Ehrlich gesagt, Bairisch reden kann man gar nicht lernen. Das ist so, wie wenn Schwaben Hochdeutsch reden wollten. Bairisch ist eine Herkunft und Tradition. Da reicht es nicht, sich eine Lederhose oder ein Dirndl anzuziehen und eine Maß zu saufen. Da braucht's schon eine bayerische Mutter und einen bayerischen Vater. Und es gibt Leute, die behaupten, nicht einmal das würde genügen.
Wie es auch immer ist: Langenscheidt bietet mit diesem Büchlein im Taschenformat neben einem Obazda-Rezept und einem Bairisch-Test einen Reiseführer durch die bayerische Sprache mit vielen Redewendungen und Erklärungen, wie der echte Bayer und die echte Bayerin ihre Sprache anwenden - und sich dabei auch noch verstehen, tatsächlich!
Ein Büchlein, wie es nicht im Buche steht, ist wie schon das andere "Schwäbisch für Anfänger" in einige wichtige Lebensbereiche eingeteilt: Speis und Trank, Liebesgeflüster, Donnerwetter, Geflügelte Worte, Weissblauer Kult und zu Beginn das Einmaleins des Bairischen. Und es ist ebenso humorvoll und vermittelt im Erlernen des Bayerischen viel Gaudi.
Besonders gefallen hat mir die Aufmachung, die sich in vielen Bereichen, im Aufbau wie in der Form der Erklärungen von Wörtern und Redewendungen, an die tolle Langenscheidt-Bücher "x - Deutsch, Deutsch - x" (x = Arzt, Hund, Frau, Mann, Antwalt usw.) erinnert. Also auch hier ein ergreifendes Buch, humorvoll und humoristisch ausgelegt, bei dem man zugreifen sollte. Ich hab's getan und habe es nicht bereut. Aber ob es mich in Bayern weiterbringt?
Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.