Für Lang Langs Verhältnisse eine musikalisch einigermaßen adäquate Einspielung. Die vielzitierten Chopin'schen "Seelenlandschaften" scheinen seiner Neigung zu theatralischen Affekten entgegenzukommen, obwohl auch hier weniger mehr gewesen wäre. Es fehlt zwar das leidenschaftliche Temperament einer Martha Argerich, die elegante Noblesse eines Maurizio Pollini oder die spirituelle Intensität eines Krystian Zimerman, aber dafür gibt es auch keine größeren Schwachstellen. Daher zwar keine Jahrhundertaufnahme, jedoch eine, von der man zumindest nicht dringend abraten muss, wie von manch anderen Lang Lang-Aufnahmen.
P.S. Wer unbedingt eine aktuelle Aufnahme mit einem noch vergleichsweise jungen Pianisten haben möchte, dem sei die Einspielung von Rafal Blechacz empfohlen.