kleine Muret-Sanders' fallweise Vorteile bietet, der 'normale' Wörterbuchbenutzer wird jedoch auch bei sehr gehobenen Ansprüchen mit dem 'Collins' mehr als ausreichend bedient, und findet darin zudem den aktuellsten Wortschatz. Mit 'normalen Wörterbuchbenutzern gehobener Ansprüche' meine ich z.B. Ingenieure, die umfangreiche auf Englisch abgefaßte Verträge und Pflichtenhefte sowohl in rechtlicher wie in technischer Hinsicht lesen - und verstehen - können müssen und Berichte in Englisch erstellen müssen, aber auch Studenten der englischen Sprache.
Wenn ich meine Langenscheidt-Bibliothek (respektive die eWörterbücher) am PC aufrufe, kann ich die Resultate von 'Langenscheidt Handwörterbuch', 'Collins' und 'Kleinem Muret-Sanders' direkt vergleichen - das 'Handwörterbuch' ist durchaus ein gutes Wörterbuch (und für die Druckausgabe bräuchte man schon schaufelgroße Hände, um seine Bezeichnung zu rechtfertigen), aber gegenüber den beiden anderen fällt es mit vergleichsweise magerer Ausbeute doch deutlich ab. Hinsichtlich Umfang der Übersetzungen, Benutzungshinweisen, präziser und verständlicher Erläuterung, Nennung von Anwendungsbeispielen und Aktualität lande ich zumeist beim 'Collins' als dem für mich besseren oder besten Wörterbuch. Die keineswegs uninteressante oder unwichtige Angabe der Silbentrennung beherrscht bedauerlicherweise nur das 'Handwörterbuch'! Gedruckt kostet der 'Collins' nur ungefähr die Hälfte des 'Kleinen Muret-Sanders', und wenn man statt der Langenscheidt-Ausgabe die inhaltlich gleiche Ausgabe mit Titel 'Collins German Unabridged Dictionary' des Ersteller-Verlags HarperCollins kauft, wirds noch um einiges günstiger.
Auch wenn alle oben genannten Wörterbücher in gewissem Umfang Fachbegriffe enthalten, so handelt es sich doch um allgemeinsprachliche Wörterbücher. Für fachspezifisches Englisch (z.B. für Elektrotechnik) kommt weder der 'Sprachprofi', noch der 'normale Wörterbuchbenutzer gehobener Ansprüche' an entsprechend spezialisierten (und teuren) Wörterbüchern vorbei!