Es ist wohltuend, endlich mal wieder einen Krimi zu lesen, der nicht den Dogmen der hard-boiled-Szene folgt, sondern Spannung behutsam aufbaut und die Psychologie der Figuren einfühlsam entfaltet. Genau dadurch wachsen Anteilnahme und Leserinteresse, genau dadurch entwickelt sich die Spannung eines Kriminalromans. Christa Leinweber ist das mit ihrem Roman ,Lange Schatten' gelungen. Bis hin zur letzten Seite ist man gespannt, wie, warum und durch wen der Sänger Felix Meister nach einer grandiosen Aufführung der Oper ,La Traviata' den Tod gefunden hat. Die Lösung ist überraschend und geschickt eingefädelt. Und schön auch, dass wir in diesem Krimi zwei Ermittlerinnen haben, die sich ergänzen und aus verschiedenen Perspektiven erhellende Schlaglichter auf den Fall werfen können. Der Roman ist ein Lesevergnügen. Gerade wegen der subtil aufgebauten Spannung wird man ihn in einem durchlesen.