Das Buch mit insgesamt 404 Seiten richtet sich, so der Autor, an interessierte Laien und Naturfreunde, also wohl weniger an Fachleute. Die Aufmachung, die Sprache und die Illustrationen werden dem genannten Ziel bzw. der Zielgruppe gerecht. Das Buch ist, wie von Veröffentlichungen aus dem Naturbuch Verlag gewohnt, in drei Teile gegliedert. Der Leser erhält zunächst eine allgemeine Einführung zu der Tiergruppe, dann folgt ein Bestimmungsschlüssel und schließlich ein sehr umfangreicher spezieller Artenteil.
Der erste Hauptteil des Buches behandelt allgemein die Biologie der Schnecken, ihr Gehäuse, den Weichkörper, die Fortpflanzung, Nahrung und Feinde, sowie Ursachen ihrer Gefährdung. Auch werden Hinweise zur Anlage einer Sammlung gegeben. Ein Kapitel beschreibt einige Lebensräume, in denen Schnecken vorkommen. Die textlichen Beschreibungen werden jeweils durch Farbfotos von sehr guter Qualität ergänzt.
Im zweiten Teil folgt ein Bestimmungsschlüssel, der anhand von s/w-Zeichnungen und Beschreibungen der Gehäuse bis zur Ebene der Familie führt.
Der dritte Teil widmet sich den einzelnen Arten. Der Artenteil ist nach Familien gegliedert, allerdings nicht systematisch. Alle in Deutschland vorkommenden Familien sowie alle Arten mit einem größeren Verbreitungsgebiet werden behandelt. Sagt der Autor. Die Unterfamilien werden jeweils kurz textlich beschrieben, bevor die Arten in Steckbriefen vorgestellt werden. 180 Landschneckenarten kommen in Deutschland vor. Von diesen werden die meisten Arten beschrieben, zusätzlich noch einige südeuropäische Arten. Insgesamt enthält das Buch somit 156 Artsteckbriefe. Diese Steckbriefe enthalten Angaben zum Verbreitungstyp, zur Gehäusegröße, eine ausführliche Beschreibung der äußeren Kennzeichen, Angaben zum Habitat und zur Verbreitung. Für einige Arten enthält der Steckbrief auch Angaben zur Biologie. Die textlichen Beschreibungen sind jeweils auf der linken einer Doppelseite abgedruckt. Auf der rechten Seite finden sich jeweils mehrere Fotos pro Art, die sowohl das ganze Tier wie auch das Gehäuse - dieses in der Gesamtansicht und in Teilansichten - und Details oder Vergrößerungen zeigen. Die Fotos sind durchweg von sehr guter Qualität und die Texte sind gut verständlich geschrieben.
Einige Arten, die z. B. in der Landschaftsplanung sowie im Natur- und Artenschutz heute eine wichtige Rolle spielen, vermisst man allerdings, und zwar sind das Arten wie Vertigo angustior oder Vertigo moulinsiana, sicherlich aufgrund ihres nicht so häufigen Vorkommens. Der Steckbrief zur Spanischen Wegschnecke (Arion lusitanicus) ist noch recht vorsichtig formuliert, 1990 - zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches - war die "Plage" wohl offensichtlich noch nicht so vorherzusehen, wenngleich der Autor zur "Beobachtung" rät.
Fazit: Es ist kein vollständiges und kein wissenschaftliches Bestimmungsbuch. Aber es ist ein schönes und sehr informatives Buch. Es behandelt einen recht großen Ausschnitt aus der heimischen Schneckenfauna. Die beschriebenen Arten werden in verständlichen und ausführlichen Texten und mit vielen sehr guten Farbfotos dargestellt. Das Blättern und Lesen und sich Weiterbilden macht einfach Spaß.