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Landnahme. [Unbekannter Einband]

CHRISTOPH HEIN
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Christoph Hein
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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die gefühlte Seitenzahl des Buches liegt deutlich unter 100. Christoph Hein beschreibt 40 Jahre DDR als Biografie eines Menschen, der als Kind mit seiner Familie in der ostdeutschen Provinz strandet. Ein Vertriebenenschicksal.
Die 40 Jahre im Leben von Bernhard lässt Christoph Hein von Wegbegleitern, Freunden, Klassenkammeraden, Geliebten und Kollegen erzählen. Jeder Lebensabschnitt wird von einer anderen Person erzählt, deren Schicksal sich mit dem Bernhards vermischte oder kreuzte. Die Biografie wird zur Dokumentation, zur Oral History. Christoph Heins Erzählerinnen und Erzähler wirken authentisch. Eben auch, weil er sich an die weibliche Sicht der Dinge wagt. Und sie beherrscht. Wie kaum ein anderer. (vgl. auch Der fremde Freund)
Der Roman hat die Qualität einer fiktionalen Oral History. Wenn es so was in den literaturwissenschaftlichen Wörterbüchern noch nicht gibt, so sei es hiermit als Kategorie hinzugefügt. Die Befindlichkeiten der vermeintlich einfachen Leute , die Politikabstinenz der im Sozialismus und kapitalistische Züge im sozialistischen Waren- und Dienstleistungssystem, Fluchthelfermilieu und der Wunsch nach Erfüllung zutiefst kleinbürgerlicher Lebensentwürfe bilden den Hintergrund für die Geschichte eines Mannes, der nicht hoch hinaus wollte, der nur Gerechtigkeit verlangte und am Ende eine Heimat gewann. Für alle Nach- und Hineingeborenen beschreibt der Roman fast beiläufig, wer und wie das eigentlich war, das „einfache" Volk im Sozialismus. Gerade die Passagen, die um den 17. Juni und um die Wende kreisen, bilden einen erfrischenden Kontrast zu manchem Lehrbuch.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Buch gibt dem Leser einen Eindruck über die Geschehnisse in einem kleinen Landstrich im heutigen Sachsen, zu Zeiten der DDR. Es ist ganz bestimmt kein Deutschlandroman, denn dafür ist der ausgewählte Rahmen der Handlung zu eng gebunden. Es gibt vielmehr einen guten Einblick in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, die ankommenden Vertriebenen aus den ehemaligen preußischen Ostgebieten, die seit dem Ende des Krieges wieder zu Polen gehören. Die Handlung ist durch fünf Erfahrungsberichte durch Menschen gekennzeichnet, die Bernhard mehr oder weniger kannten. Alle habe unterschiedliche Erfahrungen mit ihm gemacht, und für alle war Bernhard der Außenseiter, der Vertriebene. Denn in der Kleinstadt Guldenberg, in der die Handlung spielt, sind die Vertriebenen nicht gerne gesehen. Sie sind die Unerwünschten- die Ausländer, die sich alles schmarotzen und zu faul sind zu arbeiten. Gewisse Tendenzen zur heutigen Zeit, in der Sachsen als sehr ausländerfeindlich einzustufen ist, erkennt der Leser und es ist erstaunlich, inwieweit sich die Tendenz bis in die heutige Zeit verfestigt hat. Heute sind es eben nicht die vertriebenen Deutschen, sondern die Undeutschen Ausländer. Am Ende der Handlung kommt dies auch noch mal besser zum Ausdruck, als der Sohn des wohl bestens Freundes, über Vitschis (Vietamesen) redet, die ein deutsches Fest (Fasching) nicht zu besuchen hätten.
Ich empfehle das Buch aus besten Gewissen an jeden der sich für diesen Teil der deutschen Geschichte interessiert und wissen will, warum Sachsen so ist, wie es heute ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Notizen aus der Provinz 18. März 2008
Von ripley662
Format:Taschenbuch
Guldenburg, eine Kleinstadt in Sachsen. Kurz nach dem Krieg kommt der Vertriebene Bernhard Haber als Zehnjähriger mit seiner Familie dort an und arbeitet sich langsam, zäh und unbeeindruckt von Anfeindung und Anschlägen nach oben. Der Roman endet in der Wendezeit. Haber ist einer der einflußreichsten und wohlhabensten Männer des Städtchens geworden,sein Sohn vertreibt zwei "Fidschis"aus dem Karnevalsumzug: "Karneval ist ein deutsches Fest. Was haben sie da zu suchen?" Der Kreis schließt sich,die Landnahme Habers ist abgeschlossen.

Was ein biederes, trockenes Lehrstück hätte werden können, gerät bei einem Schriftsteller von Heins Kaliber zu einem höchst unterhaltsamen
Panorama. Hein läßt Weggenossen Habers die Geschichte erzählen: seine
erste Freundin, Schulkameraden, seine spätere Schwägerin. Wie er diese
Charaktere schildert und vorführt, indem er sie einfach erzählen läßt, das hat etwas von Ring Lardner an sich und ist eigentlich nur an der Oberfläche lustig und eigentlich ziemlich traurig, ja fast schon tragisch. Sich über das niedrige sprachliche Niveau zu mokieren ist gänzlich verfehlt, denn Hein läßt nun einmal keine Schriftsteller oder Literaturstudenten erzählen, sondern Automechaniker (göttlich: Peter Koller, den eine "Pigmentverschiebung" völlig aus der Bahn wirft und der eine Karriere als Fluchthelfer beginnt), eine Floristin, eine Gärtnerin, die ihren Weg macht ("Ich gebe mein Bestes (...) und den Rest lasse ich mir schenken")und Geschäftsleute. Und das ist ganz wunderbar zu lesen, denn es macht eben einen Unterschied, und zwar einen entscheidenden, ob einen die Leute in der U-Bahn oder bei Reichelt etwas erzählen oder ob ein Christoph Hein ihnen eine Stimme verleiht und sie zu uns sprechen läßt.

Trotzdem verbleibt der Roman nicht im Anekdotenhaften, sondern erzählt wie nebenbei die Geschichte der DDR - weder als politisch überladenes Lehrstück noch als karikaturhaftes Lustspiel noch als pathetisches Historienspektakel, sondern leise, wie von ferne, als wenn einem jemand leicht über die Wange streicht, und eben darum umso wirkungsvoller, ein bißchen wie Fontane, über den Sebastian Haffner schreibt: "(...) die Figuren werden geradezu gestreichelt. Aber im Streicheln wird ihnen, unter der Hand und wie aus Versehen, ein ganz feiner Riß zugefügt, der nie mehr heilt - auch beim Leser nicht" (aus: Haffner/Venohr: Preußische Profile, Berlin 1992). So behandelt Hein seine Figuren - und die DDR.

Ein ganz feines Stück deutscher Gegenwartsliteratur, höchst lesenswert und noch lange nachwirkend.
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Land nehmen
In Christoph Heins Roman entwickelt sich das Umsiedlerkind Bernhard in der DDR- Provinz zum Kleinbürger und im wiedervereinigten Deutschland zum Großbürger. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Dieter Drewitz veröffentlicht
nicht für den zeitvertreib
das buch ist eher für cristoph hein liebhaber zum zeitvertreib ist das buch etwas zu kompliziert geschrieben und verworren.
Veröffentlicht am 9. November 2009 von L. Bäßmann
Außenseiter in der Provinz
Über fünf Jahrzehnte und gut 350 Seiten erstreckt sich der Roman "Landnahme" von Christoph Hein. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. August 2009 von Günter Nawe "Herodot"
Einnehmend
Für mich ist dieses Buch von Christoph Hein über die Karriere eines aus einem deutschen Ostgebiet Vertriebenen in der "DDR" der vielleicht beste Nachwende-Roman und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Juni 2009 von Dr. M.
Vertriebenenkarriere
Das Thema des Romans ist die Beschreibung vom Lebensweg eines Vertriebenen. Interessanterweise kommt der Vertriebene namens Bernhard Haber kaum selbst zu Wort, sondern Personen die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Januar 2006 von Thomas R.
Behäbiger DDR-Alltag zum Nachschmecken
"Endlich ist er da, der große Deutschlandroman", schrieb die TAZ, als das vorliegende Buch erschien. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. April 2005 von ludwigwitzani
Behäbiger DDR-Alltag zum Nachschmecken
"Endlich ist er da, der große Deutschlandroman", schrieb die TAZ, als das vorliegende Buch erschien. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. April 2005 von ludwigwitzani
Guter Zeitvertreib
Erzählt wird die Lebensgeschichte des Bernhard Haber, der als Vertriebener aus Breslau in die sächsische Stadt Guldenberg kommt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Februar 2005 von Marque Brand
Gut zu lesen
Gut zu lesender Bestseller, der den Anspruch, der Roman der Wende zu sein, sicher nicht einlöst. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Juli 2004 von Jürgen Capito
Kein Deutschlandroman, aber gute Erzählkunst
Christoph Heins Geschichte des Vertriebenen Bernhard Haber hängt merkwürdig in der Luft - über 300 Seiten ist nicht ganz klar, worauf das Ganze zielt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Juni 2004 von textwärts.de
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