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Landnahme [Taschenbuch]

Christoph Hein
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

31. Oktober 2005
Bernhard Haber ist zehn, als er 1950 mit seinen Eltern aus Breslau in eine sächsische Kleinstadt kommt, wo man Vertriebene und Ausgebombte lieber heute als morgen wieder abreisen sähe. Zwar werden Handwerker gebraucht, und Bernhards Vater ist Tischler, aber die Einheimischen bestellen ihre Möbel natürlich nicht bei dem Fremden. Dem Jungen begegnet man in der Schule nicht viel besser, sich durchbeißen und immer wiedere Schläge einstecken - das erkennt er rasch als den einzigen Weg. Daß Bernhard nach der 8. Klasse eine Tischlerlehre beginnt, wundert niemanden, eher schon, daß er später zeitweise als Karusselbesitzer sagenhaft viel Geld verdient. Peter Koller, der in einem selbstgebauten Auto zahlende Gäste nach Westberlin gebracht hat und dafür ein paar Jahre ins Gefängnis muß, weiß genauer, woher Bernhards Wohlstand stammt, aber er verpfeift ihn nicht. Überhaupt hat Haber Glück mit den Leuten um sich herum: mit seiner Frau Friederike, die ihn anhimmelt, mit seiner Schwägerin Katharina, die ihm beigebracht hat, was Liebe ist, mit dem Sägereibesitzer Sigurd, der dafür sorgt, daß Bernhard als Tischlermeister in den Kegelklub aufgenommen wird, wo die Selbständigen sich treffen, um den nötigen Einfluß auf die Politik des Ortes zu nehmen ... vor 1989 und erst recht in den wilden Jahren danach.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Landnahme + Von allem Anfang an: Roman (suhrkamp taschenbuch) + Der fremde Freund. Drachenblut: Novelle (suhrkamp taschenbuch)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 382 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp (31. Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518457292
  • ISBN-13: 978-3518457290
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 97.064 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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"Er war einer von uns, auch wenn er nur ein Vertriebener war." Bevor sein bester Freund das über ihn sagen kann, muss Bernhard Haber mit vielen Anfeindungen fertig werden und bei seiner Landnahme den schmalen Grat zwischen Anpassung und Aufbegehren ertasten.

Auf Bernhard, vertrieben aus Wroclaw, "aber geboren in Breslau", und seine Eltern hat in dem sächsischen Städtchen Guldenberg niemand gewartet. Denn sie kommen "aus einem Deutschland, das nicht unser Deutschland war", sind ein lebendes Mahnmal für den verlorenen Krieg. Der robuste Junge verschafft sich jedoch schnell Respekt, will stets "mit dem Kopf durch die Wand", die die Einheimischen zwischen sich und den Fremden ziehen.

In der DDR-Provinz, wo die "entzückenden Blumenbeete... mit Depressionen gedüngt" werden, wechselt er behende die Beschäftigungen und die politischen Lager. Erst hilft er bei der Zwangskollektivierung die Bauern kirre zu machen, dann scheffelt er als Fluchthelfer das große Geld und baut sich damit eine bürgerliche Existenz auf -- ein Selfmademan wie Willenbrock, ein unangepasster Opportunist wie Der Tangospieler.

Erzählt wird seine Geschichte von denen, die Bernhard gekannt haben und hier ähnlich wie Zeugen bei Gericht Auskunft geben: der Banknachbar, seine erste Freundin, der Fluchthelfer-Komplize, seine Schwägerin. So entsteht ein Geflecht von Lebensberichten und -beichten, ein Sittenbild der ostdeutschen Nachkriegsgesellschaft, mit allen erdenklichen erotischen, ökonomischen und kriminellen Verwicklungen.

Was leicht zur lehrbuchartigen Versuchsanordnung hätte geraten können, liest sich dank des ständigen Perspektivenwechsels und der erstklassigen Dialoge ausgesprochen unterhaltsam, quasi wie Short Cuts in Sachsen. Am Schluss sorgen die Kinder der Vertriebenen dafür, dass im Karnevalsumzug keine "Fidschis" mitmarschieren, die Landnahme scheint vollends geglückt. Willkommen im neuen Deutschland. --Patrick Fischer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Der neue Roman von Christoph Hein, Landnahme, könnte ein Klassiker werden. Er liegt thematisch im Trend, ist formal so perfekt wie ein goldener Schnitt, und vor allem streift er die Dimension einer griechischen Tragödie.« (Frankfurter Rundschau ) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

4.1 von 5 Sternen
4.1 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Notizen aus der Provinz 18. März 2008
Von ripley662
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Guldenburg, eine Kleinstadt in Sachsen. Kurz nach dem Krieg kommt der Vertriebene Bernhard Haber als Zehnjähriger mit seiner Familie dort an und arbeitet sich langsam, zäh und unbeeindruckt von Anfeindung und Anschlägen nach oben. Der Roman endet in der Wendezeit. Haber ist einer der einflußreichsten und wohlhabensten Männer des Städtchens geworden,sein Sohn vertreibt zwei "Fidschis"aus dem Karnevalsumzug: "Karneval ist ein deutsches Fest. Was haben sie da zu suchen?" Der Kreis schließt sich,die Landnahme Habers ist abgeschlossen.

Was ein biederes, trockenes Lehrstück hätte werden können, gerät bei einem Schriftsteller von Heins Kaliber zu einem höchst unterhaltsamen
Panorama. Hein läßt Weggenossen Habers die Geschichte erzählen: seine
erste Freundin, Schulkameraden, seine spätere Schwägerin. Wie er diese
Charaktere schildert und vorführt, indem er sie einfach erzählen läßt, das hat etwas von Ring Lardner an sich und ist eigentlich nur an der Oberfläche lustig und eigentlich ziemlich traurig, ja fast schon tragisch. Sich über das niedrige sprachliche Niveau zu mokieren ist gänzlich verfehlt, denn Hein läßt nun einmal keine Schriftsteller oder Literaturstudenten erzählen, sondern Automechaniker (göttlich: Peter Koller, den eine "Pigmentverschiebung" völlig aus der Bahn wirft und der eine Karriere als Fluchthelfer beginnt), eine Floristin, eine Gärtnerin, die ihren Weg macht ("Ich gebe mein Bestes (...) und den Rest lasse ich mir schenken")und Geschäftsleute.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefühlte Seitenzahl: unter 100 18. Februar 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Die gefühlte Seitenzahl des Buches liegt deutlich unter 100. Christoph Hein beschreibt 40 Jahre DDR als Biografie eines Menschen, der als Kind mit seiner Familie in der ostdeutschen Provinz strandet. Ein Vertriebenenschicksal.
Die 40 Jahre im Leben von Bernhard lässt Christoph Hein von Wegbegleitern, Freunden, Klassenkammeraden, Geliebten und Kollegen erzählen. Jeder Lebensabschnitt wird von einer anderen Person erzählt, deren Schicksal sich mit dem Bernhards vermischte oder kreuzte. Die Biografie wird zur Dokumentation, zur Oral History. Christoph Heins Erzählerinnen und Erzähler wirken authentisch. Eben auch, weil er sich an die weibliche Sicht der Dinge wagt. Und sie beherrscht. Wie kaum ein anderer. (vgl. auch Der fremde Freund)
Der Roman hat die Qualität einer fiktionalen Oral History. Wenn es so was in den literaturwissenschaftlichen Wörterbüchern noch nicht gibt, so sei es hiermit als Kategorie hinzugefügt. Die Befindlichkeiten der vermeintlich einfachen Leute , die Politikabstinenz der im Sozialismus und kapitalistische Züge im sozialistischen Waren- und Dienstleistungssystem, Fluchthelfermilieu und der Wunsch nach Erfüllung zutiefst kleinbürgerlicher Lebensentwürfe bilden den Hintergrund für die Geschichte eines Mannes, der nicht hoch hinaus wollte, der nur Gerechtigkeit verlangte und am Ende eine Heimat gewann. Für alle Nach- und Hineingeborenen beschreibt der Roman fast beiläufig, wer und wie das eigentlich war, das „einfache" Volk im Sozialismus. Gerade die Passagen, die um den 17. Juni und um die Wende kreisen, bilden einen erfrischenden Kontrast zu manchem Lehrbuch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Zeitvertreib 8. Februar 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Erzählt wird die Lebensgeschichte des Bernhard Haber, der als Vertriebener aus Breslau in die sächsische Stadt Guldenberg kommt. Beginnend mit der Schulzeit 1950 schildert jeweils eine Person, die ihn ein Stück auf seinem Lebensweg begleitet hat aus ihrer Perspektive Bernhards Werdegang. Jede einzelne dieser Erzählungen ist eigentlich eine in sich abgeschlossene Geschichte und doch ist allen gemein, dass Bernhard Haber Teil jeder dieser Geschichten ist. Nach und nach entsteht so ein Bild von ihm und man erlebt, wie Bernhard sich vom armen, unerwünschten Vertriebenenkind zum angesehenen, wohlhabenden Geschäftsmann, der die Geschicke der Stadt mit bestimmt, entwickelt.
Im Rahmen der jeweiligen Erzählperspektive fließen politische Ereignisse der DDR-Geschichte mit ein, die reichen von der Enteignung der Bauern, über den Aufstand des 17. Juni und den Mauerbau bis zum Fall dieser.
Alles in allem ein unterhaltsames Werk, das einem vor allem die Nachkriegszeit im Osten in den fünfziger Jahren näher bringt.
Einziges Manko: von einem Autor dieser Größer könnte man sprachlich mehr verlangen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Land nehmen 18. Januar 2012
Von Dieter Drewitz TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In Christoph Heins Roman entwickelt sich das Umsiedlerkind Bernhard in der DDR- Provinz zum Kleinbürger und im wiedervereinigten Deutschland zum Großbürger. Geschildert wird das Leben in einer mitteldeutschen Kleinstadt. Die aus Schlesien vertriebene Familie Haber versucht nach Kriegsende in Guldenberg einen Neubeginn. Doch sie bleiben Umsiedler, nicht gewollt, nicht gemocht und nur geduldet. Einheimische brennen dem Vater die Tischlerwerkstatt nieder und bringen Bernhards Hund um. Als der zehnjährige Bernhard 1950 nach Guldenberg kommt, ist er ein etwas begriffsstutziger Junge. "Man kann ihm beim Denken zusehen." sagt die Klassenlehrerin. Im Mief der kleinen Stadt reift Bernhard Haber heran. Er ist aktiv dabei, als die Großbauern zur Kollektivierung gezwungen werden. Seine Geschichte wird aus der Perspektive von fünf Personen erzählt, die mit ihm zumindest jeweils einen Lebensabschnitt teilten: Thomas Nicolas sitzt mit Bernhard drei Jahre auf einer Schulbank, Marion Demutz ist die erste Liebe des Sechzehnjährigen, ohne seine Gefühle zu erwidern. Peter Koller organisiert zusammen mit dem jungen Haber den Transport von Republikflüchtlingen nach Berlin. Mit dem Geld wird er sich später eine eigene Tischlerwerkstatt aufbauen. Katharina Hollenbach teilt mit dem jungen Mann das Bett und der Besitzer der örtlichen Sägerei Sigurd Kitzerow teilt mit Bernhard den Gewinn im Holzgeschäft. Hein verrät dem Leser jedoch nichts über die Gefühlswelt Bernhards. Wie so oft bei den Helden Heins wird man zwischen Sympathie und Abneigung hin und her gerissen. So richtig kann man sich für keinen seiner Figuren erwärmen, sie bleiben alle kalt und fremd. Lesen Sie weiter... ›
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5.0 von 5 Sternen Großartig
Bernhard Haber flieht mit seinen Eltern in den letzten Kriegstagen aus seiner Geburtsstadt Breslau in die sächsische Kleinstadt Guldenberg. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Swen Piper veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen nicht für den zeitvertreib
das buch ist eher für cristoph hein liebhaber zum zeitvertreib ist das buch etwas zu kompliziert geschrieben und verworren.
Veröffentlicht am 9. November 2009 von L. Bäßmann
4.0 von 5 Sternen Außenseiter in der Provinz
Über fünf Jahrzehnte und gut 350 Seiten erstreckt sich der Roman "Landnahme" von Christoph Hein. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. August 2009 von Günter Nawe "Herodot"
5.0 von 5 Sternen Einnehmend
Für mich ist dieses Buch von Christoph Hein über die Karriere eines aus einem deutschen Ostgebiet Vertriebenen in der "DDR" der vielleicht beste Nachwende-Roman und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Juni 2009 von film-o-meter
5.0 von 5 Sternen Bernhard der stumme Gewinner
Das Buch gibt dem Leser einen Eindruck über die Geschehnisse in einem kleinen Landstrich im heutigen Sachsen, zu Zeiten der DDR. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. März 2009 von Max Deutsch
4.0 von 5 Sternen Vertriebenenkarriere
Das Thema des Romans ist die Beschreibung vom Lebensweg eines Vertriebenen. Interessanterweise kommt der Vertriebene namens Bernhard Haber kaum selbst zu Wort, sondern Personen die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Januar 2006 von Thomas R.
3.0 von 5 Sternen Behäbiger DDR-Alltag zum Nachschmecken
"Endlich ist er da, der große Deutschlandroman", schrieb die TAZ, als das vorliegende Buch erschien. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. April 2005 von euripides50
3.0 von 5 Sternen Behäbiger DDR-Alltag zum Nachschmecken
"Endlich ist er da, der große Deutschlandroman", schrieb die TAZ, als das vorliegende Buch erschien. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. April 2005 von euripides50
3.0 von 5 Sternen Gut zu lesen
Gut zu lesender Bestseller, der den Anspruch, der Roman der Wende zu sein, sicher nicht einlöst. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Juli 2004 von Jürgen Capito
4.0 von 5 Sternen Kein Deutschlandroman, aber gute Erzählkunst
Christoph Heins Geschichte des Vertriebenen Bernhard Haber hängt merkwürdig in der Luft - über 300 Seiten ist nicht ganz klar, worauf das Ganze zielt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juni 2004 von textwärts.de
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