Verarbeitung:
Gut... wenn man B-Ware bestellt kann man keine Wunder erwarten. Ich finde auch nicht, dass ein Kohlegrill den Verarbeitungsstandard von Luxusmöbeln aufweisen muss. Andererseits fanden sich in dem mir zugesendeten Bausatz nur wenige Teile, die weder verbogen, verbeult noch verkratzt waren. Das emailierte Bodenblech war an mehreren Stellen leicht eingedrückt. Die silbern lackierte Rohrkonstruktion an diversen Stellen so stark verkratzt, dass es hier wohl früher oder später zum Rosten kommen wird. Das Zierblech des vorderen Standbeins weist auf der sichtbaren Außenseite eine größere Stelle auf, die offenbar mit grobem Schleifpapier oder Ähnlichem bearbeitet wurde. Der auf der unteren Halbkugel aufsitzende Edelstahlring weist an der Innenseite ebenfalls eine größere Stelle auf, die wohl mit grobem Schleifpapier bearbeitet wurde. Dieser passte zudem nicht exakt auf die untere Halbkugel, was aber durch Nacharbeit behoben werden konnte. Der Besteckhalter weist einen Verarbeitungsstandard auf, der so miserabel wohl zuletzt im Pleistozän von primatenähnlichen Urmenschen abgeliefert worden sein dürfte. Ich vermute mal, dass es sich hier eigentlich um eine verchromte Oberfläche handeln soll. Überreste vom Silvester-Bleigießen sehen aber auch nicht viel anders aus. Das als Weltneuheit angepriesene höhenverstellbare Grillrost wurde in einer arg verbogenen Ausführung dargeboten. Auch hier konnte der eigentlich vom Konstrukteur vorgesehene Zustand erraten und durch Zurechtbiegen hergestellt werden. Die Griffe waren bereits vormontiert, wirken aber, als wären sie eigentlich für ein ganz anderes Produkt erschaffen worden. Die beiden Halbschalen der Griffe weisen Spaltmaße auf, in denen man problemlos so dies und das verschwinden lassen könnte. Da die Halbschalen nicht verschraubt, sondern gesteckt und praktisch nicht mehr auseinander zu bekommen sind, lässt sich daran nichts beheben. Die dem Deckelgriff gegenüber liegende Edelstahlmulde weist ebenfalls einige Kratzer auf. Immerhin: hier kann nichts wegrosten. Generell sind die Schweißnähte eher unsauber ausgeführt und machen nicht den vertrauenserweckendsten Eindruck.
Aufbau:
Der Zusammenbau verlief - abgesehen von gelegentlichem Zurechtbiegen - relativ problemlos. Einigen Bohrungen hätte allerdings gerne eine Entgratung spendiert werden können. Das hätte Manches erleichtert.
Handhabung:
Die Handhabung des höhenverstellbaren Grillrosts erwies sich als ziemlich fummelig und erinnert an diese Geschicklichkeitsspiele, bei denen man eine Kugel durch Schwenken des Gehäuses durch ein Labyrinth buchsieren muss. Allerdings ist bei der vorliegenden Variante die Verbrennungsgefahr vermutlich größer. Gut funktioniert dagegen die Arretierung des Ascheauffangtopfs und der Luftzufuhrregelung am Kamin.
Fazit:
Menschen mit Schönheitssinn sei vom Kauf dieses lieblos zusammengezimmerten Machwerks abgeraten. Es handelt sich meiner Einschätzung bei dieser B-Ware nicht um ein Gerät mit Schönheitsfehlern: das Gerät ist ein Schönheitsfehler! Aber selbst wenn einem die Optik egal ist, ist das Preis- Leistungsverhältnis doch etwas fragwürdig. Schließlich bleibt abzuwarten, wie lange die beschädigten Oberflächen der Witterung trotzen werden. Und die Handhabung des Grillrosts ist zumindest nichts für Grillfreunde mit ungelenken Rübezahlpratzen.
Ich habe inzwischen einen anderen Kugelgrill gekauft, der außer teuer auch noch gut ist. Eben eine schwarze Perle, die auch noch in anderen Farben angeboten wird.